Leichtathletik
Europameister Kariem Hussein hofft dank weniger Schritten auf mehr Erfolg

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele ändert der Schweizer Hürdenläufer und Europameister Kariem Hussein seine Technik. Der Fokus liegt dabei auf der Grundschnelligkeit.

Simon Steiner
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Kariem Hussein nimmt die Hürde in vollem Lauf (Archivaufnahme)

Kariem Hussein nimmt die Hürde in vollem Lauf (Archivaufnahme)

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Mehr Tempo macht nicht automatisch einen besseren Hürdenläufer. Stimmt der Takt der Schritte zwischen den Hindernissen nicht, sind die besten Sprintqualitäten nutzlos. «Ich muss meinen Rhythmus finden», sagt Kariem Hussein deshalb vor seinem Einsatz beim Leichtathletik-Meeting in Luzern am Dienstagabend (19.30 Uhr/TV 24).
Der Europameister über 400 m Hürden hat in den vergangenen Monaten intensiv an seiner Grundschnelligkeit gearbeitet – mit dem Ziel, zwischen den einzelnen Hürden weniger Schritte zu benötigen und letztlich auch schneller über die Runde zu kommen. Ob diese Taktik aufgeht, wird sich zeigen. Weil sich der passende Rhythmus im Training kaum simulieren lässt, benötigt Hussein erst einige Wettkämpfe, bis die neuen Abläufe sitzen.

Kariem Hussein, der Europameister von 2014:

Hussein erhält die Goldmedaille übergehängt.
23 Bilder
Karim Hussein (M.) mit dem zweitplatzierten Esten Rasmus Maegi (l.) und dem drittplatzierten Russen Denis Kudryavtsev (r.).
Kariem Hussein holt für die Schweiz EM-Gold!
Bei der Siegerehrung kommen Hussein doch noch die Tränen.
Hussein während der Siegerehrung im Letzigrund.
Die Faust nach oben: Hussein während der Siegerehrung.
Hussein auf seiner Ehrenrunde.
Kariem Hussein auf seiner Ehrenrunde durch den Letzigrund.
Hussein muss auf seiner Ehrenrunde bereit die ersten Unterschriften geben.
Hussein auf seiner Ehrenrund im Stadion mit der Schweizer Fahne.
Hussein wird von einem Fan umarmt.
Hussein küsst seine Laufschuhe.
Hussein oben ohne nach seinem Siegeslauf.
Hussein zieht nach seinem Lauf das T-Shirt aus: An wen erinnert uns das?
Völlig leer: Hussein nach seinem Europameisterlauf.
Muskeln pur: Hussein nach seinem Siegeslauf.
Hussein auf der Zielgeraden.
Hussein läuft ins Ziel.
Hussein überspringt die letzte Hürde.
Hussein kann es kaum fassen: Er ist neuer 400-Meter-Hürden-Europameister!
Hussein holt sich den Titel in der Zeit von 48,96, erstmals läuft er unter 49 Sekunden.
Hussein kurz nach dem Zieldurchlauf.
Den Lauf seines Lebens: Hussein holt EM-Gold im 400-Meter-Hürdenlauf.

Hussein erhält die Goldmedaille übergehängt.

Keystone

Meeting Luzern

Der schnellste Europäer am Start

Der schnellste Sprinter des Kontinents startet heute in Luzern: Jimmy Vicaut tritt auf der Allmend über 100 m an. Der Franzose hat vor einer Woche in Montreuil-sous-Bois seinen eigenen Europarekord von 9,86 Sekunden egalisiert und führt damit die Weltbestenliste knapp vor Usain Bolt an. Auf starke Konkurrenz treffen bei der 30. Auflage des Meetings «Spitzenleichtathletik Luzern» neben Kariem Hussein auch die Schweizer Topathletinnen wie Selina Büchel, Nicole Büchler oder Mujinga Kambundji. (sst)

Noch bleibt etwas Zeit bis zu den beiden Saisonhöhepunkten. Bei der EM von Anfang Juli in Amsterdam, wo der Sieger von Zürich 2014 als Titelverteidiger an den Start gehen wird, will der 27-jährige Thurgauer erneut eine Medaille gewinnen. Für die Olympischen Spiele im August hat er sich die Qualifikation für den Final zum Ziel gesetzt. Bis dann soll der Rhythmus sitzen.

Die Formkurve stimmt

In den bisherigen Rennen hat Hussein gezeigt, dass er gute Fortschritte macht. Vor Wochenfrist senkte er in Bellinzona seine Jahresbestleistung auf 48,98 Sekunden und blieb damit nur zwei Hundertstel über seiner Siegerzeit vom EM-Final im Zürcher Letzigrund. Damit liegt er in der europäischen Bestenliste gegenwärtig an zweiter Position. «Es ist immer noch früh in der Saison», sagt er. «Aber ich bin zufrieden damit, wie es bisher gelaufen ist.»

Kariem Hussein feiert seinen Sieg mit Maskottchen Cooly.

Kariem Hussein feiert seinen Sieg mit Maskottchen Cooly.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT