Fussball-WM

Fussball in Katar - ein Witz?

Katar, im Nordosten des Persischen Golfes, verfügt über die drittgrössten bekannten Erdgas-Reserven eines einzigen Landes und ist weltweit grösster Exporteur von verflüssigtem Erdgas

Katar

Katar, im Nordosten des Persischen Golfes, verfügt über die drittgrössten bekannten Erdgas-Reserven eines einzigen Landes und ist weltweit grösster Exporteur von verflüssigtem Erdgas

Die Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland und Katar lässt die Fifa im Zwielicht erscheinen. Die Welt des Fussballs bleibt wie sie ist: käuflich.

Dass in Katar das Geld regiert, war klar, wer sich die Bewerbung ansah: Im Emirat sind zwölf Spielstätten geplant, die Kosten werden mit 2,87 Milliarden Dollar veranschlagt. Von den sieben Spielorten in dem kleinen Land am Persischen Golf liegen fünf im Umkreis von 25 Kilometern - es wird damit eine WM der kurzen Wege. Nur 11.521 Quadratkilometer klein ist das Emirat, dafür aber so reich, das dort niemand wirklich arbeiten muss. 

Mit seiner Kandidatur um die Olympischen Spiele 2016 war der Wüstenstaat noch in der Vorausscheidung gescheitert.

Jetzt aber hat's geklappt: «Danke, dass Sie an uns glauben, an den Wandel glauben», sagte Katars Staatsoberhaupt Scheich Mohammed bin Chalifa Al Thani und kündigte an: «Wir werden Sie nicht enttäuschen. Wir sind bereit, Sie werden stolz sein - das verspreche ich Ihnen.»

Mit Solarenergie ein Land runterkühlen?

Dabei spielt keien Rolle, dass Fussball in Katar keine Tradition hat. Noch nie nahm die Nationalmannschaft an einer Endrunde teil. Katar wird die Attraktion sein, die Leidenschaft sollen Fans mitbringen, die ihren Teams bei 50 Grad in die Wüste folgen. Auch dieses Problem glauben die Wüstensöhne mit Geld zu lösen: Die befürchteten Temperaturen von bis zu 50 Grad in den Spielstätten wollen sie herunterkühlen. «Alle Stadien, Trainingsstätten und Fanzonen werden auf 27 Grad Celsius klimatisiert sein. Alles wird mit Solar-Energie betrieben und damit kohlenstoffneutral sein», sagte Mohammad Bin Hamad Al-Thani, Chef der WM-Bewerbung Katars.

Gewiss, Joseph «Sepp» Blatter und die FIFA hat die grossen Chancen des kleinen Staates clever erkannt und Katar einen Jahrhundertsieg geschenkt. Er bietet das Tor zu einer neuen Fussball-Welt im Mittleren Osten und eine perfekte Möglichkeit zur internationalen TV-Vermarktung. Kein anderer Bewerber konnte durch Zeitverschiebungen eine höhere Reichweite bieten als Katar. Das bringt der FIFA vor allem eines: noch mehr Geld. (cls)

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