Urs Fischer schüttelt den Kopf. Nein, die verletzten Spieler werden nicht mit nach Vaduz reisen. Auch wenn der FC Basel dort eventuell Meister werden könnte. «Wir machen kein Betriebsausflügli, wir nehmen das alles sehr ernst», sagt der Cheftrainer. 

Auch deshalb hat sich Fischer am Donnerstagabend das Spiel zwischen dem FC Thun und dem FC Vaduz vor Ort angeschaut und konnte Schlüsse daraus ziehen: «Vaduz ist eine Mannschaft, die nicht nachlässt (die Vaduzer erzielten in der 88. Minute den Ausgleich, Anm. d. Red.), das haben sie auch schon gegen YB gezeigt, als sie das 0:2 aufholten und am Ende trotz 2:5-Rückstand noch an ein 4:5 errangen.» Dies zeige, dass die Mannschaft bis am Ende kämpfen werde.  

Fischer betont auch, dass es ein schweres Spiel werde. «Im letzten Spiel gegen Vaduz haben wir eine gute Leistung gezeigt, nur das Pausenresultat stimmte nicht (Vaduz lag zur Pause 1:0 vorne, verlor am Ende aber 1:5, Anm. d. Red.).» In den beiden Spielen zuvor, besonders in jenem in Vaduz, hätten sie dem FCB das Leben aber schwer gemacht. Und auch wenn der Gegner vom Sonntag (ab 16 Uhr im Liveticker) gegen den Abstieg kämpft, werde man dieses Spiel vorbereiten wie jedes andere Spiel auch. Und auch, wenn ein Sieg gegen Vaduz gleichbedeutend mit dem Titel sein könnte. 

«Das sind wir uns schuldig»

«Wir verschwenden keinen Gedanken an ‹was wäre wenn›. Natürlich könnte es für mich etwas Neues sein. Aber die Saison ist erst am 25. Mai vorbei. Und bis dann wollen wir es mit Anstand zu Ende bringen. Das sind wir uns, den Zuschauern, und allen anderen Beteiligten schuldig.»

Ausserdem gibt es in Fischers Augen noch weitere Gründe, um ganz normal weiter zu spielen, schliesslich gehe es um Prämien, Einsatzminuten und die Möglichkeit für den Einen oder Anderen, sich präsentieren zu können. «Es geht uns nicht um Rekorde, da haben wir Gescheiteres zu tun.»

Allem voran darum, am Sonntag einen möglichen YB-Ausrutscher auszunutzen. Gewinnen die Berner nicht gegen den FC Zürich, dann kann der FCB Meister werden, wenn er denn mehr Punkte holt als die Berner. Speziell ist, dass die Basler vor Anpfiff ihres eigenen Spiels wissen werden, wie viele Punkte YB geholt hat. Die Berner spielen um 13.45 Uhr, Basel erst um 16 Uhr. 

Kein Handy-Verbot

«Wie wir das Spiel von YB verfolgen, wird sich zeigen. Wir sind dann eigentlich bereits in der Vorbereitung unseres Spiels. Aber wir werden das Resultat sicher mitbekommen», sagt Fischer. Doch wer ist «wir»? Der Trainerstab? Oder auch die Spieler? Dürfen die vor Beginn ihres Spiels wissen, was der Konkurrent gemacht hat? «Ich werde nicht sagen können, dass sie es nicht wissen dürfen. Mit den heutigen Mitteln werden sie es in Erfahrung bringen.»

Das dürfte Fischer aber ziemlich egal sein, wenn seine Mannschaft am Ende abliefert. «Wir schauen nur auf uns und nicht auf den Gegner. Das haben wir die ganze Saison schon so gemacht.» Und sie sind damit nicht schlecht gefahren.