Tennis
Fünf Fragen, die sich vor dem Turnierstart der Swiss Indoors in Basel stellen

Am Samstag beginnt die 50. Ausgabe der Swiss Indoors. Roger Federer will seinen Titel verteidigen. Wie seine Chancen stehen und was sonst noch im Vorfeld zu reden gibt.

Jakob Weber
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Vorjahressieger Roger Federer startet im Oktober erneut als Topfavorit an die Swiss Indoors in Basel, das Schweizer Tennis-Highlight des Jahres.

Vorjahressieger Roger Federer startet im Oktober erneut als Topfavorit an die Swiss Indoors in Basel, das Schweizer Tennis-Highlight des Jahres.

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

1. Kann Roger Federer zum zehnten Mal gewinnen?

Roger Federer und Basel, das passt einfach. Vor 16 Jahren schied der heute 38-Jährige zuletzt vorzeitig aus. Dreimal fehlte er seitdem verletzt, ansonsten stand er jedes Mal im Endspiel. Neunmal gewann er das Turnier. Auch 2019 ist Federer Topfavorit. Der Titelverteidiger ist als Weltranglistendritter an Position 1 gesetzt und heiss auf Titel Nummer 10 in Basel.

2. Wer sind die härtesten Titelkonkurrenten?

Alexander Zverev, 22, und Stefanos Tsitsipas, 21, haben Federer in dieser Saison schon geschlagen. Die beiden Jungstars haben sich in den Top 10 festgespielt. Nach eher schwächeren Phasen scheinen beide zum Ende der Saison wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Marin Cilic, Stan Wawrinka und David Goffin haben Aussenseiterchancen.

Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev in schickem Zwirn beim Laver Cup.

Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev in schickem Zwirn beim Laver Cup.

Keystone

3. Hat Basel das stärkere Teilnehmerfeld als Wien?

Als die Entry List veröffentlicht wurde, schauten viele Tennisfans neidisch zum Parallelturnier nach Wien. Doch das Blatt hat sich gewendet. Denn in Basel hat – anders als in der Vergangenheit – noch kein Star abgesagt. In Wien fehlen gleich fünf eingeplante Cracks. Ohne Medvedev, Nishikori, Kyrgios, del Potro und Pouille kann Wien Basel nicht das Wasser reichen.

4. Wie geht es Stan Wawrinka und seinem Basel-Fluch?

Stan Wawrinka gab in dieser Woche in Antwerpen nach fünfwöchiger Verletzungspause erfolgreich sein Comeback und steht im Halbfinal. Nachdem er in Basel vor einem Jahr in letzter Sekunde passen musste, nimmt der Romand 2019 einen neuen Anlauf, um seinen Swiss-Indoors-Fluch zu besiegen. Bei dreizehn Teilnahmen gewann er nur elf Matches.

5. Was gibt vor dem Turnierstart sonst noch zu reden?

Roger Federer steigt schon am Super Monday ins Turnier ein. Zuvor wird die US-Sängerin Anastacia die 50. Swiss Indoors feierlich eröffnen. Federers Gegner wird am Samstag ausgelost. Sollte der Titelverteidiger gewinnen, spielt er im Rhythmus Mittwoch, Freitag. Ausserdem wurde bekannt, dass Henri Laaksonen (ATP 103) eine Wildcard erhält.

Die Teilnehmer der Swiss Indoors 2019:

Roger Federer (SUI, ATP 3): Der Baselbieter hat an seinem Heimturnier bereits 80 Spiele bestritten. Dabei hat er genauso viele Turniersiege wie Niederlagen gesammelt: neun.
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Alexander Zverev (GER, 6): Der Weltmeister des letzten Jahres befindet sich in der Krise. Das zeigt auch der Blick auf das Doppelfehler-Ranking 2019. Hier ist Zverev hinter Benoit Paire die Nummer 2 der Welt.
Stefanos Tsitsipas (GRE, 7): Der Blondschopf besiegte an den Australian Open Roger Federer, schied aber in vier seiner letzten fünf Turniere in der ersten Runde aus. Das macht dem Shootingstar zu schaffen. In New York wetterte er gegen Schiri Damien Dumusois: «Ihr Franzosen seid alle Spinner.»
Roberto Bautista Agut (ESP, 10): Er stand in Wimbledon in diesem Jahr zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Halbfinal. Völlig unerwartet, denn eigentlich hätte er zu diesem Zeitpunkt auf Ibiza seinen Junggesellenabschied feiern sollen. Der fiel ins Wasser. Die Hochzeit findet im November trotzdem statt.
Fabio Fognini (ITA, 12): Mit 32 enterte er 2019 erstmals die Top 10. Der Italiener ist immer für einen Spass oder einen Ausraster zu haben. In Basel schlug er bislang noch nie auf.
David Goffin (BEL, 14): Der 1,80 Meter kleine Belgier spielte schon dreimal in Basel gegen Roger Federer. Er verlor immer brav, gewann nur einen einzigen Satz und machte ansonsten nie mehr als drei Games.
Stan Wawrinka (SUI, 18): Seine Beziehung zu den Swiss Indoors ist wahrlich keine Liebesgeschichte. Achtmal scheiterte er bereits in der Startrunde. Im letzten Jahr sagte er kurz vor seinem ersten Spiel mit Rückenproblemen ab.
Benoit Paire (FRA, 23): Vor zwei Jahren liess sich der exzentrische Franzose vor dem Spiel gegen Roger Federer mit einem Läckerli im «Läckerli Huus» ablichten. Anschliessend wurde er vom Schweizer selbst vernascht.
Marin Cilic (CRO, 25): Der baumlange Kroate ist seit vier Jahren Stammgast in der St. Jakobshalle und gewann das Turnier 2016.
Wildcard: Alex de Minaur (AUS, 26) Mittlerweile steht der 20-jährige Australier sogar wieder auf Rang 26 der Rangliste. Das auch, weil er Ende September das Turnier in Huajin gewann.
Taylor Fritz (USA, 29): Der heute 21-jährige Amerikaner heiratete bereits mit 18 und wurde wenige Monate später auch Vater. Der erste ATP-Titel kam erst diesen Sommer.
Dusan Lajovic (SRB, 32): Der Serbe schied letztes Jahr in Basel eigentlich bereits in der Quali aus, gewann aber als Lucky Loser im Hauptfeld danach doch noch ein Spiel.
Reilly Opelka (USA, 37): Der 2,11 Meter-Riese stellte im Februar gemeinsam mit Landsmann John Isner einen ATP-Ass-Weltrekord auf. Opelka servierte 43 Asse, Isner 38.
Cristian Garin (CHI, 38): Das Jahr 2019 wird als Durchbruch in die persönliche Geschichte des Chilenen eingehen. Mit zwei Turniersiegen reist der 23-Jährige nach Basel.
Laslo Djere (SRB, 39): Der Serbe sorgte für einen der emotionalsten Momente in dieser Saison. Nach seinem überraschenden ersten Turniersieg in Rio widmete er diesen seinen verstorbenen Eltern. Seinen Vater verlor er nur zwei Monate vor seinem bisher grössten Erfolg.
Jan-Lennard Struff (GER, 41): Für den 29-jährigen Deutschen läuft es 2019 auf un d neben dem Platz. Sohn Henri kam im Frühling zur Welt. Im Juli erreichte Struff mit Rang 33 in der Weltrangliste eine neue Karrierebestleistung.
Albert Ramos-Vinolas (ESP, 42): Der Spanier kommt mit ausgezeichneten Schweizer Erinnerungen nach Basel. Im Sommer feierte er in Gstaad seinen zweiten Karrieretitel.
Daniel Evans (GBR, 43): Der Brite wurde 2017 positiv auf Kokain getestet und war ein Jahr lang zum Zuschauen verdammt. In dieser Saison startete er durch und verbesserte sich im Ranking um 144 Positionen.
Pablo Cuevas (URU, 45): Der Uruguayer spielte einen der schönsten Punkte des Jahres. Im Estoril punktete er gegen Tsitsipas am Netz mit einem No-Look-Stop durch die Beine.
Radu Albot (MDA, 46): Er ist ein wahrer Spätzünder. Der 29-Jährige, der laut eigener Aussage den Spitznamen «Machine» besitzt, wurde im Februar 2019 der erste moldawische ATP-Turniergewinner.
Miomir Kecmanovic (SRB, 49): Der Serbe ist einer der jungen Wilden auf der Tour. Der 20-Jährige soll einst nichts Geringeres als der Nachfolger von Novak Djokovic werden.
Juan Ignacio Londero (ARG, 51): Der Argentinier rückt nach, weil Basel nur drei und nicht vier Wildcards verteilt, und spielt deshalb zum ersten Mal in Basel.
Frances Tiafoe (USA, 53): Der junge Amerikaner schlief als Kind auf Klapptischen in einem Tenniszentrum, wo er mit seinen aus Sierra Leone geflüchteten Eltern lebte. Als Tennis-Profi stürmte er dieses Jahr an den Australian Open in die Viertelfinals und feierte seine Siege, indem er sich auf die entblösste Brust klopfte.
Richard Gasquet (FRA, 57): Er war Teil von gleich zwei grossen Tennis-Comebacks in diesem Jahr. Zuerst gewährte der Franzose Federer eine erfolgreiche Rückkehr auf Sand. Danach vereitelte er aber einen Erfolg von Andy Murray bei dessen Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause.
Filip Krajinovic (SRB, 60) Der Serbe darf als "Special Exempt" in Basel antreten, weil er in dieser Woche in Stockholm den Halbfinal erreichte.
Pablo Andujar (ESP, 63): Der Spanier ist der letzte Spieler, der es ohne Qualifikation in das Startfeld schafft. Das Teilnehmerfeld wird mit vier Wildcards, vier Qualifikanten und einem «Special Exempt» komplettiert.
Wildcard: Marius Copil (ROM, 92) Der Rumäne spielte im vergangenen Jahr in Basel das Turnier seines Lebens und stürmte als Qualifikant bis in den Final. Dafür wird er mit der Wildcard in diesem Jahr belohnt.
Wildcard: Henri Laaksonen (SUI, 103) Die Nummer 103 der Welt ist auch 2019 dank einer Wildcard direkt im Hauptfeld. Letztes Jahr stand er im Achtelfinal.
Ricardas Berankis (LTU, 67) Der 29-jährige Litauer profitierte in der zweiten Qualirunde von der Aufgabe des Franzosen Gregoire Barrere.
Hugo Dellien (BOL, 79) Der 26-jährige Bolivianer trifft in Runde 1 am Montag auf Alex de Minaur aus Australien.
Alexei Popyrin (AUS, 90 ) Der 20-jährige Australier spielte bereits vor einem Jahr in Basel und kam bis in den Achtelfinal. Auch 2019 überstand er die Quali.
Qualifikant: Peter Gojowczyk (GER, 111) Der Deutsche musste in beiden Aufeinandertreffen mit Roger Federer dem Schweizer zum Sieg gratulieren. In Basel ist er Federers Erstrundengegner.

Roger Federer (SUI, ATP 3): Der Baselbieter hat an seinem Heimturnier bereits 80 Spiele bestritten. Dabei hat er genauso viele Turniersiege wie Niederlagen gesammelt: neun.

Keystone