Schweizer Nationalmannschaft

«Er ist selbstsicherer geworden» - so erklärt der Gilléron die Vertragsverlängerung mit Petkovic

Vladimir Petkovic bleibt zwei weitere Jahre Schweizer Nationaltrainer

Vladimir Petkovic bleibt zwei weitere Jahre Schweizer Nationaltrainer

Der Präsident des Schweizer Fussballverbands, Peter Gilliéron, erklärt die Vertragsverlängerung mit Nationaltrainer Petkovic.

Peter Gilliéron, warum hat der Schweizer Fussballverband den Vertrag mit Vladimir Petkovic als Nationaltrainer jetzt schon verlängert?

Peter Gilliéron: Ich nenne drei Gründe. Erstens ist es ein Zeichen der Anerkennung für die geleistete Arbeit. Zweitens möchte der Verband auf Kontinuität setzen. Und drittens haben wir grosses Vertrauen in Vladimir Petkovic. Zusammenfassend: Es ist ein grosses Vergnügen, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Können Sie dieses Vergnügen noch ein wenig präzisieren?

Ein grosses Vergnügen sind natürlich einmal die Resultate. Die Schweiz hat sich unter Petkovic ans Gewinnen gewöhnt. Zudem, wenn ich zu dieser aktuellen Gruppe komme, spüre ich die Freude. Ich habe das Gefühl, man kommt gerne zur Nati, gerne zum Trainer. Ich erinnere mich auch noch an Zeiten, da war jeder ein bisschen ein Einzelkämpfer.

Kann es auch ein Risiko sein, bereits zu verlängern, bevor zum Beispiel die WM-Qualifikation geschafft ist?

Nein, ich denke nicht. Sonst hätten wir es nicht gemacht. Die entscheidende Frage, die wir uns gestellt haben, lautet: Würde es mit Vladimir Petkovic weitergehen, wenn wir die WM nicht erreichen? Wir denken: Ja! Und darum ist es die richtige Entscheidung, bereits vor den letzten Spielen zu verlängern.

Als Vladimir Petkovic Ende 2015 seinen Vertrag ein erstes Mal verlängerte, dauerte der Prozess viel länger. Es kam zu vielen Diskussionen, am Ende war von einem Poker die Rede. Haben SFV und Petkovic aus der Vergangenheit gelernt?

Wir waren uns alle einig, dass wir die Diskussion um die Zukunft früher führen sollten. Man hintersinnt sich ja stets und fragt sich, was man besser machen könnte. Auch wenn ich die letzte Verlängerung nicht ganz so tragisch empfunden habe wie einige andere. Klar ist: Jetzt kann die Energie, die freiliegt, in den Fussball fliessen.

Der neue Vertrag für den Nationaltrainer läuft bis Ende des Jahres 2019. Enthält er Klauseln?

Wenn der Schweiz die Qualifikation für die EM 2020 gelingt, verlängert sich der Vertrag bis und mit Europameisterschaft. Der Vertrag gilt in jedem Fall bis Ende Dezember 2019, auch wenn die Schweiz die Weltmeisterschaft 2018 noch verpassen sollte.

Hat sich der SFV gefürchtet, dass jemand Petkovic abwerben würde?

Mit diesem Risiko muss man immer leben. Das hat Schaffhausen auch erlebt bei Murat Yakin. Aber klar ist ja auch, dass wir niemandem vor dem Glück stehen, wenn plötzlich Real Madrid kommt mit einem Angebot über 10 Millionen.

Wie beurteilen Sie die Akzeptanz des Trainers?

Die Akzeptanz ist sicher zu einem grossen Teil resultatabhängig, da müssen wir uns keine Illusionen machen. Er kommt gut und locker daher, er spricht einige Sprachen – und hat mittlerweile zu einer gewissen Selbstsicherheit gefunden, auch zu den Spielern und den Medien beispielsweise. Es gibt auch einen gewissen Unterschied zwischen Klub- und Nationaltrainer, auch daran musste sich Vladimir Petkovic anfangs gewöhnen.

In welchen Bereichen empfinden Sie die Entwicklung von Vladimir Petkovic bemerkenswert?

Ich denke, er verkauft sich gut. Das ist vielleicht früher nicht ganz so gut rübergekommen. Seine Arbeit war immer gut, ich denke, mittlerweile nimmt man sie auch in der breiten Öffentlichkeit so wahr.

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