Sieg in Miami
Federer lässt fast die ganze Sandsaison sausen: "Die Familie braucht mich"

Roger Federer wird bis zum French Open wohl kein Turnier mehr bestreiten. Der Fokus gilt Wimbledon - und seiner Familie, wie er nach seinem Finalsieg über Rafael Nadal in Miami erklärte. Er fühle sich überglücklich, aber ausgelaugt, so der 35-jährige Baselbieter.

aufgezeichnet von Jonas Schneeberger (sda)
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Roger Federer nimmt sich lieber eine Auszeit, als von einem Turnier ans nächste zu hetzen und dabei einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.

Roger Federer nimmt sich lieber eine Auszeit, als von einem Turnier ans nächste zu hetzen und dabei einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.

KEYSTONE/EPA/ERIK S. LESSER

Roger Federer, können Sie sich erklären, warum das Comeback dermassen gut verläuft?

"Ich kann es nicht. Beim Warm-up vor dem Final sagte ich zu Severin (Lüthi - Red.), meinem Coach: Hätte ich nur diesen Final in Miami, kein Indian Wells, kein Australian Open - ich wäre trotzdem sehr glücklich. Doch ich habe viel mehr. Es ist traumhaft auf den Courts herumzurennen und zu sehen, dass der Körper gut darauf reagiert. Ich könnte nicht glücklicher sein."

Wie geht es weiter?

"Jetzt mache ich eine Pause. Weil der Körper eine Pause braucht, der Kopf eine Pause braucht und die Familie mich braucht. Ich will bei ihr sein, darauf freue ich mich jetzt."

Das Resultat gegen Nadal sieht deutlich aus.

"Es war ein enges Spiel. Wenn du es nicht gesehen hast, nur das Resultat, denkst du vielleicht: Okay, aus einem Guss, ein paar Pausen und das wars. Das ist nicht die ganze Geschichte. 'Rafa' hatte seine Chancen im ersten und im zweiten Satz, es war knapp. Ich war wohl bei den Big Points ein bisschen besser. Warum, kann ich auch nicht sagen. Die Dinge liefen gut für mich. Ich war heute im Kampfmodus und wollte mich irgendwie über Wasser halten. Es war körperlich und mental eine auslaugende Woche."

Was haben Sie in den drei Monaten seit dem Comeback über sich gelernt?

"Dass die offensive Art, wie ich seit der Rückkehr spiele, die richtige für mich ist. Der Sieg an einem grossen Turnier wie das Australian Open gibt natürlich Selbstvertrauen, dieses hilft dir durch eine Menge harte Spiele. Ich profitiere zurzeit definitiv vom Selbstvertrauen und der richtigen Einstellung im Kopf. Ich bin in jedem Match fokussiert."

Sie sagten nach dem Final, das French Open sei das nächste Turnier. Blicken Sie schon Richtung Rasensaison?

"Im Moment denke ich eher daran mich auszuruhen, dafür zu sorgen, dass ich eine Pause kriege. Am 10. April spiele ich den 'Match for Africa', in den Wochen danach bleibe ich wohl auf Hartplätzen. Der Plan ist, zwei Wochen vor dem French Open auf Sand zu wechseln. Für mich fängt die Saison nach Paris erst richtig an. Klingt verrückt, aber so sah ich das schon immer."

Ist Wimbledon das grösste Ziel 2017?

"Wahrscheinlich schon. Wimbledon muss in der näheren Zukunft das grosse Ziel sein. Dann kommen die amerikanischen Hardcourts und dann die ATP Finals. Das French Open davor ist Zugabe. Mal sehen, was sich ergibt - überhaupt kein Druck. Die zweite Saisonhälfte hat jetzt Priorität, auch darum nehme ich eine Auszeit."

Reizt es es Sie nicht, vor Roland Garros öfter zu spielen, jetzt wo es so glänzend läuft?

"Wie gesagt, ich bin nicht mehr 24, ich muss mir meine Momente herauspicken. Ich muss auf meine Gesundheit schauen und darauf, dass ich in allen Belangen meines Lebens glücklich bin. Der Verzicht kann sich als gute Sache erweisen. Ich nehme lieber eine Auszeit und komme voller Energie und Zufriedenheit zurück, als dass ich irgendwo bin und die Leute sehen, dass ich nur weg will. So einer will ich nicht sein, wirklich nicht."

Nur Jimmy Connors und Ivan Lendl haben mehr Turniere gewonnen als Sie mit ihren 91. Haben Sie das im Kopf?

"Es wäre schön, 100 zu schaffen - einfach, weil es eine schöne Zahl ist. Aber ich suche mir deswegen keine kleinen Turniere aus. Wie gesagt, die Gesundheit kommt vor jedem Rekord."

Alle Turniersiege Roger Federers:

103. Titel, Basel 2019 Alex de Minaur, 6:2, 6:2
103 Bilder
102. Titel, Halle 2019 David Goffin 7:6, 6:1
101. Titel, Miami 2019 John Isner, 6:1, 6:4
100. Titel, Dubai 2019 Stefanos Tsitsipas, 6:4, 6:4
99. Titel, Basel 2018 Marius Copil, 7:6, 6:4
98. Titel, Stuttgart 2018, Milos Raonic, 6:4, 7:6
97. Titel, Rotterdam 2018, Grigor Dimotrov, 6:2, 6:2
96. Titel, Melbourne 2018 Marin Cilic, 6:2, 6:7, 6:3, 3:6, 6:1
95. Titel, Basel 2017 Juan Martin del Potro, 6:7,6:4,6:3
94. Titel, Shanghai 2017 Rafael Nadal, 6:4, 6:3.
93. Titel, Wimbledon 2017 Marin Cilic, 6:3, 6:1, 6:4
92. Titel, Halle 2017 Alexander Zverev, 6:1, 6:3
91. Titel, Miami 2017 Rafael Nadal, 6:3, 6:4
90. Titel, Indian Wells 2017 Stan Wawrinka, 6:4, 7:5.
89. Titel, Australian Open 2017 Rafael Nadal, 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3.
88. Titel, Basel 2015 Rafael Nadal, 6:3, 5:7, 6:3.
87. Titel, Cincinnati 2015 Novak Djokovic, 7:6 (7:1), 6:3.
86. Titel, Halle 2015 Andreas Seppi, 7:6 (7:1), 6:4
85. Titel, Istanbul 2015 Pablo Cuevas, 6:3, 7:6 (13:11)
84. Titel, Dubai 2015 Novak Djokovic, 6:3, 7:5.
83. Titel, Brisbane 2015 Milos Raonic, 6:4, 7:6, 6:4. - Es war Federers 1000. ATP-Karriere-Sieg.
82. Titel, Basel 2014 David Goffin, 6:2, 6:2.
81. Titel, Schanghai 2014 Gilles Simon, 7:6 (8:6), 7:6 (7:2)
80. Titel, Cincinnati 2014 David Ferrer, 6:3, 1:6, 6:2.
79. Titel, Halle 2014 Alejandro Falla, 7:6, 7:6
78. Titel, Dubai 2014 Tomas Berdych, 3:6, 6:4, 6:3.
77. Titel, Halle 2013 Michail Juschni, 6:7 (5:7), 6:3, 6:4.
76. Titel, Cincinnati 2012 Novak Djokovic, 6:0, 7:6 (9:7)
75. Titel, Wimbledon 2012 Andy Murray 4:6, 7:5, 6:3, 6:4
74. Titel, Madrid 2012 Tomas Berdych 3:6, 7:5, 7:5.
73. Titel, Indian Wells 2012 John Isner, 7:6, 6:3.
72. Titel, Dubai 2012 Andy Murray, 7:5 6:4.
71. Titel, Rotterdam 2012 Juan Martin Del Potro, 6:1, 6:4.
Federer feiert 2011 an den ATP World Tour Finals in London den 70. Titel im 100. Final Jo-Wilfried Tsonga, 6:3, 6:7, 6:3
69. Titel in Paris-Bercy Jo-Wilfried Tsonga, 6:1, 7:6
68. Titel in Basel 2011 Kei Nishikori, 6:1, 6:3
67. Titel in Doha 2011 Nikolay Davydenko, 6:3, 6:4
66. Titel an den World Tour Finals in London 2010 Rafael Nadal, 6:3, 3:6, 6:1
65. Titel in Basel 2010 Novak Djokovic, 6:4, 3:6, 6:1
64. Titel in Stockholm 2010 Florian Mayer, 6:4, 6:3
63. Titel in Cincinnati 2010 Mardy Fish, 6:7, 7:6, 6:4
62. Titel: Federer gewinnt die Australian Open 2010 Andy Murray, 6:3, 6:4, 7:6
61. Titel in Cincinnati 2009 Novak Djokovic, 6:1, 7:5
60. Titel: Wimbledon 2010 Andy Roddick, 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14
59. Titel: Ein emotionaler Titel! Federer gewinnt 2009 endlich die French Open in Paris Robin Söderling, 6:1, 7:6, 6:4
58. Final in Madrid 2009 Rafael Nadal, 6:4, 6:4
57. Final in Basel 2008 David Nalbandian, 6:3, 6:4
56. Titel: Federer gewinnt die US Open 2008 Andy Murray, 6:2, 7:5, 6:2
55. Titel in Halle 2008 Halle. Philipp Kohlschreiber, 6:3, 6:4
54. Titel in Estoril 2008 Nikolay Davydenk0, 7:6, 1:2 (w.o.)
53. Titel in Schanghai 2007 David Ferrer, 6:2, 6:3, 6:2
52. Titel in Basel 2007 Jarkko Nieminen, 6:3, 6:4
51. Titel: US Open-Sieg 2007 Novak Djokovic, 7:6, 7:6, 6:4
50. Titel in Cincinnati 2007 James Blake, 6:1, 6:4
49. Titel: Skpektakulärer Wimbledon-Triumph 2007 Rafael Nadal, 7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2
48. Titel in Hamburg 2007 Rafael Nadal, 2:6, 6:2, 6:0
47. Titel in Dubai 2007 Mikhail Juschni, 6:4, 6:3
46. Titel: Federers Sieg an den Australian Open 2007 Fernando Gonzalez, 7:6, 6:4, 6:4
45. Titel in Schanghai 2006 James Blake, 6:0, 6:3, 6:4
44. Titel in Basel 2006 Fernando Gonzalez, 6:3, 6:2, 7:6.
43. Titel in Madrid 2006 Fernando Gonzalez, 7:5, 6:1, 6:0
42. Titel in Tokio 2006 Tim Henman, 6:3, 6:3
41. Titel: Federer gewinnt 2006 auch die US Open Andy Roddick, 6:2, 4:6, 7:5, 6:1
40. Titel in Toronto 2006 Richard Gasquet, 2:6, 6:3, 6:2
39. Titel, Federer gewinnt 2006 Wimbledon Rafael Nadal, 6:0, 7:6, 6:7, 6:3
38. Titel in Hamburg 2006 Tomas Berdych, 6:0, 6:7, 6:2
37. Titel in Miami 2006 Ivan Ljubicic, 7:6, 7:6, 7:6
36. Titel in Indian Wells 2006 James Blake, 7:5, 6:3, 6:0
35. Titel: Ein emotionaler Titel: Federer gewinnt 2006 die Australian Open Marcos Baghdatis, 5:7, 7:5, 6:0, 6:2
34. Titel in Doha 2006 Gaël Monfils, 6:3, 7:5
33. Titel in Bangkok 2005 Andy Murray, 6:3, 7:5
32. Titel: Federer gewinnt 2005 die US Open Andre Agassi, 6:3, 2:6, 7:6, 6:1
31. Titel in Cincinnati 2005 Andy Roddick, 6:3, 7:5
Federer gewinnt Wimbledon 2005, sein 30. Titel Andy Roddick, 6:2, 7:6, 6:4
29. Titel in Halle 2005 Marat Safin, 6:4, 6:7, 6:4
28. Titel in Hamburg 2005 Richard Gasquet, 6:3, 7:5, 7:6
27. Titel in Miami 2005 Rafael Nadal, 2:6, 6:7, 7:6, 6:3, 6:1
26. Titel in Indian Wells 2005 Lleyton Hewitt, 6:2, 6:4, 6:4
25. Titel in Dubai 2005 Ivan Ljubicic, 6:1, 6:7, 6:3
24. Titel in Rotterdam 2005 Ivan Ljubicic, 5:7, 7:5, 7:6
23. Titel in Doha 2005 Ivan Ljubicic, 6:3, 6:1
22. Titel in Houston 2004 Lleyton Hewitt, 6:3, 6:2
21. Titel in Bangkok 2004 Andy Roddick, 6:4, 6:0
Federer gewinnt zum ersten Mal die US Open, sein insgesamt 20. Titel Lleyton Hewitt, 6:0, 7:6, 6:0
19. Titel in Toronto 2004 Andy Roddick, 7:5, 6:3
18. Titel in Gstaad 2004 Igor Andrejev, 6:2, 6:3, 5:7, 6:3
Der zweite Wimbledon-Titel 2004: Sein insgesamt 17. Titel Andy Roddick, 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
16. Titel in Halle 2004 Mardy Fish, 6:0, 6:3
15. Titel in Hamburg 2004 Guillermo Coria, 4:6, 6:4, 6:2, 6:3
14. Titel in Indian Wells 2004 Tim Henman, 6:3, 6:3
13. Titel in Dubai 2004 Feliciano Lopez, 4:6, 6:1, 6:2
Der erste Autralian Open-Sieg: Jahr 2004, sein 12. Titel Marat Safin, 7:6, 6:4, 6:2
11. Titel in Houston 2003 Andre Agassi, 6:3, 6:0, 6:4
10. Titel in Wien 2003 Carlos Moya, 6:3, 6:3, 6:3
Federers erster Grand Slam-Sieg: Wimbledon 2003 Mark Philippoussis, 7:6, 6:2, 7:6
8. Titel in Halle 2003 Nicolas Kiefer, 6:1, 6:3
7. Titel in München 2003 Jarkko Nieminen, 6:1, 6:4
6. Titel in Dubai 2003 Jiri Novak, 6:1, 7:6
5. Titel in Marseille 2003 Jonas Bjorkman, 6:2, 7:6
4. Titel in Wien 2002 Jiri Novak, 6:4, 6:1, 3:6, 6:4
3. Titel in Hamburg 2002 Marat Safin, 6:1, 6:3, 6:4
2. Titel in Sydney 2002 Juan Ignacio Chela, 6:3, 6:3
Roger Federers erster Titel auf der ATP-Tour, Mailand 2001 Julien Boutter, 6:4, 6:7, 6:4

103. Titel, Basel 2019 Alex de Minaur, 6:2, 6:2

Georgios Kefalas / KEYSTONE

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