Europa League
YB gegen Ajax chancenlos: Nach 20 Minuten war der Traum vom Wunder von Bern ausgeträumt

Die Young Boys verlieren das Rückspiel im Achtelfinal
der Europa League gegen Ajax Amsterdam 0:2. Sie scheiden mit dem Gesamtskore von 0:5 aus. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Qualität der Super League.

Markus Brütsch
Merken
Drucken
Teilen
YB-Goalie Guillaume Faivre muss sich dem Penalty von Dusan Tadic (nicht im Bild) geschlagen geben: 2:0 für Ajax.

YB-Goalie Guillaume Faivre muss sich dem Penalty von Dusan Tadic (nicht im Bild) geschlagen geben: 2:0 für Ajax.

Keystone

Gross waren die Hoffnungen nach der 0:3-Niederlage in Amsterdam ohne eigenen Torschuss nicht gewesen, dass die Young Boys im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinals das Wunder von Bern noch schaffen könnten. Dass die Messe aber bereits nach zwanzig Minuten gelesen sein würde, war dann doch eine nächste Ernüchterung.

Nach einem Einwurf der Berner und dem Ballverlust von Jean-Pierre Nsame traf David Neres nach Vorarbeit von Dusan Tadic zum 1:0 für Ajax. Nun hätte YB 5:1 gewinnen müssen, um weiterzukommen – ein Ding der Unmöglichkeit gegen diesen Gegner. Und als dieser kurz nach der Pause durch einen Handspenalty von Tadic auf 2:0 erhöhte und ein Tor von Nsame wegen einer Offsideposition von Meschack Elia annulliert wurde, rückte sogar ein ehrenwertes Ergebnis in weite Ferne.

Zu denken geben muss schon, dass der souveräne Tabellenführer der Super League, der den Schweizer Fussball nach Belieben dominiert und nach 25 Runden 17 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger hat, gegen den Meister Hollands derart sang- und klanglos auf der Strecke bleibt.

Beispielhaft dafür stehen die Stürmer Nsame und Meschack Elia, die in der Super League ihren Gegenspielern um die Ohren laufen, gegen ein Kaliber wie Ajax aber keinen Stich haben. Natürlich ist es einerseits nicht von Vorteil, wenn YB in der Meisterschaft nicht genügend gefordert wird und nur selten an die Leistungsgrenze gehen muss, um ein Spiel zu gewinnen. Andererseits kann auch Ajax in der Eredivisie oft genug mit halber Kraft spielen, um trotzdem zu siegen. Das 13:0 bei Venlo ist das krasseste Beispiel dafür.

Der Schweizer Klubfussball ist in einer schlechten Verfassung. Das lässt sich unschwer an der Uefa-Fünfjahreswertung ablesen. Dort wird man nach den Siegen von Dinamo Zagreb und Slavia Prag und dem Erreichen der Viertelfinals von Platz 17 weiter nach hinten gereicht.