Weltklasse Zürich
Fünf Stars, die bei Weltklasse Zürich die Fans begeistern

Heute Abend ist die Diamondleague zu Gast in Zürich. Im Letzigrund werden an der «Weltklasse Zürich» viele Stars antreten - zu fünf davon haben wir eine spezielle Geschichte rausgesucht.

Jakob Weber
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KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Ruth Jebet: Gold für ein fremdes Land

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Im November wird die gebürtige Kenianerin 20 Jahre alt. Seit fünf Tagen hält die Olympiasiegerin über die 3000 m Hindernis den Weltrekord. In Paris pulverisierte die seit 2013 für Bahrain startende Jebet mit 8:52,78 Minuten die Bestzeit der Russin Galkina aus dem Jahre 2008 um mehr als sechs Sekunden. Die Bestmarke war eigentlich schon in Rio fällig, hätte Jebet auf den letzten Metern nicht das Tempo gedrosselt. Bahrain köderte das Talent unter anderem mit einem Stipendium für ein Studium der Tiermedizin. Jebets Vater begrüsst, dass seine Tochter für das fremde Land startet: «Sie hat mir ein Haus gebaut, Land und zwei Milchkühe gekauft. Ich bin froh, nicht mehr unter einem Strohdach schlafen zu müssen.»

Kendra Harrison: Weltrekord statt Olympiateilnahme

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Dafne Schippers: Vom Siebenkampf zur Gepardin

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Die ehemalige Siebenkämpferin Dafne Schippers ist die schnellste weisse Frau der Welt. Erst vor zwei Jahren wechselte die Holländerin aufgrund einer Verletzung vom Mehrkampf in die reinen Sprintdisziplinen. Die völlig richtige Entscheidung. Gold (200 m) und Silber (100 m) an der WM 2015 in Peking folgte jetzt in Rio Olympia-Silber über 200 m. Schippers hatte aufgrund ihrer starken zweiten 100 Meter im Vorfeld gar mit Gold über ihre Paradestrecke geliebäugelt, doch trotz des Sturzes ins Ziel fehlten am Ende zehn Hundertstel zur jamaikanischen Doppelolympiasiegerin Elaine Thompson. In Zürich bittet die Holländerin, die im Diamond Race überzeugend führt, die Jamaikanerin zur Revanche.

LaShaun Merritt: Um keine Ausrede verlegen

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Die Begründung, warum die Anti-Doping-Behörden 2010 dreimal das verbotene Steroid Dehydroepiandrosteron in Merritts Urin fanden, ist so kurios, dass sie fast stimmen muss. Der Doppel-Olympiasieger von Peking 2008 und Doppelweltmeister von Berlin 2009 gab an, ein Mittel zur Penisvergrösserung zu sich genommen zu haben. Nach der 21-monatigen Sperre knüpft der Amerikaner nahtlos an die guten Leistungen an. Der 30-Jährige gewann in Rio über 400 m Bronze sowie mit der 4x400m-Staffel Gold und steht nach 2014 und 2015 kurz vor dem dritten Triumph im Diamond Race. Weil der neue Weltrekordhalter und Olympiasieger Wayde van Niekerk in Zürich fehlt, gilt Merritt als Favorit.

Kariem Hussein: Der Schweizer Trumpf

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