ATP-Turnier in Halle
Federer plaudert über Wimbledon und Wawrinka

Roger Federer steht zum Auftakt der Rasensaison vor einer heiklen Aufgabe: Er trifft in Halle auf Philipp Kohlschreiber. An der Medienkonferenz sprach der Baselbieter auch über den French-Open-Sieg von Stan Wawrinka.

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Roger Federers Allee in Halle.

Roger Federers Allee in Halle.

Keystone

Er postete seinen drei Millionen Twitter-Anhängern bereits einen romantischen Sonnenuntergang aus dem Gerry Weber Sportpark Hotel, versehen mit der Zeile: "Es ist schwer, sich nicht zu freuen, zurück in Halle zu sein." Und er sendete an seine Fans in aller Welt auch schon ein Foto unter einem ganz gewissen Strassenschild nahe des Centre Court der Gerry Weber Open - ein Schriftzug, eine Adresse, so unverwechselbar wie der Maestro selbst: Roger Federer an der "Roger-Federer-Allee". "Es tut gut, wieder an einem meiner Lieblingsplätze auf der Tour zu sein", sagte Federer am Samstag bei einem Pressegespräch vor den ersten Ballwechseln der 23. Auflage.

Nachfolgend Auszüge aus der Medienkonferenz mit dem siebenmaligen Gerry Weber Open-Champion und 17-maligen Grand Slam-Sieger:

Federer über den French-Open-Sieg seines Freundes Stan Wawrinka:
"Es war ein fantastischer Gesamtauftritt von Stan, ein komplett verdienter Sieg. Für mich war das auch ein sehr emotionales Erlebnis, obwohl ich zuvor im Viertelfinale gegen Stan verlor. Ich freute mich einfach, dass er sein hohes Niveau durchhielt."

Federer über die Gerry Weber Open und seine Erfolge auf Rasen:
"Ich habe hier in Halle wirklich unglaubliche Erfolge erzielt. Die Bilanz ist fantastisch, ich hätte das nie für möglich gehalten. Halle war immer der Startpunkt auch für eine gute, herausragende Wimbledon-Kampagne. Sieben Mal in Halle und sieben Mal in Wimbledon gewonnen zu haben, das ist eben kein Zufall. Ganz besonders wichtig waren die letzten Gerry Weber Open, da habe ich so richtig Fahrt aufgenommen, spielte mich in der Zeit danach wieder auf ein ganz anderes Level. Selbst auf die Finalniederlage in Wimbledon gegen Novak Djokovic blicke ich nicht zornig oder verärgert zurück. Ich machte ein gutes Spiel, war nahe dran am Sieg. Es gab viel schlimmere Niederlagen in meiner Karriere."

Federer über das Erstrundenspiel gegen Philipp Kohlschreiber:
"Es ist schade, dass gleich einer von uns raus muss. Da hätte ich mir sicher eine andere Auslosung gewünscht. Aber es ist eben auch ein guter Test für mich. Gewinne ich dieses Match, weiss ich, dass die Form stimmt. Denn Philipp kann ich nur in Topverfassung schlagen, er gehört zu den besten Rasenspielern, hat das ja auch oft genug in Halle bewiesen. Wir spielten hier schon im Viertelfinale und im Endspiel gegeneinander - nun eben in der ersten Runde."

Federer über seine Vorbereitung auf die Rasensaison:
"Ich habe nach dem Aus in Paris erst mal durchgeatmet, Zeit mit der Familie verbracht. Aber ich habe auch schon in der Schweiz auf Rasen trainiert, kam schon mit Praxis auf einem Grasplatz nach Halle. Ich gehe mit einem guten Gefühl ins Rennen hier."

Federer über die verlängerte Rasensaison und den neuen Status der Gerry Weber Open:
"Es ist gut für alle Spieler, dass wir eine Woche mehr haben zwischen den Grand Slams. Das verringert den Stress, man hat nicht dieses Gefühl der Hetzerei in dieser Saisonphase. Es ist toll für Halle, dass es jetzt in die 500er-Kategorie der ATP aufgestiegen ist - und auch wohlverdient. Ich staune immer wieder, was über die letzten Jahre aufgebaut worden ist. Das Turnier wird immer mehr zum absoluten Klassiker."

Federer über die ganz besonderen Vorzüge des Schauplatzes Halle, Westfalen:
"Es ist so wunderbar anders als anderswo im Tennis-Circuit. In Schanghai brauche ich eineinviertel Stunden vom Hotel zur Anlage, in London eine Stunde, in Paris auch mindestens eine halbe Stunde. Und hier? Bin ich in einer Minute auf dem Trainingsplatz oder dem Centre Court. Ich genieße diese Tage, ohne die Hektik der Metropolen. Es tut mir immer gut, hier zu sein. Ich tanke, trotz der Turnieraufgaben, auch stets Kraft auf."

Federer über die Titelaussichten bei den 23. Gerry Weber Open:
"Es ist ein starkes Feld, mit vielen Spielern, die sich den Pokal holen können. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass heute alles möglich ist im Welttennis. Es gibt nicht mehr diese berühmten leichten Gegner oder leichten Spiele."