Europa League
FCB-Fischer vor Belenenses-Spiel: «Rache? Das ist mir zu hart»

Vor dem Rückspiel in Lissabon gegen Belenenses gibt es für den FCB-Trainer viel zu lachen. Dabei ist die Partie eine ernste Angelegenheit – es geht um viel, um sehr viel.

Sebastian Wendel, Lissabon
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Urs Fischer will gegen die Portugiesen drei Punkte.

Urs Fischer will gegen die Portugiesen drei Punkte.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

So viel gelacht wie in Lissabon wurde selten an einer Pressekonferenz des FC Basel. Der Grund: Der Übersetzer. Ein älterer, charmanter, aber sehr stolzer Herr, der sich wehrte gegen die Zweifel der portugiesischen Journalisten an seiner Übersetzer-Fähigkeit. Also nahm er die Fäden selber in die Hand und dirigierte die Journaille sowie die anwesende FCB-Delegation durch die Pressekonferenz.

Auch Urs Fischer erlag dem Witz des «tradutor» (portugiesisch für Übersetzer) und musste einige Male laut lachen. Linksverteidiger Behrang Safari sprach im Nachhinein von der «lustigsten Pressekonferenz meiner Karriere».

Dabei war der Inhalt der Fragen alles andere als lustig, schliesslich ist die heutige Partie sowohl für den FCB als auch für Belenenses wegweisend. Für den FCB gilt: Gewinnt er, ist das Überwintern in der Europa League praktisch gesichert. Setzt es auch im Rückspiel gegen die Portugiesen eine Niederlage, gerät das Weiterkommen in ernsthafte Gefahr – in zwei Wochen ist der Serie-A-Leader Fiorentina im Joggeli zu Gast und zum Schluss der Gruppenphase steht der schwere Gang nach Posen an, wo ein Hexenkessel mit fanatischen Fans den FCB erwartet.

Fischer will die drei Punkte

Also sagt Urs Fischer: «Wir wollen diese drei Punkte – und wir brauchen sie.» Trotz der überraschenden 1:2-Heimpleite vor zwei Wochen gegen die gleiche Mannschaft sieht der FCB-Trainer die Favoritenrolle immer noch bei seiner Mannschaft: «Wir sind Tabellenführer. Wenn wir uns dieses Mal 90 Minuten an unseren Plan halten und nicht so nachlassen wie in Basel, sollte es gut kommen.»

Überrascht hat der erste Auswärtssieg von Belenenses in einer Europacup-Gruppenphase auch die portugiesischen Journalisten. Sie wollten von Fischer wissen, ob der FCB auf «Rache» sinne, weil er im Stolz gekränkt sei. Fischer machte grosse Augen und antwortete: «Rache? Der Ausdruck ist mir zu hart. Wir wollen Revanche, wir wollen siegen.»

Behrang Safari erwartet 90 hart umkämpfte Minuten: «Es wird zäh, es wird ein Kampf. Darauf müssen wir uns einstellen.» Solche Fehler wie im Hinspiel seien verboten – denn dass Belenenses fähig ist, Fehler zu bestrafen, habe der FCB schmerzhaft erfahren müssen.

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