Ski alpin

Fabienne Suter hört mit dem Spitzensport auf: «Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen»

Hat nach 15 Jahren im Weltcup genug: Fabienne Suter

Hat nach 15 Jahren im Weltcup genug: Fabienne Suter

Fabienne Suter hat sich im Alter von 32 Jahren zum Rücktritt entschieden. Die Schwyzerin, die ihr Weltcup-Debüt im Dezember 2002 in Val d'Isère gegeben hatte, stand auf oberster Stufe 20-mal auf dem Podest, davon viermal als Siegerin.

In der abgelaufenen Saison kämpfte Fabienne Suter wie so oft in ihrer Karriere mit Verletzungspech. Nach einer Meniskus-Operation Anfang Dezember musste sie gar um die Teilnahme an der Heim-WM in St. Moritz bangen. Mit dem 7. Rang in der Abfahrt von Garmisch – ihrem einzigen Top-10-Platz im vergangenen Weltcup-Winter – qualifizierte sich die Innerschweizerin zwar für die Titelkämpfe im Engadin.

Aber auch an ihrem achten Grossanlass blieb sie ohne Glück und Einzel-Medaille. Nach zwei 2. Plätzen in den Abfahrtstrainings gehörte Suter zum Kreis der Mitfavoritinnen. Doch nach dem 7. Rang im Rennen musste sie erkennen, «dass ich die Medaille ein weiteres Mal vergeigt habe». Zusammengezählt klassierte sie sich an den Olympischen Spielen in Whistler und Sotschi sowie an sechs Weltmeisterschaften nicht weniger als zehnmal in den ersten zehn.

Suters Aussage, dass «Grossanlässe wirklich nicht mein Ding» waren, erstaunt deshalb nicht. Auch die kommenden Winterspiele in Südkorea erschienen ihr folglich kaum verlockend: «Eher im Gegenteil. Bei einer Saison ohne Olympia hätte ich mir ein Weitermachen vielleicht sogar noch eher überlegt.»

Vier Siege im Weltcup

Vier Rennen konnte Fabienne Suter in ihrer Weltcup-Karriere gewinnen: im Frühjahr 2008 in Sestriere und Bormio je einen Super-G, in der Saison darauf eine Abfahrt in Bansko und im Januar 2012 in Bad Kleinkirchheim erneut einen Super-G. Ihren 20. und letzten Podestplatz erreichte die aus Sattel stammende Schwyzerin im März 2016 beim Weltcup-Finale in St. Moritz.

Der 2. Rang in der Abfahrt war der Abschluss einer starken Saison mit fünf Top-3-Platzierungen. In der Abfahrts-Wertung reichte es ihr hinter der amerikanischen Speed-Queen Lindsey Vonn zum 2. Rang. «Das war für mich das grösste Highlight meiner Karriere», so Suter im Rückblick.

Ein Bedauern darüber, dass ihr der ganz grosse Sieg oder eben eine Olympia- oder WM-Medaille verwehrt geblieben ist, empfindet sie nach ihrem Entscheid zum Rücktritt nicht im Geringsten: «Ich habe oft darüber nachgedacht, denn natürlich hätte ich am jeweiligen Grossanlass nur allzu gerne eine Medaille gewonnen.» Doch über ihre 15 Jahre im Ski-Weltcup gesehen, die nicht immer einfach gewesen seien, müsse sie sich «sehr, sehr glücklich schätzen, was ich doch noch alles erleben durfte. Als junge Athletin, die noch nichts beweisen konnte, stand bei mir alles auf der Kippe.»

Mit ihrer Aussage nimmt Suter, die Anfang der Nullerjahre zu den grössten Schweizer Nachwuchshoffnungen gehört hatte, Bezug auf die im August 2003 erlittene Knieverletzung. Bei dem verhängnisvollen Sturz im Abfahrtstraining im argentinischen Las Leñas erlitt sie eine Fraktur des äusseren Schienbein-Plateaus im linken Knie. Diese Verletzung hatte eine mehr als einjährige Zwangspause zur Folge. Von einigen Ärzten war Suter sogar der Abbruch ihrer Karriere empfohlen worden.

Zukunft kaum im Büro

Schon vor ihrem jetzigen Entscheid gab es zwei, drei Momente, in welchen Fabienne Suter Rücktritts-Gedanken hegte. Doch im Frühling, mit einigen Wochen Abstand zur Saison, sei jeweils die Lust aufs Skifahren und Sich-Quälen zurückgekommen. «Dieses Mal war da aber gar nichts. Ich bin froh, dass ich so klar merkte, dass der Zeitpunkt gekommen ist. Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen.»

Welcher Tätigkeit sie in Zukunft nachgehen wird, weiss Suter, die sich trotz abgeschlossener KV-Lehre «kaum in einem Büro» sieht, allerdings noch nicht im Detail. Wie in den letzten zwei Jahren schon wird die Schwyzerin in den Sommermonaten im Seilpark Rigi in Küssnacht auf dem dazugehörenden Bauernhof und im Restaurant arbeiten. Dies gebe ihr die nötige Zeit, ihre Zukunft zu planen.

15 Jahre im Ski-Weltcup nicht immer einfach gewesen seien, «nehme ich vor allem die positiven Erinnerungen, Emotionen und ganz viele schöne Begegnungen mit in meinen neuen Lebensabschnitt», so Suter. Welcher Tätigkeit sie in Zukunft nachgehen wird, weiss sie allerdings noch nicht im Detail. Wie in den letzten zwei Jahren wird die Schwyzerin in den Sommermonaten im Seilpark Rigi in Küssnacht arbeiten. Dies gebe ihr die nötige Zeit, ihre Zukunft zu planen.

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