FC Basel
Liam Millar wird immer besser und sagt: «Ich bin hier, um Titel zu gewinnen»

Der 21-Jährige Kanadier Liam Millar macht beim 3:3 gegen den FC Zürich ein sehr starkes Spiel. Anschliessend spricht er zu den Medien und kündigt unter anderem an, noch besser zu werden.

Jakob Weber aus Zürich
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Liam Millar jubelt mit Assistgeber Arthur Cabral über sein 3:2.

Liam Millar jubelt mit Assistgeber Arthur Cabral über sein 3:2.

Michael Buholzer / KEYSTONE

Liam Millar lässt den Blick gar nicht mehr ab, während er um die Werbebande auf die Tartanbahn läuft. Sekundenlang starrt er in den Gästesektor. Kein Wunder, denn dort liegen die freudetrunkenen FCB-Fans übereinander. Der Grund ist Millars 3:2 gegen den Erzrivalen aus Zürich. Der Kanadier hatte seinen starken Auftritt in der 63. Minute mit einem Tor gekrönt und anschliessend mit dem ganzen Team vor den mitgereisten Fans gejubelt. «In diesem Moment dachte ich, wir gewinnen», sagt Millar später. Und der 21-Jährige, der im Sommer von der Reserve des FC Liverpool nach Basel kam, war kurz davor Matchwinner zu werden.

Doch nach Abpfiff ist auch Millar enttäuscht. «Herzzerbrechend» sei das Erlebte. «Wir treffen zum 4:2, wir jubeln minutenlang, dann zählt das Tor nicht und dann treffen sie noch zum Ausgleich», fasst Millar die unfassbaren Szenen in der Nachspielzeit trocken zusammen. «Das ist Fussball», sagt er und versprüht bei diesen Worten fast schon wieder die gleiche Freude am Spiel, die er schon zuvor auf dem Rasen gezeigt hatte.

Vorne wie hinten ist Millar an diesem Samstagabend im Letzigrund auffällig. Fast jeder gefährliche Angriff läuft über ihn und er ist sich auch nicht zu schade, in der Defensive Räume zuzulaufen und Bälle zurückzuerobern. «Wir müssen auf das Positive schauen. Wir haben gut gespielt und gezeigt, dass wir ein gutes Team sind, auch wenn wir unter der Woche gegen einen Drittligisten verloren haben», bilanziert Millar.

Ob dieses Spiel sein bestes im FCB-Trikot war, wird er gefragt. «Vielleicht», antwortet er mit einem Grinsen. Denn der Kanadier brauchte nach seinem Wechsel doch etwas Anlaufzeit. «Es war schwierig. Die neue Sprache, der andere Spielstil im Vergleich zur dritten englischen Liga, in der ich zuvor spielte. All das war anders und ich musste mich erst adaptieren», so Millar. Doch mittlerweile scheint er in Basel, wo er einen Vertrag bis 2025 unterschrieben hat, so richtig angekommen zu sein.

Doch mit regelmässigen Einsatzzeiten und Torbeteiligungen gibt sich Millar nicht zufrieden. «Ich habe mich in den letzten vier Monaten zwar gut entwickelt. Aber vor allem im letzten Drittel, beim letzten Pass, kann ich noch besser werden. Ich kam hier, um Titel zu gewinnen. Ich will ein Gewinner sein», sagt er und ergänzt, dass er als Fussballer die grossen Spiele machen will. Kurzfristig sind das Duelle wie jenes gegen den FCZ. Langfristig liebäugelt aber auch Millar mit der Champions League.

Die Bilder zum Spiel:

Vor dem Spiel ahnt noch keiner, welches Spektakel in den kommenden 90 Minuten der FCZ und der FCB abliefern würden.
28 Bilder
Die FCB-Fans zünden bereits vor Anpfiff. Es wird nicht das letzte Mal sein.
Augen zu und durch: Der Klassiker startet intensiv und ohne Abtasten.
Der FC Basel ist oftmals einen Schritt schneller, hier beispielsweise Arthur Cabral.
Auch Dan Ndoye enteilt seinem Gegenspieler. Doch der FC Zürich hält dagegen.
Blerim Dzemaili bittet Arthur Cabral zum Tanz. Der FCB schwingt in der ersten Halbzeit obenauf.
Denn der FCB hat die besseren Chancen. Liam Millar scheitert an Yanick Brecher.
Der FCZ kommt auch zu Chancen, doch sie sind bei Weitem nicht so gefährlich.
Und dann kommt der grosse Auftritt von Arthur Cabral. Er legt sich den Ball zurecht...
... schiesst aus grosser Distanz...
... und jubelt über seinen Prachtstreffer zum 1:0.
Mit ihm jubeln die Basler über die verdiente Führung gegen den FC Zürich.
Nach der Pause ist es nicht nur umkämpft, sondern auch spektakulär.
Nikola Boranijasevic geht im Strafraum vergessen und erzielt den Ausgleich kurz nach der Pause.
Zusammen mit Dzemaili feiert er.
Doch im direkten Gegenangriff ist es Dan Ndoye, der schon wieder die Basler Führung erzielt.
Arme raus, Brust raus, jubeln.
Doch wieder nur ein paar Minuten später sitzt Fabian Frei enttäuscht am Boden.
Der Routinier ist voller Entschlossenheit. Und erzielt dennoch ein Eigentor.
Frei ist enttäuscht, Heinz Lindner holt den Ball aus den Maschen.
Doch nach 63 Minuten jubelt erneut der FCB, weil Liam Millar die Führung zum 3:2 erzielt.
Der Gästesektor steht Kopf...
... und FCZ-Trainer Andre Breitenreiter gibt ein kurzes Stossgebet ab.
Doch das Spiel ist noch nicht vorbei. Das Geschehen wird immer hitziger.
Der FCB jubelt zum 4:2, doch es wird aberkannt. Im Gegenzug köpft Ceesay zum 3:3 ein.
Es ist der Schlusspunkt in diesem wahnsinnigen Spiel.
Patrick Rahmen holt mit seinem Team zwar einen Punkt. Und ist dennoch ein gefühlter Verlierer.
Auch nach Spielschluss gibt es noch Rudelbildungen. Das Spiel wird noch lange zu reden geben.

Vor dem Spiel ahnt noch keiner, welches Spektakel in den kommenden 90 Minuten der FCZ und der FCB abliefern würden.

Andy Mueller / freshfocus

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