Inzwischen sind 15 Runden gespielt, und noch immer führt der BSC Young Boys mit sicherem Vorsprung die Tabelle der Super League an. So lange rechnerisch noch nicht alles verloren ist, werden unsere Verfolger ihre leisen Hoffnungen auf den Titel nicht aufgeben. Das ist eigentlich schade, könnten sich die Teams von Tabellenplatz 2 bis 10 doch auf andere Dinge konzentrieren als auf diesen Meistertitel, den YB mit brillantem Spiel anstrebt.

Eine Fussballliga ist gleichsam eine Gemeinschaft von Träumenden. Jede Fussballmeisterschaft bietet praktisch für jeden Club ein erstrebenswertes individuelles Traumziel. «Europäisch überwintern» ist eine dieser Zielvorgaben, die man immer wieder hört. Andere träumen von «einem Platz in der vorderen Tabellenhälfte», «einem Nichtabstiegsplatz» oder von «einer Rückrunde ohne Abstiegssorgen».

Träume sind da, um dereinst verwirklicht zu werden. Am besten lassen sich Träume immer dann verwirklichen, wenn sie nicht allzu unrealistisch sind. Und am wenigsten Enttäuschungen innerhalb einer Gemeinschaft von Träumenden gibt es dann, wenn alle aneinander vorbeiträumen können.

So werden die Traumkollisionen vermieden

Um also für die Schweizer Fussballmeisterschaft 2017/18 (die von Fachleuten auch YuBeljahr genannt wird) mögliche Traumkollisionen zu vermeiden, seien hier ein paar Vorschläge aufgelistet: YB träumt den jede Woche realistischer werdenden Meistertraum. Der FC Basel könnte davon träumen, beide Zürcher Stadtvereine hinter sich zu lassen.

Für GC empfiehlt es sich, von einem respektablen dritten Platz zu träumen. Der FCZ könnte davon träumen, im Aufstiegsjahr eine gute Falle zu machen. Clubs wie St. Gallen, Lausanne, Lugano oder Thun träumen davon, die Abstiegssorgen möglichst bald zu vertreiben.

Sion kann vom Tag träumen, an dem ihr Präsident in den Stadien wieder persönlich zum Rechten schauen darf. Und der Traum des FC Luzern könnte es sein, ungeachtet der Tabellenlage erfolgreich zu sparen.

Das wären lauter Träume, die sich mit einem Quäntchen Wettkampfglück verwirklichen lassen. Und wer will sich Ende Saison beklagen, wenn sich sein Traum vollumfänglich erfüllt? Wir YB-Fans jedenfalls nicht!