Basketball

Europas Altmeister sagt Adieu - Dirk Nowitzki hört auf

Dirk Nowitzkis letztes Spiel für Dallas kam nicht ohne Sentimentalitäten aus.

Mit 40 Jahren tritt Dirk Nowitzki vom zurück. Damit verliert die NBA eine wichtige internationale Attraktion und die Dallas Mavericks ihren loyalsten Spieler.

«One! More! Year!», so hallt es Dienstagnacht durch die American-Airlines-Arena. Es ist ein letzter, fast rührender Versuch des Anhangs der Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki zum Weitermachen zu bewegen.

Doch die Entscheidung des «German Wunderkind» ist gefallen, Nowitzki tritt mit 40 Jahren zurück, sein lädierter Fuss hält den Belastungen einer NBA-Saison nicht mehr Stand. Per Stadionmikrofon sagt er: «Ihr habt es ja wahrscheinlich schon geahnt, aber das ist mein letztes Heimspiel.»

Der Teambesitzer Mark Cuban, ein extrovertierter Milliardär, hatte schon prophylaktisch den Ratschlag erteilt, die Besucher sollten «ganz viele Taschentücher mitbringen». Er sollte Recht behalten. Nowitzki kämpfte mit den Tränen, viele Zuschauer ebenfalls, das Publikum huldigte ihm minutenlang. Über hundert Mitarbeiter der Mavericks standen Spalier, um ein letztes Mal mit Nowitzki abklatschen zu können.

Verzicht auf viel Geld

Mit Nowitzki tritt ein ganz Grosser ab. Schon nur körperlich, 213 cm, aber vor allem natürlich sportlich: Er ist der vermutlich beste und wichtigste europäische Basketballer der NBA-Geschichte, gewürdigt mit Schiffsladungen an Auszeichnungen. 2007 wurde er als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet, er stand 14 Mal im All-Star-Game, 2011 führte er die Mavericks zum Titel.

Seinem Klub blieb er immer treu, 21 Jahre lang, er verzichtete auf eine Menge Geld, um das Team um sich herum kompetitiv zu halten. Im modernen Profisport ist eine solche Einstellung ein so rares Gut, dass es ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Deutschen ist. Am Dienstag waren seine Schuhe mit dem Wort «Loyalty» bestickt. Die Organisation wird ihn mit einer Statue vor den Toren des Stadions ehren, «die grösste aller Zeiten», wie Cuban sagte.

«Glacé und Pizza zum Frühstück»

Sein Adieu gestaltete Nowitzki so unprätentiös wie möglich. Er verzichtete auf eine Abschiedstour. Inmitten einer, rein sportlich gesehen, weiteren verlorenen Saison, der dritten in Folge ohne Playoff-Teilnahme, wollte Nowitzki sich nicht ins Rampenlicht drängen. Es wäre nicht sein Stil gewesen. Der Deutsche war zuletzt vor allem ein Ergänzungsspieler gewesen, sein Körper liess nicht mehr zu.

Doch er kümmerte sich als Mentor um jenen Mann, dem in Dallas die Zukunft gehört: Luka Doncic, ein hoch veranlagter 20-jähriger Serbe. Zusammen mit dem Letten Kristaps Porzingis soll Doncic die Mavericks zurück in jene Sphären führen, die das Team nur dann erreichte, als Nowitzki in der Blüte seines Schaffens stand.

Der Deutsche sagte, er freue sich auf ein neues Leben und werde «gleich am Donnerstag, Glacé und Pizza zum Frühstück zu essen». Es ist einer der Gründe für Nowitzkis fast universelle Popularität: Bei allem Starkult, all dem Ruhm und Geld, ist er nie abgehoben.

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