Modus

Fussball in Schottland: Der Trennstrich löst bei Florian Kamberi einen Motivationsschub aus

Florian Kamberi: «Ich mag den schottischen Modus.»

Florian Kamberi: «Ich mag den schottischen Modus.»

Der bei Hibernian Edinburgh spielende Schwyzer Florian Kamberi findet am Modus Gefallen, der in der Premiership praktiziert wird.

Langsam geht es in der schottischen Premiership ans Eingemachte. Noch zehn Runden sind zu spielen, bis es im Klassement zur Teilung kommt. Die sechs bestplatzierten Klubs werden dann in einer einfachen Runde um den Titel und die Europacupplätze kämpfen, die Teams auf den Rängen sieben bis zwölf gegen den Abstieg. «Es sieht für uns nicht schlecht aus», sagt Florian Kamberi. Der Schwyzer spielt für die Hibernians aus Edinburgh, die mit sechs Zählern Vorsprung auf Kilmarnock über dem Strich klassiert sind.

Seit Kamberi vor zwei Jahren dank der Vermittlung des früheren Aarau-Spielers Mark Fothe­ringham in die schottische Liga wechselte, hat er mit den «Hibs» schon zweimal an der Finalrunde teilgenommen. Und bald bemerkt, wie wichtig es ist, ob man nach dem 33 Runden umfassenden Grunddurchgang über oder unter dem Strich liegt. «Es wäre schlimm, nach der Teilung im April noch ein viertes Mal gegen Klubs wie St. Mirren oder Hamilton spielen zu müssen – statt gegen Celtic oder die Rangers», sagt Kamberi. «Um dieses Szenario zu vermeiden, arbeiten wir in jedem Spiel bis zur Aufsplittung hart. Jedes Resultat kann in der Endabrechnung entscheidend sein», sagt Kamberi.

Wenig Kritik trotz einer grossen Schwäche

«Genau deshalb finde ich diesen Modus gut. Er sorgt von Anfang an für einen positiven Druck, und alle sind topmotiviert, unbedingt unter die besten Sechs zu kommen.» Den Einwand, dass es nicht fair sei, wenn zum Beispiel die «Hibs» gegen den Strichrivalen Kilmarnock zweimal auswärts und nur einmal zu Hause spielten, betrachtet auch Kamberi als Schwäche dieses Formats. Das könne schon ein entscheidender Nachteil sein, sagt Kamberi. «Ich habe aber noch nie von Mitspielern oder sonst wem Kritik an diesem Modus gehört.»

Der schweizerisch-albanische Doppelbürger hat sich in Schottland einen guten Namen gemacht. Nach einer schwierigen Saison beim Karlsruher SC und einem halben Jahr bei GC ohne Chance auf Einsätze kam er bei den «Hibs» von Beginn an gut zurecht. In 83 Pflichtspielen hat er bereits stolze 30 Tore geschossen. «Der physisch betonte Fussball liegt mir», sagt Kamberi. «Ich habe hier noch keinen Tag bereut.» Er hat sowohl gegen Celtic wie die Rangers für Tore gesorgt und steht im Blickfeld diverser Vereine. Auch der FC Basel hat ihn im vergangenen Jahr beobachtet. Kamberis Vertrag bei den «Hibs» läuft noch bis 2021. «In England zu spielen wäre ein Traum», sagt der 24-Jährige.


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Autor

Markus Brütsch

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