So einen Abstiegskampf hat das deutsche Fussball-Unterhaus noch nicht erlebt. Zehn Zweitliga-Teams droht zwei Spieltage vor Saisonschluss noch der Absturz in die 3. Liga. Dabei steht das prestigeträchtige Sachsen-Derby zwischen Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden am Sonntag im Mittelpunkt. "Wir wissen um die Bedeutung des Spiels, die Mannschaft hat es angenommen. Wir wissen aber auch, dass es eventuell noch nicht der letzte Schritt ist. Selbst mit einem Sieg kann noch einiges möglich sein", erklärte Dresdens Trainer Uwe Neuhaus.

Dresden ist punktgleich vor dem FC St. Pauli, der gegen Arminia Bielefeld unbedingt punkten muss, Zwölfter der Tabelle - mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Relegationsrang. Mit einem Sieg würde man sich aller Sorgen entledigen. Für den Verlierer kommt es knallhart: Aue muss am letzten Spieltag zu Darmstadt 98 reisen, Dynamo muss gegen Union Berlin antreten.

Brisantes Finale in Darmstadt

Aues Finale beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt, der seit mittlerweile neun Spielen nicht mehr verloren hat, verspricht Brisanz. Die Stimmung bei den Lilien ist trotz Tabellenplatz 17 prächtig. Trainer Dirk Schuster unterschrieb vor dem Spiel bei Jahn Regensburg einen neuen Vertrag, der auch für die dritte Liga gilt. "Für den Klassenerhalt gehen wir an die Grenzen und über die Grenzen hinaus", sagte Schuster.

Der ehemalige Erstligist Eintracht Braunschweig steht ebenfalls enorm unter Druck. Der Ausfall von Torjäger Christoffer Nyman wiegt schwer. In den vergangenen fünf Spielen gelangen den Niedersachsen nur zwei Treffer. Um sich besser auf das Spiel gegen den FC Ingolstadt vorzubereiten, reiste die Eintracht in ein Kurz-Trainingslager nach Salzgitter.

Trainingslager und Grillabende

Auch die Unioner versuchen es mit etwas Ungewohntem. Vor dem Heimspiel gegen Bochum geht es ins nationale Leistungszentrum von Kienbaum. "Wir wollten zum Wochenende hin den Fokus abseits des Sports legen, die Mannschaft noch mal zusammenholen und eine gewisse Lockerheit reinbringen", sagte Trainer André Hofschneider. Training ist in der sogenannten Kaderschmiede nicht angesetzt. Im Vordergrund soll die Regeneration stehen, die beispielsweise durch die Nutzung der Kältekammer oder Sauna betrieben werden kann. Zudem ist ein Grillabend geplant.

Die vermeintlich leichteste Aufgabe hat der 1. FC Heidenheim beim bereits abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern. Trainer Frank Schmidt sieht das anders: "Wir wissen, dass es schwer wird, dort zu gewinnen. Aber wir sind auch in der Lage, das zu schaffen." Mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen hat sich der FCH vom Relegationsplatz auf Rang 11 vorgearbeitet (41 Punkte).

Das neuntplatzierte Ingolstadt und der punktgleiche SV Sandhausen (42 Zähler) können zwar aufgrund der vielen Duelle im Keller kaum mehr direkt absteigen, müssen aber noch punkten, um die Relegation zu vermeiden. Beide haben drei Punkte Vorsprung auf Rang 14 und fünf auf den direkten Abstiegsplatz.