Bundesliga
Es wird Zeit den Status als Bundesliga-Mitläufer abzuschütteln

Valentin Stocker und Fabian Frei sind in der Bundesliga immer noch auf der Suche nach der Anknüpfung an die erfolgreichen FCB-Zeiten. Während man in der kommenden Saison eher nicht mit Stocker als Stammspieler rechnen kann, sieht man bei Frei bessere Chancen.

Sebastian Wendel
Merken
Drucken
Teilen
Fabian Frei und Valentin Stocker spielten gemeinsam bei Basel

Fabian Frei und Valentin Stocker spielten gemeinsam bei Basel

Keystone

Vier Jahre lang trug die Schweiz einen ganz besonderen Titel: Sie war das Land mit den meisten Gastarbeitern in der Bundesliga. Aber eben – «war». Neuer Spitzenreiter ist Österreich mit 25 Legionären. Immerhin. Die Schweiz folgt mit 23 Bundesliga-Profis bereits auf Platz 2, drittstärkste Nation ist Frankreich (22).

Bei 23 Spielern ist das Gefälle naturgemäss gross. Die Schweizer Aushängeschilder sind Breel Embolo (Schalke 04), Yann Sommer (Gladbach) und Roman Bürki (Dortmund). Am anderen Ende der Skala figurieren Schattenmänner wie Vasilije Janjicic (Hamburg) oder Vincent Sierro (Freiburg), deren Namen nur Experten ein Begriff ist. Und dazwischen liegt die Mittelgarde.

Betrachtet man diese etwas genauer, fallen zwei Spieler auf, für die gilt: Die Saison 2017/18 ist die Saison der letzten Chance. Beide sind enge Freunde. Beide haben das Abenteuer Bundesliga vom FC Basel aus in Angriff genommen. Beide werden irgendwann zurückkehren in den St. Jakob-Park, wo seit Kurzem ihr Kumpel Marco Streller das Amt des Sportchefs inne hat und die Heimkehr des Duos sehnsüchtig erwartet. Doch vorher wollen beide den Status des «Mitläufers» abstreifen und beweisen, dass sie das Zeug zur Bundesliga-Stammkraft haben.

Valentin Stocker (Hertha Berlin)

Bis zum Ablauf der Transferfrist Ende des laufenden Monats lautet bei ihm die Frage: Absolviert er die Saison überhaupt in der Bundesliga? Oder wechselt er noch in diesem Sommer zurück zum FCB? Falls Stocker in Berlin bleibt, muss er wohl auf das Verletzungspech von Teamkollegen hoffen, um zu Einsätzen zu kommen. Denn nach drei Jahren Hin und Her unter Trainer Pal Dardai, in denen er zwischen Stammplatz am linken Flügel und auf der Tribüne pendelte, scheint nun endgültig klar: Dardai plant nicht mehr mit Stocker.

Mit Valentin Stocker wird nicht als Spieler der Stammelf geplant.

Mit Valentin Stocker wird nicht als Spieler der Stammelf geplant.

Keystone

In der Vorbereitung musste der 28-Jährige, der am Flügel oder auch im Sturmzentrum seine besten Spiele machte, im defensiven Mittelfeld aushelfen – ein klares Zeichen. Aber: Stocker ist keiner, der davonläuft. Seine Berufseinstellung lässt es ihm nicht zu, in dieser aussichtslosen Situation den Kopf hängen zu lassen. Kommt dazu, dass es ihm und seiner Freundin im hippen Berlin extrem gut gefällt. Nach einem Jahr lang Abschied nehmen dürfte die Rückkehr in die Schweiz im Sommer 2018 nicht ganz so schwer fallen.

Fabian Frei (Mainz 05)

Die Mainzer holten Frei vor zwei Jahren als neuen Schlüsselspieler im Zentrum. Wegen Verletzungspech und inkonstanter Leistungen konnte er die hohen Erwartungen aber (noch) nicht erfüllen. Wird im dritten Jahr alles besser? Der neue Mainz-Trainer Sandro Schwarz, der nach dem Fast-Abstieg den Walliser Martin Schmidt ersetzte, scheint im Zentrum auf den ballsicheren Frei (28) zu setzen.

Mit Fabian Frei darf man in dieser Saison durchaus rechnen. Imago/Martin Hoffmann

Mit Fabian Frei darf man in dieser Saison durchaus rechnen. Imago/Martin Hoffmann

imago/Martin Hoffmann

Der sportliche Durchbruch in der Bundesliga wäre für Frei die Krönung auf ein Jahr, das ihm dank der Heirat mit Sandkastenliebe Muriel und der Geburt von Tochter Lena auch so schon viel Freude bereitete. In diesem Fall dürfte Frei mit der Rückkehr nach Basel noch zuwarten – mindestens bis 2019, wenn sein Vertrag in Mainz ausläuft.