Final Four
England gewinnt im Penaltyschiessen – die Schweizer gehen als Verlierer vom Platz

120 Minuten lang treffen die Engländer nur das Gehäuse und die Schweizer gar nichts. Das Penaltyschiessen musste dieses Spiel entscheiden und die Lotterie entschied heute zugunsten der «Three Lions». Ein verdienter Sieg. Damit werden die Schweizer Vierte der Final Four.

Larissa Gassmann
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Die Schweiz muss sich im Elfmeterschiessen 5:6 geschlagen geben. Die enttäuschten Spieler lassen trotz der guten Leistung die Köpfe hängen.
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Nations League, Final Four, Spiel um Platz drei: Schweiz - England
Im Elfmeterschiessen möchte Goalie Jordan Pickfort offenbar wissen, wie man sich auf der anderen Seite so fühlt. Er tritt an - und versenkt seinen Elfmeter souverän.
Vor dem Elfmeterschiessen schwört sich die Mannschaft auf den Nervenkampf ein.
Wie schon in der regulären Spielzeit fällt auch in der Verlängerung kein Treffer. Die Partie geht ins Elfmeterschiessen.
Steven Zuber zieht ab, Harry Maguire (l.) kann ihn nicht aufhalten, doch der beherzte Schuss ändert nichts am Resultat. In der regulären Spielzeit fällt kein Tor, das Spiel geht in die Verlängerung.
Harry Maguire (l.) lässt Remo Freuler hinter sich, die Schweiz ist unter Druck.
Kyle Walker (l.) lässt den Wolf aufheulen: Der zukünftige VfL-Wolfsburg-Spieler Kevin Mbabu schreit vor lauter Schmerz.
Die Engländer setzten sich durch: Kurz vor Schluss erzielt Callum Wilson den vermeintlichen Siegestreffer für die Three Lions, doch der VAR hat da noch ein Wörtchen mitzureden...
...weil Manuel Akanji (l.) gefoult wurde, zählt der Treffer nicht, es bleibt beim 0:0.
Kapitän Granit Xhaka ist nicht zufrieden mit seiner Mannschaft, überhaupt hat man nicht das Gefühl, hier ein Spiel um Platz 3 mitzuerleben.
Fabian Schär (l.) und Dele Alli (r.) wollen beide die Kugel, wer hat sie wohl gekriegt?
Ricardo Rodriguez verhindert einen Ballkontakt von Harry Kane (l.): Der «Hurricane»? Ist für ihn nur ein laues Lüftchen.
Xherdan Shaqiri (M.) umarmt seine Gegenspieler, viel gebracht hat das nichts, der Stürmer verletzt sich bei der Aktion uns muss vom Platz.
Unter Schmerzen verlässt der Torgarant das Feld.
Der einzige Mann, der sich konsequent seinen Gegener entgegenstellt ist Fabian Schäer (l.), der hier die Gefahrenquelle Harry Kane ausschaltet.
Manuel Akanji (l.) gerät in der Dreierkette etwas allzu oft in Bedrägnis, während Jesse Lingard schon eine klare Grosschance hatte.
Auch gegen Harry Kane (l.) sieht Manuel Akanji alt aus...
...aber immerhin scheint die Frisur zu sitzen.
Remo Freuler (l.) kann ebenfalls nicht wirklich begeistern, kommt hier aber vor Jordan Henderson an den Ball und kann klären.
Trainer Vladimit Petkovic hat viel gewagt, seine Mannschaft nach dem Spiel gegen Portugal mächtig umgestellt. Doch Früchte tragen seine Änderungen bis jetzt noch nicht.
Kevin Mbabu (r.) gerät vor Fabian Delph an den Ball. Überhaupt macht der Youngster seine Sache auf der Aussenbahn sehr gut.
Granit Xhaka (l.) wird im Mittelfeld komplett zugestellt, zu selten kommt er an den Ball, zu selten gelingen ihm gute Aktionen.
Zur Pause steht es nach einem eher mässig begeisternden Spiel 0:0 - vor allem, weil Torhüter Yann Sommer der beste Mann auf dem Platz ist und die Schweiz mehrmals verlässlich rettet.
Raheem Sterling (r.) kommt zum Kopfball – die Schweizer wehren sich nicht wirklich dagegen.
Auch Dele Alli schaffte es fast, einzunetzen - und ärgert sich zu Recht über die vergebenen Chance.
Eric Dier (l.) verfolgt Xherdan Shaqiri (r.).
Captain Granit Xhaka schaut sich nach seinen Mitspielern um, doch der Schweizer Sturm ist gerade etwas gar uninspiriert.
Harry Kane (l.) und Raheem Sterling (M.) scheinen etwas überrascht vom Einsatz von Nico Elvedi (l.).
Da kommst du nicht durch: Kevin Mbabu (l.) hält Dele Alli (r.) auf.
Fabian Schaer (l.) verteidigt den Ball gegen den herannahenden Raheem Sterling (r.).
Harry Kane (l.) knallt den Ball an die Latte – Manuel Akanji (r.) kann nur noch zusehen.
Fans in lustigen Kostümen, Schweizer Edition: Gibt er Vladimir Petkovic noch die letzten Infos durch?
Rückblick auf das Spiel gegen Portugal: Xherdan Shaqiri (l.) probiert alles, um an Nélson Semedo vorbeizukommen.
Der Schiedsrichter sprach den Schweizer einen Elfmeter zu und Ricardo Rodriguez verwandelte prompt.
Die Spieler feierten ihr gelungenes - und äusserst verdientes - Comeback zum 1:1.
Kapitän Granit Xhaka gab sich in den letzten paar Spielminuten besonders Mühe – wollte er doch einen ärgerlichen Gegentreffer verhindern, genutzt hatte es leider nicht viel. Ronaldo erzielte insgesamt drei Treffer.

Die Schweiz muss sich im Elfmeterschiessen 5:6 geschlagen geben. Die enttäuschten Spieler lassen trotz der guten Leistung die Köpfe hängen.

Keystone

Die Schweiz hat die erste Austragung der Nations League im 4. Rang beendet. Im kleinen Final des Final Four in Portugal unterlag die SFV-Auswahl in Guimarães nach torlosen 120 Minuten England im Penaltyschiessen 5:6.

Die Entscheidung aus elf Metern fiel mit dem letzten Schuss, als der kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselte Josip Drmic an Englands Keeper Jordan Pickford scheiterte. Zuvor hatten alle elf Schützen getroffen. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden, nachdem England das bessere Team gewesen war. Der WM-Vierte von 2018 traf dreimal nur die Torumrandung.

Im Gegensatz zum Halbfinal am Mittwoch gegen Portugal (1:3), als die Schweiz lange Zeit spielerisch besser als der Gegner gewesen war, zeigte die Mannschaft von Vladimir Petkovic im kleinen Final keine gute Leistung. Ihr gelang es kaum einmal, einen guten Angriff zu lancieren. Hinzu kam, dass Xherdan Shaqiri nach gut einer Stunde mit einer Wadenverletzung das Feld verlassen musste. Die beste Schweizer Chance vergab Granit Xhaka in der 56. Minute, als er mit seinem Schuss an Pickford scheiterte.

Sommer der Beste seines Teams

Dass es überhaupt zu einer Verlängerung kam, hatte die SFV-Auswahl der ineffizienten englischen Offensive und ihrem Torhüter Yann Sommer zu verdanken. Bereits nach 96 Sekunden traf Harry Kane nur die Latte, in der 55. Minute lenkte Sommer einen von Fabian Schär abgelenkten Querpass mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Und als England kurz vor Ende der regulären Spielzeit doch noch traf, wurde der Treffer durch den Video Assistant Referee aberkannt. Der vermeintliche Torschütze Callum Wilson hatte Manuel Akanji zurückgehalten.

Auch in der Verlängerung war Sommer der Beste seines Teams. In der 98. Minute parierte er den Kopfball von Dele Alli und den Nachschuss von Raheem Sterling mirakulös. Und als der Keeper von Borussia Mönchengladbach in der 117. Minute geschlagen war, landete der Freistoss von Sterling aus 18 Metern an der Latte.

Dank dem Sieg sicherte sich England eine zusätzliche Million Euro Preisgeld. Die Schweiz scheiterte nach den Niederlagen gegen die Ukraine an der WM 2006 und gegen Polen an der EM 2016 einmal mehr im Penaltyschiessen. Der letzte Sieg einer SFV-Auswahl gegen England liegt 38 Jahre zurück. (SDA)

Telegramm

Schweiz - England 0:0 n.V. - England 6:5-Sieger im Penaltyschiessen.

Dom Afonso Henriques, Guimarães. - 22'000 Zuschauer. - SR Hategan (ROU). - Penaltyschiessen: Maguire 0:1, Zuber 1:1; Barkley 1:2, Xhaka 2:2; Sancho 2:3, Akanji 3:3; Sterling 3:4, Mbabu 4:4; Pickford 4:5, Schär 5:5; Dier 5:6, Drmic (Pickford wehrt ab).

Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Akanji; Mbabu, Fernandes (61. Zakaria), Xhaka, Freuler, Rodriguez (87. Drmic); Shaqiri (65. Zuber), Seferovic (113. Okafor).

England: Pickford; Alexander-Arnold, Gomez, Maguire, Rose (70. Walker); Dier, Delph (106. Barkley); Lingard (106. Sancho), Alli, Sterling; Kane (74. Wilson).

Bemerkungen: Schweiz ohne Mehmedi und Embolo (beide verletzt) sowie Lichtsteiner (nicht im Aufgebot). 2. Schuss von Kane an die Latte. 55. Schär lenkt Flanke von Rose an den eigenen Pfosten. 84. Tor von Wilson nach Konsultation der Videobilder annulliert. 117. Freistoss von Sterling an die Latte. Verwarnungen: 23. Rose (Foul). 26. Lingard (Foul). 116. Xhaka (Foul).

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