Wie weiter am Tag nach der grossen Doping-Razzia bei der nordischen Ski-WM in Seefeld? Am Tag, nachdem fünf Langläufer im Gefängnis landeten. Einer, weil er auf frischer Tat ertappt wurde bei einer Bluttransfusion?

Vorerst braucht es aber vor allem eines: Geduld! Zwar ist der Informationsaustausch zwischen Sportbehörden wie den nationalen Antidoping-Agenturen und zivilen Ermittlern dank den neuen Antidoping-Gesetzen in Deutschland und Österreich seit letztem Jahr keine Einbahnstrasse mehr.

Auch in diesem Fall hat der Sport Indizien zum Auffliegen des Doping-Netzwerkes beigetragen – wie zum Beispiel aussergewöhnliche Blutbilder im Biologischen Pass der Athleten und auffällige Reisewege der Sportler. Dank der Meldepflicht müssen Spitzensportler ihre Aufenthaltsorte laufend bekannt geben. Umgekehrt liefert die zuständige Staatsanwaltschaft dank dem neuen Gesetz auch Informationen und Daten an die Sportjustiz.

Diese muss nun trotzdem zuerst einmal geduldig hinten anstehen. Mehr als eine Beobachterrolle liegt für die deutschen und österreichischen Antidoping-Behörden in den kommenden Monaten nicht drin. Zwar können die namentlich bekannten Langlaufsünder von der FIS provisorisch gesperrt werden.

Bis die zivile Justiz in einem derart komplexen Verfahren wie dem Blutdoping-Netzwerk des Erfurter Arztes aber Namen und Beweise übergibt, kann es bis zu zwei Jahre dauern. Das zivile Rechtssystem mit seinen festgeschriebenen Wegen bis zu einer Verurteilung sei eben auch vom Sport zu respektieren, sagt eine Antidoping-Fachperson.