Er ist einer der grössten Talente im Schweizer Eishockey. Nun liegt Kevin Lötscher im Berner Inselspital nach einem Unfall im künstlichen Koma. Die Frage ist: Wie konnte es soweit kommen?

Das Boulevardblatt «Blick» hat die Beteiligten des Unfalls aufgespürt und enthüllt, was in der Unfallnacht wirklich geschah. Am Freitagabend war der Eishockeyspieler mit einer jungen Frau mit dem Namen Cloé und einem Kollegen F.M. unterwegs. Dieser schildert auch die Vorgänge in der verhängnisvollen Nacht. «Es war Freitagabend. Kevin, drei Kumpels und ich waren zusammen mit Cloé in einer Weinstube in Salgesch», sagt F.M.. Kevin Lötscher kenne er von früher. Auch Kevin Lötscher und Cloé seien Bekannte.

Mit 1.56 Promille den BMW des Vaters geholt

In einer Weinbar gönnten sich die Jugendlichen in Siders VS einige Gläser Wein. «Es war feuchtfröhlich und wir hatten Spass», sagt der 21-Jährige F.M.. «Als die Bar schloss, machten wir uns auf den Weg zu Cloé nach Hause, um dort den Ausgang ausklingen zu lassen. Wir waren betrunken und die Stimmung war ausgelassen», sagt F.M. Laut Blick soll die Frau 1,56 Promille im Blut gehabt haben.

Kurz vor Cloés Haus hielt diese an, um die Hausregeln zu erläutern. Sie forderte alle auf, leise zu sein und nicht durch die Wohnung zu stampfen. Damit nicht genug: «Damit wir nicht die gesamte Strasse wecken, wollte sie den BMW X6 ihres Vaters holen, um uns damit zu sich zu fahren.» Daraufhin fährt Cloé tatsächlich mit einem Luxusauto vor. «Wir stiegen in den Wagen. Ein Kumpel setzte sich auf den Beifahrersitz. Kevin, ich und die zwei anderen auf die Rückbank. Doch als Cloé losfuhr, geriet ich in Panik. Sie fuhr wie eine Verrückte - viel zu schnell. Ich wusste, dass kann nicht gut gehen. Ich schrie, sie solle sofort anhalten, meine Jacke sei in der Tür eingeklemmt.» Die Geschichte mit der Jacke war eine Notlüge.

Fahrzeug traf Lötscher mit voller Wucht

Als die Fahrerin stoppte, stiess F.M die Tür auf und versuchte seine Kollegen ebenfalls aus dem Wagen zu ziehen. Lediglich dem Beifahrer gelang die Flucht aus dem Auto nicht mehr. Der Grund: Cloé soll wütend geworden und einmal um einen Kreisel gefahren sein. Bei diesem Manöver streifte sie F.M.. «Ich fiel auf den Rücken, kam aber zum Glück mit Prellungen davon».

Weniger Glück hatte Kevin Lötscher. «Mit voller Wucht knallte das riesige Auto in ihn rein. Er wurde extrem weit weggeschleudert. Ich rannte sofort zu ihm hin. Der Anblick war grauenvoll,» sagt F.M. Der Kollege realisierte laut eigenen Angaben umgehend, dass Kevin Lötscher in Lebensgefahr schwebte. «Er blutete am ganzen Kopf, war übel zugerichtet und regte sich nicht mehr. Ich versuchte, ihn in eine stabile Seitenlage zu bringen. Ein Kumpel alarmierte die Ambulanz. Die Sanitäter erklärten mir am Telefon, was ich zu tun hätte: Ich musste seinen Mund öffnen und die Zunge rausziehen, damit Kevin nicht an seinem Blut erstickt. Da das Spital sehr nahe ist, war die Ambulanz zum Glück schnell da.»

Lötscher liegt im Koma

Offizielle Informationen über den Gesundheitszustand von Kevin Lötscher sind derzeit nicht zu bekommen. Die Ärzte haben ihn ins künstliche Koma versetzt. Ob der Stürmer gesund und je wieder Eishockey spielen kann, ist ungewiss. (muv)