Auch in den SportXX-Geschäften sind Skis viermal beliebter. Gar von einem Verhältnis «fünf zu eins» spricht Claude Benoit, Präsident des Verbands Schweizer Sportfachhandel. Grund für den Ski-Boom: «In den fünf Jahren sind «Free Skis» entwickelt worden», sagt Schennach. Dazu zählen die breiten «Freeride-Skis», welche einen grösseren Auftrieb als herkömmliche Bretter bieten und beinahe so gute Tiefschneefahrten möglich machen wie Snowboards.

Ebenfalls sehr beliebt, vor allem bei Jugendlichen, sind die «Freestyle-Skis», mit welchen Fahrten in Halfpipes oder Snowparks möglich sind. «Dank Freeride- und Freestyle-Technologie haben die Skifahrer die Piste zurückerobert», so Schennach.

Freeskis vor Snowboard

Willy Schranz, Leiter der Ski- und Snowboardschule in Adelboden BE, bestätigt: «Die Freeskier haben den Snowboardern den Rang abgelaufen.» Heinz Anderegg von der Schweizer Ski- und Snowboardschule Engelberg wollte es genau wissen. Seine Zahlen, diese Woche erhoben, zeigen: Das Interesse am Snowboarden schwindet tatsächlich, während die Skifahrer zulegen. «Inzwischen fahren von hundert Schülern 80 Ski und nur 20 Snowboard. Vor wenigen Jahren war die Zahl der Snowboarder doppelt so hoch.» Derzeit kippe das Verhältnis «extrem» zugunsten der Skifahrer. «Heute ist es für junge Leute cooler, Freeskier zu sein als Snowboarder.» Die Zahl der Snowboardfahrer werde weiter stark sinken, prognostiziert er. «Die Snowboard-Industrie muss sich etwas einfallen lassen, wenn sie den Trend stoppen möchte.»

Was ihn freut: Die Distanz zwischen Skifahrern und Snowboardern - früher lebten sie in zwei unterschiedlichen Welten - werde ausserhalb der Piste immer geringer. «Die beiden Gruppen verbindet inzwischen derselbe Lebensstil.» Selbst in Laax GR, dem Snowboard-Mekka der Schweiz, nimmt die Nachfrage nach Ski-Unterricht zu, wie Skischulleiter Hanspeter Casutt berichtet. «Ging es beim Carven ums Tempo, steht nun dank Freestyle wieder der Spass im Vordergrund.»