Verletzungsprobleme

Erneute Knieverletzung: Grosse Sorge um Nati-Stürmer Josip Drmic

Josip Drmic erleidet einen weiteren Rückschlag in seiner Karriere.

Josip Drmic erleidet einen weiteren Rückschlag in seiner Karriere.

Der Schweizer Nationalstürmer hat sich im Vorfeld des Cup-Halbfinals gegen Frankfurt erneut am rechten Knie verletzt. Ist seine Karriere in Gefahr?

Diese Nachricht ist ein Schock. Josip Drmic, vor genau einem Monat der Schweizer Held beim 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Lettland, hat sich wieder verletzt. Wieder am Knie.
Noch ist nicht klar, wie schwer die Verletzung wirklich ist. «Wir müssen die Untersuchungen abwarten», sagt Dieter Hecking, Trainer von Drmic bei Borussia Mönchengladbach. Den Rückschlag erlitt Drmic im Warm-up zum Spiel gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag. Drmic selbst äussert sich nicht.

Er muss Schlimmes befürchten. Gut 13 Monate ist es erst her, seit er in einem Spiel mit dem Hamburger SV (zu dem er ausgeliehen war) einen schweren Knorpelschaden erlitt. Schon damals befürchtete er den Worst Case. «Ich dachte, ich werde nie mehr Fussball spielen. Als ich in die Gesichter der Ärzte schaute, die mir sagten, ich hätte einen Knorpelschaden, wurde ich sofort blass», erzählt er im Rückblick.

Im letzten Dezember dann kehrt Drmic nach langer Rehabilitation auf die Fussball-Bühne zurück. Seine Geduld und sein Wille gründen auch in der eigenen, reichhaltigen Verletzungsgeschichte. Mit 18 zog er sich bereits einmal eine schwere Knieverletzung zu. «Damals konnte ich kaum damit umgehen. Ich habe auch mal die Krücken an die Wand geschmissen und grundlos Leute beschuldigt», sagt er.

Drmic blickte vor kurzem in einem ausführlichen Gespräch mit dieser Zeitung zurück auf die mühsame Rehabilitation. «So eine Verletzung verändert dich auch als Menschen. Es ist zwar ein Kapitel, das ich so schnell wie möglich vergessen möchte, aber es gehört nun einmal zu mir. Ich habe mir manchmal den Kopf zerbrochen, gefragt: Warum? Wieso? Weshalb? Aber die Verletzungen sind nun einmal ein Teil von mir – und stärken mich hoffentlich.»

In der Zeit, als Drmic mit kaputtem Knie zu Hause auf dem Sofa sass und sein Knie von einer Bewegungsmaschine behandeln liess, spielte auch Nationaltrainer Vladimir Petkovic eine wichtige Rolle. Als das Schweizer Team in Frankreich an der EM weilte, telefonierte Petkovic einige Male mit Drmic. «Er vermittelte mir das Gefühl, nicht vergessen, sondern ein Teil des Teams zu sein.»

Josip Drmics Karriere in Bildern:

Rund um das WM-Qualifikations-Spiel gegen Lettland vor einem Monat gehört Drmic erstmals wieder dem Nationalteam an. Und wird gleich zum Helden, weil er den Siegtreffer schiesst. «Eingewechselt zu werden und dann mit der ersten Ballberührung dieses Tor zu erzielen – dieses Comeback ist unübertreffbar», sagte er. Es scheint, als wäre Drmic auf dem Weg zurück in die Normalität.

Und nun ist plötzlich wieder alles anders. Wieder wird die Geduld von Drmic, erst 24 Jahre alt, strapaziert. Es bleibt zu hoffen, dass Drmic nicht sogar das Karriereende droht. So, wie er das auch schon befürchtete. Seine Gefühlslage nach der letzten schlimmen Verletzung hat er so beschrieben: «Von einem auf den anderen Moment weisst du plötzlich nicht mehr, wie es weitergeht. Ich verstand plötzlich Leute, die etwas Ähnliches haben oder erkrankt sind. Die haben nur einen Wunsch: gesund werden.» Es sind Gedanken, die Drmic auch jetzt wieder prägen.

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