Olympische Spiele
Fünf für Gold: Wie stehen die Chancen der Schweizer Athleten und Athletinnen in PyeongChang?

An den Olympischen Winterspielen 2014 holte die Schweizer Delegation elf Medaillen. In Südkorea sollen es mehr werden. Das Ziel von Swiss Olympic lautet darum «elf plus x». Wir zeigen, wer Edelmetall holen könnte.

Martin Probst
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Wendy Holdener fährt im Slalom stark – und bald ins olympische Rampenlicht?

Wendy Holdener fährt im Slalom stark – und bald ins olympische Rampenlicht?

Keystone

Sehr gute Chancen

Wendy Holdener (Slalom/Kombination)
In sieben Slaloms in dieser Saison stand sie fünfmal auf dem Podest. Nur auf einen Sieg in ihrer Paradedisziplin wartet die 24-Jährige noch. Auch in der Kombination hat die Weltmeisterin in dieser Disziplin Medaillen-Chancen.

Beat Feuz (Abfahrt)
Von den letzten drei Abfahrten hat er zwei gewonnen (Wengen und Garmisch) und war einmal Zweiter (Kitzbühel). Das macht ihn an seinem 31. Geburtstag am 11. Februar automatisch zum Favoriten.

Dario Cologna (Langlauf)
Drei olympische Goldmedaillen hat er schon. In dieser Saison hat der 31-Jährige zum vierten Mal in seiner Karriere die Tour de Ski gewonnen. Im Skiathlon könnte er am ersten Sonntag der Spiele zuschlagen.

Lara Gut (Super-G)
In ihrer Comeback-Saison nach Kreuzbandriss fährt sie im Super-G sehr stark. In den letzten drei Rennen in dieser Disziplin stand die 26-Jährige immer auf dem Podest, einmal als Siegerin. Das lässt hoffen.

Andri Ragettli (Ski Slopestyle)
Der 19-Jährige fuhr im Slopestyle in drei Rennen in diesem Winter dreimal auf das Podest (einmal als Sieger) und führt die Weltcupwertung klar an. An den X-Games in Aspen holte er zuletzt Bronze. Rosige Aussichten.

Beat Feuz ist einer der grossen Favoriten.

Beat Feuz ist einer der grossen Favoriten.

KEYSTONE/AP dpa/MICHAEL KAPPELER

Gute Chancen

Curling (Männer, Mixed)
Martin Rios und Jenny Perret sind amtierende Mixed-Weltmeister, Peter de Cruz und sein Männerteam holten 2017 WM- und EM-Bronze. Gut möglich, dass an den Spielen die nächsten Medaillen folgen.

Nevin Galmarini (Snowboard)
In vier von sieben Parallel-Riesenslaloms in dieser Saison stand er auf dem Podest. Die letzten zwei Rennen vor den Spielen beendete der 31-Jährige auf den Rängen eins und zwei. Zudem führt er die Weltcupwertung an.

Marc Bischofberger (Skicross)
Der 27-Jährige führt die Weltcupwertung an und stand in dieser Saison viermal auf dem Podest, davon zweimal als Sieger. Er und Teamkollege Alex Fiva haben im Olympia-Rennen Medaillen-Chancen.

Fanny Smith (Skicross)
An Weltmeisterschaften hat die 25-Jährige schon Gold, Silber und Bronze gewonnen. Eine Olympiamedaille fehlt ihr hingegen noch. Zwei Podestplätze (ein Sieg) in diesem Winter zeigen, dass sich das bald ändern könnte.

Daniel Yule (Slalom)
Die letzten beiden Slaloms beendet er beide auf Rang drei. Es waren die ersten Podestplätze für den 24-Jährigen im Weltcup. Das Timing stimmt. Oder überzeugt Luca Aerni, der auch in der Kombination als Weltmeister Chancen hat?

Team (Ski alpin)
Das Schweizer Olympia-Team hat mehrere Spezialistinnen und Spezialisten für Rennen im Parallel-Format. Das macht die Athletinnen und Athleten von Swiss Ski zu Mitfavoriten bei der Olympia-Premiere dieses Team-Events.

 Daniel Yule fuhr in den letzten beiden Slalom auf den dritten Platz. 

Daniel Yule fuhr in den letzten beiden Slalom auf den dritten Platz. 

JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Aussenseiter-Chancen

Iouri Podladtchikov (Snowboard Halfpipe)
Eigentlich gehörte der 29-jährige Titelverteidiger zu den grossen Medaillenhoffnungen der Schweiz. Doch dann stürzte er an den X-Games, brach sich die Nase und verletzte sich am Kopf. Wird er rechtzeitig fit? Falls ja, wird er vom Aussenseiter zum Mitfavoriten.

Simon Ammann (Skispringen)
Pünktlich vor seinen sechsten Winterspielen kommt der doppelte Doppel-Olympiasieger (2002 und 2010) immer besser in Form. Behält er den 8-Jahre-Rhythmus bei und holt sich wieder eine Medaille? Beim 36-Jährigen ist nichts unmöglich.

Ramon Zenhäusern (Slalom)
Der 25-Jährige erlebt die besten Tage seiner Karriere. Beflügelt der erste Weltcupsieg im Parallelrennen von Oslo den Walliser zusätzlich? Im Slalom wurde er in Wengen Vierter.

Clemens Bracher (Zweierbob)
Der 31-Jährige gewann sein erstes Weltcuprennen und holte später EM-Bronze. Viereinhalb Jahre nach einem Hirnschlag träumt er nun mit Anschieber Michael Kuonen sogar von einer Olympiamedaille.

Eishockey (Männer, Frauen)
2013 holten die Männer WM-Silber. In Südkorea sind keine NHL-Spieler dabei, was andere Nationen mehr schwächen könnte. Können das die Eisgenossen nutzen? Die Frauen wollen Bronze von 2014 bestätigen.

Benjamin Weger (Biathlon)
Der 28-Jährige schiesst in dieser Saison stark und lief mehrmals in die Top Ten. Der Schweizer zählt damit in Südkorea zum erweiterten Kreis der Medaillenfavoriten, der im Biathlon meist relativ gross ist.

Selina Gasparin (Biathlon)
2014 in Sotschi gewann sie als erste Schweizerin eine Olympia-Medaille im Biathlon (Silber). Nach ihrer Mutterschaftspause kommt die 33-Jährige wieder in Form. Oder überzeugt sie mit der Staffel?

Bei Simon Ammann ist nichts unmöglich.

Bei Simon Ammann ist nichts unmöglich.

Keystone