Fussball-WM
1:1 gegen Spanien: Hansi flickt Deutschland nach der Japan-Pleite wieder zusammen

Die Deutschen im Glück: Erst leistet Costa Rica Schützenhilfe. Danach kommt das Team von Hansi Flick trotz Rückstand zu einem wichtigen Punktgewinn gegen die Passmaschinen von der iberischen Halbinsel.

François Schmid-Bechtel
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Deutschlands Nationaltrainer Hansi Flick (rechts) bedankt sich bei seinem Superjoker Niclas Füllkrug.

Deutschlands Nationaltrainer Hansi Flick (rechts) bedankt sich bei seinem Superjoker Niclas Füllkrug.

Matthias Schrader / AP

Fehlstart trifft auf Traumstart. Selbstzweifel trifft auf Selbstvertrauen. Deutschland trifft auf Spanien. Trotz der unterschiedlichen Gemütslage - Deutschland verlor das erste Spiel gegen Japan 1:2, Spanien siegte gegen Costa Rica 7:0 - ist es ein Duell auf Augenhöhe.

Sicher, Spanien hat die erste gute Chance. Einen fulminanten Schuss von Olmo (7.) lenkt Torhüter Neuer an die Latte. In der Folge aber stockt die spanische Passmaschine immer häufiger. Denn die Deutschen sind gallig und bissig. Sie nerven und stressen den Gegner mit grosser Laufbereitschaft und sorgen immer wieder für Unordnung im sonst so perfekt strukturierten Spiel der Spanier.

Die Leistungssteigerung gründet auch darin, dass Trainer Hansi Flick seine Fehler korrigiert. Gegen Japan stellte er Süle als Rechtsverteidiger auf. Eine Position, die der Innenverteidiger in 42 Länderspielen zuvor nie gespielt hatte. Prompt sah Süle bei beiden Gegentreffern der Japaner schlecht aus.

Hansi Flick korrigiert seinen Fehler aus dem Japan-Spiel

Gegen Spanien spielte Süle dort, wo er hingehört: neben Rüdiger und für Schlotterbeck in der Innenverteidigung. Trotzdem verbesserter Defensive geht Spanien aber in Führung. Der eingewechselte Morata (62.) trifft.

Aber Deutschland lässt sich durch den Rückstand nicht schocken. Was Musiala (73.) verpasst, holt der eingewechselt Füllkrug (83.) nach. In seinem dritten Länderspiel erst erlöst der 29-jährige Stürmer von Werder Bremen das Team von Hansi Flick mit seinem Tor zum 1:1.

Den wichtigsten Treffer für Deutschland erzielt einer aus Costa Rica

Den wichtigsten Treffer für Deutschland hat am Sonntag aber kein Deutscher geschossen, sondern Keysher Fuller aus Costa Rica. Sein Tor zum 1:0 gegen Japan hat die diffizile Lage bei den Deutschen extrem entschärft. Denn wären die Japaner ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hätten Costa Rica besiegt, hätte Deutschland gegen Spanien ein Remis nicht gereicht, um im Turnier zu bleiben. Nun aber reicht Deutschland ein Sieg gegen Costa Rica für den Achtelfinal-Einzug, wenn Japan gegen Spanien nicht unentschieden spielt.