Französisches Toptalent Moussa Diaby nimmt bei Bayer Leverkusen Fahrt auf

Nach Anlaufschwierigkeiten kommt die Karriere von Moussa Diaby beim Fussball-Bundesligisten Bayer Leverkusen auf Touren.

Marco Krummel
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Moussa Diaby überspringt in der Bundesliga Hürde um Hürde.

Moussa Diaby überspringt in der Bundesliga Hürde um Hürde.

Bild: Martin Meissner/AP (Leverkusen, 26. Januar 2020)

Neue Liga, neue Teamkollegen, neues Spielsystem: Daran musste sich Moussa Diaby erst gewöhnen. Kein einziger Einsatz in der Startformation und nur 108 Spielminuten standen für den 15-Millionen-Neuzugang von Bayer Leverkusen nach den ersten elf Bundesliga-Spieltagen zu Buche. «Ich habe dann mit dem Trainer gesprochen, und er hat mir erklärt, was los ist und wo ich mich verbessern soll», sagte der französische U21-Nationalspieler. Und dieses Gespräch hat gewaltig gefruchtet.

Genau elf Spieltage später ist das 20 Jahre alte Toptalent kaum noch aus der Leverkusener Mannschaft wegzudenken. «Ich habe im Training hart gearbeitet und habe gezeigt, dass man sich auf mich verlassen kann», sagt Diaby: «Der Trainer hat mir dann die Möglichkeit gegeben zu spielen. Diese Chance habe ich genutzt und konnte der Mannschaft mit guten Leistungen helfen.»

Für Paris St-Germain 34-mal im Einsatz

Drei Tore und zwei Vorlagen gelangen dem im Sommer als Nachfolger von Julian Brandt von Paris St-Germain geholten Flügelspieler in der Bundesliga. Doch sein Wert für die Rheinländer ist nicht allein an Zahlen zu messen. Mit seinen Dribbelkünsten und seiner Höchstgeschwindigkeit von knapp 36 Stundenkilometern bindet er zahlreiche Gegenspieler und reisst Lücken für seine Mitspieler. «So eine Qualität gibt es in der Bundesliga selten», sagt Leverkusens Mittelfeldspieler Kerem Demirbay.

Auf dieser Qualität will sich Diaby aber nicht ausruhen. «Ich muss mich in Bezug auf meine Abwehrarbeit, bei meinem ersten Ballkontakt und beim letzten Pass verbessern», sagte der gebürtige Pariser: «Meine Eltern haben mir ihre Mentalität weitergegeben. Man muss immer arbeiten, um etwas zu erreichen. Talent ist nicht genug.»

Tottenham in Leipzig ohne seine Topstürmer Kane und Son

Leipzig ist auf bestem Weg, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann ist derzeit der erste Herausforderer von Bayern München im deutschen Meisterrennen. Nichts spricht dagegen, dass die Leipziger auch in der K.-o.-Runde eine gute Figur machen. Mit Tottenham steht ihnen heute der Vorjahresfinalist gegenüber, der allerdings nicht ohne Sorgen ist. Der dritte Sieg in Folge in der Premier League am Samstag bei Aston Villa wurde getrübt von der Verletzung von Son Heung-Min. Der Südkoreaner traf in den vergangenen fünf Partien sechsmal und sicherte den Erfolg am Wochenende mit zwei Toren. Nun fällt er mit einem gebrochenen Arm für mehrere Wochen aus, was umso schwerer wiegt, als mit Harry Kane auch der andere Topstürmer der Londoner für beide Partien gegen Leipzig ausfällt. Atalanta Bergamo misst sich heute mit im Achtelfinal-Hinspiel mit Valencia. Als Dritte der Serie A schafften die Lombarden den erstmaligen Einzug in die Gruppenphase und liessen dabei Inter Mailand, die AS Roma oder Milan hinter sich. Sie lieferten auf dem Weg zur besten Meisterschaftsklassierung der Vereinsgeschichte einen Steigerungslauf, nachdem sie mit nur einem Sieg aus den ersten acht Runden gestartet waren. (sda)

Im Pariser Starensemble kam Diaby in der Vorsaison wettbewerbsübergreifend auf beachtliche 34 Einsätze, stand dabei allerdings nur 13-mal in der Startformation. Zu wenig für den ehrgeizigen Offensivakteur, deshalb suchte er eine neue Herausforderung. In Leverkusen bekommt er nun nicht nur die gewünschte Spielpraxis, sondern kann sich auch auf europäischer Bühne beweisen.

Dem Pariser Trainer Thomas Tuchel schmeckte der Abgang des Toptalents allerdings nicht wirklich. «Er war nicht unbedingt damit einverstanden», verriet der Linksaussen: «Aber es war ein Entscheid, den ich selber treffen musste, und er hat das respektiert. Er sagte mir, dass die Bundesliga für mich eine sehr gute Liga sei und sehr gut zu mir passen würde.»

Nach nur einem guten halben Jahr in Deutschland fühlt sich Diaby bestätigt: «Es ist eine sehr physische Liga mit einer grossen Intensität, vielen guten Teams und guten Spielern. Im Vergleich zur Ligue 1 sind alle Spiele hier schwieriger.» Dieser Wettbewerb auf höchstem Niveau soll ihn auch einem weiteren Karriereziel näherbringen: der französischen Nationalmannschaft.