Beachvolleyball
Finalteilnahme am erst dritten gemeinsamen Turnier - Heidrich/Vergé-Dépré sorgen für Furore

Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré haben eine aufregende Woche hinter sich: Erstmals stellt das neu formierte Schweizer Beachvolleyball-Duo am World-Tour-Event im niederländischen Den Haag ihr grosses Potenzial unter Beweis und stösst bis in den Final vor.

Silvan Hartmann
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Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré verzeichnen im dritten gemeinsamen Turnier erste Erfolge.

Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré verzeichnen im dritten gemeinsamen Turnier erste Erfolge.

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«Was wir in dieser Woche geleistet haben, ist der Wahnsinn. Es war ein Mega-Turnier. Wir dürfen stolz sein auf unsere Leistung», bilanziert Heidrich. Obwohl das Turnier von Den Haag nur der dritthöchsten Kategorie der World Tour angehört, war es ausgezeichnet besetzt. Auf dem Weg in den Final bezwingen Heidrich/Vergé-Dépré gleich vier Weltklasseteams.

Nacheinander die Brasilianerinnen Larissa/Talita (Weltnummern 1), Ludwig/Walkenhorst (Olympiasiegerinnen), Sweat/Summer (derzeit stärksten Amerikanerinnen und mit Agatha/Duda ein zweites brasilianisches Topteam. Besonders der Sieg gegen Larissa/Talita bedeutet Heidrich viel.

Die 1,90m grosse Zürcherin hatte im Viertelfinal der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro mit ihrer damaligen Partnerin Nadine Zumkehr trotz Matchball gegen das Duo noch das Nachsehen (23:21, 25:27, 13:15). Eine Niederlage, an der Heidrich noch lange Zeit zu beissen hatte.

Kleiner Leistungsabfall im Final

«Es war nun das erste Aufeinandertreffen seit Rio. Das war ein sehr emotionaler Sieg. Es hat mir Gewissheit gegeben, dass auch ich sie schlagen kann», sagt Heidrich mit herzhaftem Lachen.

Trotz Erfolg: Im Siegeszug von Den Haag schwingt bei Heidrich/Vergé-Dépré auch ein wenig Enttäuschung mit. Das Spiel um den Turniersieg ging gegen das ebenfalls neu formierte brasilianische Duo Antonelli/Carol mit 17:21, 11:21 klar verloren.

«Wir konnten unsere Leistungen im Final nicht mehr abrufen», bilanzierte Vergé-Dépré. Das Duo zeigte sich im TV-Interview wenige Minuten nach der Finalniederlage sichtlich geknickt.

Gute Abstimmung als Rezept

Trotzdem darf das Schweizer Topteam, das die ersten zwei Turniere jeweils noch auf Platz 17 abschloss, mit dem zweiten Rang zufrieden sein. Am Tag nach der Finalniederlage sieht Joana Heidrich denn auch das Positive: «Wir machen weiterhin gute Fortschritte und finden uns immer besser.»

Eine gute Abstimmung mit blindem Verständnis für die Partnerin gilt als das grosse Erfolgsrezept. Anouk Vergé-Dépré, die sich infolge des Zusammenschlusses von der Angreiferin zur Verteidigerin umgewöhnen musste, habe «wahnsinnig gut gespielt.» Heidrich: «Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, genau an den Leistungen, die uns gelungen sind, anzuknüpfen.»

Dabei geht es Schlag auf Schlag: Nach einer Trainingswoche treten Heidrich/Vergé-Dépré ab dem 27. Juni im kroatischen Porec am nächsten Major-Turnier an, worauf gleich im Anschluss Anfang Juli in Gstaad das grosse Heimturnier als eines der Saisonhighlights auf dem Programm steht.