Die Geschichte des Spiels schien der jungen brasilianische Offensivspieler Itaitinga, auf diese Saison ins Wallis gekommen, schreiben zu können. Nach 76 Minuten gab er seinen Einstand in der Super League, und drei Minuten später erzielte er mit einem Drehschuss in die nähere Ecke den Ausgleich.

Aber die Schlussphase stellte alles auf den Kopf. In der 89. Minute verweigerte Schiedsrichter Adrien Jaccottet den Sittenern einen klaren, unstrittigen Foulpenalty. Der stehende Verteidiger Kevin Rüegg hatte den in der Bewegung befindlichen Stürmer Adryan gefoult. Rund eine Minute später verwertete der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Assan Ceesay den einzigen guten Angriff des FCZ in der zweiten Hälfte zum 2:1.

Den Willen zur Veränderung

Murat Yakin konnte die Mannschaft erstmals von der Bank aus leiten. Er zeigte nicht nur mit Itaitingas Einwechslung den Willen zur Veränderung. So brachte er von Beginn an den 20-jährigen französischen Stürmer Nasser Daoudou, Nasser genannt. Renommiertere Offensivkräfte wie Pajtim Kasami und Adryan wurden erst während der zweiten Halbzeit eingewechselt.

So bildeten Moussa Djitté und Nasser ein Sturmduo, das es auf nur 38 Jahre bringt. Nasser kam in der ersten Halbzeit zu zwei grossen Chancen, die ein routinierterer Stürmer vielleicht verwertet hätte. Er konnte zweimal in kürzester Distanz vor dem Tor den Ball nicht unter Kontrolle bringen.

Im direkten Gegenzug nach Nassers zweiter Chance in der 38. Minute gingen die Zürcher entgegen dem Spielverlauf in Führung. Nach einem Stellungsfehler von Birama Ndoye, der überraschend in Sions Innenverteidigung spielte, verwertete Salim Khelifi eine weite Flanke von Jagne Pa Modou zu seinem ersten Tor im FCZ-Dress. Zuerst traf er den Pfosten, aber der Abpraller landete genau auf seinem Fuss.

Kein Spielglück für die Sittener

Schon bei der jüngsten 1:4-Niederlage in Thun hatte es das Spielglück mit den Sittenern nicht gut gemeint. Auch dort fiel das erste Tor des Gegners, unmittelbar nachdem Sion (Djitté) eine grosse Chance ausgelassen hatte.

Wie zu Beginn der Saison hat der FC Zürich nunmehr zwei Spiele nacheinander gewonnen, beide auf eher glückhafte Weise. In der zweiten Hälfte überliess die Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin das Diktat den Wallisern, die auch zu weiteren guten Möglichkeiten kamen. Ohne den in Hochform spielenden Goalie Yanick Brecher hätte der FCZ im Wallis nicht drei Punkte geholt.