Drei Europacup-Spiele hat der FCZ seit Mitte August absolviert. Böse Zungen könnten nun behaupten, das Team von Urs Fischer lerne nicht aus Fehlern. Im Champions-League-Playoff gegen Bayern München dauerte es in Hin-und Rückspiel keine acht Minuten bis zum ersten Gegentor, gegen Sporting kassierte der FCZ das 0:1 bereits nach 223 Sekunden. Nach einem Freistoss stand der Argentinier Emiliano Insua völlig ungedeckt und bekundete keinerlei Mühe, den Ball per Kopf ins Tor zu befördern. Sporting zeigte sich in der ersten Halbzeit wesentlich eingespielter und ballsicherer als der FCZ.

Trotz 18 Neuzuzügen deutete nicht sehr viel darauf hin, dass sich der portugiesische Spitzenklub mitten in einer gewaltigen Umbauphase befindet. Auch Ricky van Wolfswinkel, der mit der Referenz von acht Europa-League-Toren aus Utrecht gekommene Holländer, reihte sich in die Torschützenliste ein. Er schloss in der 21. Minute eine sehenswerte Direktkombination über fünf Stationen souverän zum 2:0 ab.

Baustellen waren primär auf Zürcher Seiten zu finden. Die Angriffsauslösung etwa klappte abermals nicht wie gewünscht. Hoffnung konnte der FCZ durch die Tatsache schöpfen, dass das riskante Experiment mit Yasine Chikhaoui funktioniert hat. Der Tunesier stand erstmals seit Ende Juli 2010 wieder in der Startformation. In der knappen Stunde Spielzeit deutete der allzu oft von Verletzungen geplagte Mittelfeldspieler sein Potenzial immer wieder an. Er blieb aber wie seine Teamkollegen ohne Fortune.

Am Ende hatte der FCZ nicht weniger als drei Aluminiumtreffer zu beklagen. Ricardo Rodriguez setzte den Ball nach Freistössen je einmal an den Pfosten und die Latte (17./77), dazu prallte in der 57. Minute ein Schuss von Admir Mehmedi vom Pfosten ins Feld zurück. Zumindest ein Treffer wäre aufgrund der klaren Zürcher Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit durchaus verdient gewesen.

Zürichs nächster Gegner Vaslui holte bei Lazio Rom überraschend einen Punkt. Dank zwei Toren des Brasilianers Wesley (ex GC) erreichten die Rumänen ein 2:2. Die Doublette reichte am Ende nur zu einem Punkt, obwohl Vaslui während der letzten halben Stunde in Überzahl spielte. Lazio war drückend überlegen und muss sich über den Punktverlust ärgern. Schon zur Pause war die 1:0-Führung (Cissé mittels Foulpenalty) zu karger Lohn. Und auch zu zehnt blieb Lazio gefährlicher. Giuseppe Sculli glich nach einem Corner aus, dann hatte der eingewechselte Libor Kozak den Siegtreffer auf dem Kopf. Aus vier Metern traf der Tscheche aber nur die Latte (89.).

FC Zürich - Sporting Lissabon 0:2 (0:2)

Letzigrund. - 10'400 Zuschauer. - SR Van Boekel (Ho). - Tore: 4. Insua (Schaars) 0:1. 21. Van Wolfswinkel (Insua) 0:2.

Zürich: Leoni; Raphael Koch, Béda, Teixeira, Ricardo Rodriguez; Schönbächler (46. Nikci), Buff (67. Margairaz), Gajic, Alphonse; Chikhaoui (59. Chermiti), Mehmedi. - Bemerkungen: FCZ ohne Aegerter, Djuric, Kukuruzovic (alle verletzt). 17. Freistoss von Ricardo Rodriguez an den Pfosten. 58. Pfostenschuss von Mehmedi. 77. Freistoss von Rodriguez an die Lattenoberkante. Verwarnungen: 37. Schönbächler (Foul), 40. Mehmedi (Unsportlichkeit), 54. Wolfswinkel, 58. Alphonse, 63. Teixeira, 71. Gajic, 78. Raphael Koch (alle Foul).

Lazio Rom - Vaslui 2:2 (1:0).

Tore: 35. Cissé (Foulpenalty) 1:0. 59. Wesley 1:1. 63. Wesley (Foulpenalty) 1:2. 71. Sculli 2:2. - Bemerkungen: 62. Rote Karte gegen Zauri wegen einer Notbremse. 89. Kopfball von Kozak an die Latte. Verwarnungen: 4. Temwanjera (Foul). 6. Gonzalez (Foul). 34. Balaur (Foul). 60. Ledesma (Foul). 65. Matuzalem (Foul). 79. Kozak (Foul). 83. Bello (Foul).

Rangliste: 1. Sporting Lissabon 3. 2. Vaslui 1. 3. Lazio Rom 1. 4. Zürich 0.