Wimbledon

Federer ohne Satzverlust in dritter Runde: «Ich weiss nicht, warum ich nervös war»

Roger Federer qualifizierte sich am Wimbledon-Turnier ohne Satzverlust für die 3. Runde. Bei seinem zweiten Auftritt auf dem Centre Court bezwang der siebenfache Wimbledon-Champion nach nervösem Beginn den Serben Dusan Lajovic 7:6 (7:0), 6:3, 6:2.

Nach eineinhalb Stunden beendete Federer kurz vor 20 Uhr Ortszeit mit seinem neunten Ass das erste Duell mit der Weltnummer 79, das nicht nach dem Gusto Federers begonnen hatte. Der meistgenannte Titelfavorit hatte an diesem Sommerabend bei noch immer hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit einen Kaltstart erwischt. "Ich war zu Beginn nervös", bekannte Federer. "Warum, weiss ich nicht." Auch ein 18-facher Grand-Slam- und 92-facher Turniersieger scheint vor Nervosität nicht gefeit zu sein. "Sorgen machte ich mir deswegen aber keine, denn ich habe solche Situationen schon oft erlebt."

Die ersten sieben Punkte der Partie gingen an Lajovic, der Federer das erste Break an diesem Turnier zufügte, nachdem dieser die ersten drei Breakbälle noch abgewehrt hatte. Federer reagierte aber prompt, schaffte das Rebreak und blieb in der Folge bei eigenem Service unangetastet. Mehr Mühe bekundete er mit dem Return, bei dem ihm vor allem im ersten Satz ungewohnt viele Fehler unterliefen.

Spätestens im Tiebreak legte Federer aber seine Nervosität ab. Er schaltete einen Gang höher und verzückte das Publikum mit einigen herrlichen Gewinnschlägen. Und nach dem Gewinn des ersten Satzes fand Federer auch bei Aufschlag Lajovics immer besser den Rhythmus. "Ich bin freier und inspirierter aufgetreten und spielte je länger je besser."

Federer feiert seinen Einzug in die dritte Runde.

So kam Federer in seinem 97. Spiel in Wimbledon doch noch ungefährdet zu seinem 86. Sieg, den seine Eltern in der königlichen Loge verfolgten. In dieser hatten auch die Eltern von Tim Henman und von Kate und Pippa Middleton Platz genommen, die über die Jahre zu guten Bekannten der Familie geworden seien, wie Federer verriet. Sein früherer Coach Stefan Edberg sass wie bereits in der Auftaktpartie gegen Alexander Dolgopolow in der Box Federers.

Nun gegen einen alten Bekannten

In der nächsten Runde wartet am Samstag mit Mischa Zverev (ATP 30) ein alter Bekannter auf Federer. Der deutsche Serve-and-Volley-Spezialist setzte sich gegen den Kasachen Michail Kukuschkin nach hartem Kampf nach gut drei Stunden Spielzeit in der Nachmittagshitze mit 6:4 im fünften Satz durch und spielte danach auch noch Doppel. "Ich werde gegen Roger noch mehr als sonst alles oder nicht spielen und muss hoffen, dass er nicht seinen besten Tag erwischt", sagte Zverev.

Gegen den 29-jährigen Hamburger hatte der Baselbieter bereits auf dem Weg zu seinem Triumph am Australian Open sowie vor zwei Wochen in der 2. Runde des Turniers in Halle gespielt und ohne Satzverlust gewonnen. Vor vier Jahren gelang ihm gegen den älteren Bruder von Alexander Zverev sogar einmal ein 6:0, 6:0 auf Rasen. "Ich weiss nicht genau, was mich erwartet", sagte Federer. "Er hat jedes Mal ein wenig anders gespielt."

Um sich auf seinen Gegner vorzubereiten, wird Federer am Freitag mit einem Linkshänder trainieren. "Vor allem am Return werde ich arbeiten", sagte der Schweizer, der sich eine leichte Erkältung zugezogen hat. Ansonsten wird sich Federer in erster Linie ausruhen. "Dies ist einer der wenigen Tage im Jahr, in der das Verständnis da ist, dass ich mehr Zeit auf dem Sofa verbringe als ich mit meinen Kindern spiele."

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