Frauenfussball
«Fairness und Freundschaftlichkeit» - Die Saison der Frauen kann losgehen

Die FCZ-Frauen sind nach einer titellosen Saison hungrig, YB setzt auf ein junges Team und die Aarauerinnen wollen überraschen. Die «Nordwestschweiz» hat vor dem Saisonstart vom Samstag bei den acht NLA-Klubs den Puls gefühlt

Nicola Imfeld
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Von links nach rechts: Rachel Rinast (Basel), Veronika Emini (Lugano), Rahel Tschopp (Luzern), Mirjam Betschart (GC), Lara Jenzer (Aarau), Alison Fallet (Yverdon), Florijana Ismaili (YB), Barla Deplazes (Zürich).

Von links nach rechts: Rachel Rinast (Basel), Veronika Emini (Lugano), Rahel Tschopp (Luzern), Mirjam Betschart (GC), Lara Jenzer (Aarau), Alison Fallet (Yverdon), Florijana Ismaili (YB), Barla Deplazes (Zürich).

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1. Wo hat die Nationalliga A im Vergleich mit der Super League die Nase vorn?

Mirjam Betschart, GCZ: Bei uns Frauen ist der Fussball ein Hobby. Wir investieren viel Zeit dafür und sind mit ganzem Herzen dabei. Das merkt man auf dem Feld.

Rahel Tschopp, FC Luzern: Fairness und Freundschaftlichkeit. Diese zwei Attribute heben uns von der Super League ab.

Veronika Emini, Lugano Femminile: Bei uns geht es um Spass und nicht ums Geldverdienen wie bei vielen Fussballern. Deshalb entstehen bei uns auch viel engere Freundschaften zu Gegenspielerinnen. Das finde ich sehr schön.

Rachel Rinast, FC Basel: Ich vergleiche uns Frauen nicht gerne mit den Männern. Die machen ihr Ding, wir unseres. Ich hoffe einfach auf viele Fans. Wir Spielerinnen werden den Zuschauern viel Kampf und Herzblut bieten.

Lara Jenzer, FC Aarau: Wir sind schöner und attraktiver als die Männer (lacht). Und bei uns wird kein Theater auf dem Feld gemacht, wir gehen fair miteinander um.

Alison Fallet, Yverdon Feminin: Da gibt es einige Dinge (lacht). Wir simulieren weniger als die Männer, haben zudem die bessere Technik und diskutieren nicht mit dem Schiedsrichter.

Florijana Ismaili, YB: Bei den Männern gibt es viel mehr Spielunterbrüche als bei uns, weil sie immer reklamieren oder sich am Boden wälzen. Die meisten Frauenteams zeigen einen attraktiven, schnörkellosen Offensivfussball.

Barla Deplazes, FCZ: In der Nationalliga A haben wir eine familiäre Atmosphäre, auf und ums Spielfeld herum. Und ich denke, dass wir technisch den Männern überlegen sind.

2. Wie lautet das Saisonziel Ihres Vereins?

Mirjam Betschart, GCZ: Realistisch gesehen müsste unser Ziel ein Platz im Mittelfeld, irgendwo zwischen Rang drei und fünf sein. Aber ich persönlich möchte mehr. Es wäre toll, wenn wir die «Grossen» etwas kitzeln könnten. Aber GC hat eine junge Equipe. Wir haben einen langen Weg vor uns.

Rahel Tschopp, FC Luzern: Wir streben einen Platz im oberen Mittelfeld an. Wenn wir es aufs Treppchen schaffen würden, wäre das ein Riesenerfolg. Um dies zu erreichen, müssen wir vor allem gegen die vermeintlich kleinen Gegnerinnen punkten.

Veronika Emini, Lugano Femminile: So viele Spiele wie möglich zu gewinnen, um am Ende in der Tabelle weit oben zu stehen. Der Schweizer Cup interessiert uns natürlich speziell. In diesem Wettbewerb haben wir eine reelle Chance.

Rachel Rinast, FC Basel: Wenn man kleine Brötchen backen will, ist man im Fussball falsch aufgehoben. Deswegen streben wir das Double an, also den Gewinn der Meisterschaft und des Cups.

Die Saison der Frauen beginnt am Samstag

Die Saison der Frauen beginnt am Samstag

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Lara Jenzer, FC Aarau: Ich möchte die Meisterschaft gewinnen. Das ist mein Traum. Aber realistisch gesehen müssen wir als Aufsteigerinnen den Ligaerhalt anstreben. Es ist wichtig, dass wir als Team funktionieren und kein Verletzungspech haben.

Alison Fallet, Yverdon Feminin: Zu allererst wollen wir viele Punkte sammeln, um möglichst schnell aus der Gefahrenzone zu kommen. Wenn uns dies gelingt, könnten wir den Blick nach oben richten. Wer weiss, im Fussball ist alles möglich.

Florijana Ismaili, YB: Die Top 4. Ich würde aber auch gegen eine Platzierung weiter oben nichts einzuwenden haben (lacht). Es wird entscheidend sein, dass wir nicht wieder Punkte gegen die vermeintlich schwächeren Gegnerinnen verlieren werden wie in der vergangenen Saison.

Barla Deplazes, FCZ: Wir wollen das Double gewinnen. In dieser Spielzeit werden wir wieder die Gejagten sein. Jedes Team will uns das Leben schwer machen. Deshalb wird die Liga sicherlich kein Selbstläufer.

3. Wer sind die Favoritinnen?

Mirjam Betschart, GCZ: Wenn es nach Papierform geht, duellieren sich die FCZ-Frauen und die Baslerinnen um beide Trophäen. Das Überraschungsteam könnten die Aufsteigerinnen aus Aarau werden. Sie haben eine gute Mischung.

Rahel Tschopp, FC Luzern: Für mich zeichnet sich ein Zweikampf zwischen dem FC Basel und den FC Zürich Frauen ab. Beide Teams haben erfahrene Spielerinnen aus dem Ausland in ihren Reihen. Ich rechne aber auch mit YB. Bei ihnen spielen hervorragende Talente. Und sie konnten in der abgelaufenen Spielzeit den FCZ bezwingen.

Veronika Emini, Lugano Femminile: Die Zürcherinnen haben sich mit mehreren Schweizer Nationalspielerinnen verstärkt. Sie sind die Kronfavoritinnen in dieser Spielzeit, wie immer eigentlich. Ich hoffe aber auf eine ausgeglichene und spannende Saison.

Rachel Rinast, FC Basel: Die FC Zürich Frauen sind die glasklaren Favoritinnen in beiden Wettbewerben. Die anderen Teams sind für mich schwierig einzuschätzen, da ich ein Liga-Neuling bin. Meine Teamkolleginnen haben mir erzählt, dass die Spiele gegen GC besonders tückisch sind.

Lara Jenzer, FC Aarau: Die FCZ-Frauen. Sie sind auch gleich unsere ersten Gegnerinnen. Im Gegensatz zur abgelaufenen Saison haben sie nochmals an Substanz gewonnen und viele, erfahrene Spielerinnen geholt. Ich traue aber auch YB einiges zu. Sie haben ein interessantes Kader.

Alison Fallet, Yverdon Feminin: Es gibt nur eine Equipe, die für den Meistertitel ernsthaft infrage kommt: Die FCZ-Frauen. Sie sind technisch herausragend und haben eine schöne Spielweise. Ausserdem werden sie nach ihrer titellosen Saison hungrig sein. Und ihre Neuzugänge machen sie nur noch stärker.

Florijana Ismaili, YB: Da müssen Sie nur die getätigten Transfers in der Sommerpause betrachten. Die FCZ-Frauen sind mit ihren Nationalspielerinnen die klaren Favoritinnen.

Barla Deplazes, FCZ: Ich rechne mit zwei starken Gegnerinnen: Basel und YB. Beim FCB weisen viele Spielerinnen Bundesliga-Erfahrung auf. Und die Frauen von YB haben ein junges, talentiertes Team. Wir haben letzte Saison gegen sie in Bern verloren. In dieser Spielzeit sind wir vorgewarnt.