Der Sporting-Express ist definitiv ins Rollen gekommen. Nach dem schwachen Saisonstart hat das Team von Domingos Paciencia nun fünf Mal in Serie gewonnen. Und wie vor zwei Wochen in Zürich hatte es den Erfolg den Toren von Ricky van Wolfswinkel und Emiliano Insua zu verdanken. Van Wolfswinkel, der vom Staff des holländischen Verbandes beobachtet wurde, brachte Sporting mit einem wunderbaren Absatztrick in Führung. Er verwertete in der 21. Minute eine Hereingabe auf sehenswerte Weise.

Dass Sporting den Vorsprung mit einem Tor Differenz verdientermassen in die Pause brachte, war Insuas Verdienst. Nach dem Ausgleich durch Miroslav Klose, der nach einer Freistossflanke den Ball nur noch über die Linie zu befördern brauchte (41.), erzielte der argentinische Aussenverteidiger das 2:1. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde der Schuss von Insua aus rund 30 Metern noch minim, aber entscheidend abgelenkt. So effizient Insua vor dem gegnerischen Tor war, so wenig nachvollziehbar war seine dämliche Aktion (Ellbogenschlag), die zu einer 40-minütigen Unterzahlsituation für Sporting führte.

Erst durch die personelle Überlegenheit kam Lazio Rom, das im ersten Gruppenspiel gegen Vaslui (2:2) überraschend Punkte eingebüsst hatte, zu Chancen. Die beste vergab Aussenverteidiger Abdoulay Konko, dessen Schuss in der 70. Minute von der Latte ins Feld zurückprallte, den Rebound jagte der nach der Pause eingewechselte Djibril Cissé in den Lissaboner Nachthimmel. Und Captain Tommaso Rocchi brachte in der 87. das Kunststück fertig, freistehend neben das Tor zu köpfeln. Für den Stürmer wäre es das 100. Tor im Lazio-Dress gewesen.

Lazio, das am 20. Oktober nächster Gegner des FC Zürich sein wird, manövrierte sich und seinen Trainer Edy Reja mit dem zweiten Fehltritt in der Europa League in eine delikate Situation. Reja hatte angekündigt, gegen Sporting mindestens einen Punkt gewinnen zu wollen. Dieses Vorhaben misslang, nun wartet für den mit dem Auswärtsspiel in der Serie A gegen Fiorentina die nächste heikle Aufgabe.