EM-Vorbereitung
Ein erster Test der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gegen die USA – danach wird gestrichen

Das Schweizer Nationalteam prüft den Ernstfall. Nach dem Testspiel gegen die USA (Spielbeginn Sonntag 20.15 Uhr) muss Trainer Petkovic zudem drei Spieler aus dem EM-Kader streichen.

Christian Brägger
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Ein bewährtes Gespann: Goalie Yann Sommer und Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Ein bewährtes Gespann: Goalie Yann Sommer und Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Bild:Sascha Steinbach/EPA

29 Spieler gehören aktuell zum Aufgebot von Nationaltrainer Vladimir Petkovic, 26 und damit drei mehr als üblich dürfen die Reise ans EM-Turnier mitmachen. Am Sonntag beim Test gegen die USA wird es sechs Akteure treffen, die im Kybunpark in St.Gallen auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Das ist die Ausgangslage.

Petkovic wusste an der samstäglichen Pressekonferenz vor dem USA-Match selbstredend noch nicht, wen er definitiv am 1. Juni nach dem Training aus seinem Aufgebot verabschieden wird. Aber natürlich werden ihm einige Namen im Kopf herumschwirren, womöglich Andi Zeqiri und Dan Ndoye, die beide noch kein A-Länderspiel absolviert haben. Bei den Torhütern dürfte der Nationaltrainer bei der Entscheidungsfindung die grössten Probleme haben, wenn er einen Goalie aus dem Trio Kobel, Omlin und Mvogo streichen muss. Petkovic sagte jedenfalls, er werde warten bis zum letzten Moment.

USA ist die Weltnummer 20

Wie auch immer, vorerst steht der Test gegen die USA an. Sein Team habe gut gearbeitet seit der Ankunft am Mittwoch, sagte Petkovic. «Das Ziel war, die Mannschaft mental und physisch auf das gleiche Level zu bekommen. Damit wir technisch und taktisch nun besser weitergehen können.» Es kam dem Nationaltrainer dabei entgegen, dass die Schweizer nach ihrem jeweiligen Meisterschaftsende und ein paar freien Tagen nicht viel von ihrer Physis verloren hatten. Auch die Neuen seien gut integriert worden, sagte Petkovic. Einige Spieler hätten zwar zu Beginn etwas Mühe mit dem hohen Rhythmus gehabt, vielleicht habe deswegen die eine oder andere halbe Sekunde mal gefehlt im Training.

Gegen die USA, immerhin die Nummer 20 der Fifa-Welt und damit 7 Ränge schlechter klassiert als die Schweiz, wird Petkovic wohl nicht sehr viel ausprobieren, weil er Richtung EM und damit ans erste Spiel gegen Wales (12. Juni) denkt. Die USA habe den Charakter von allen drei Gruppengegnern, also auch ein wenig von Italien und der Türkei: Sie stehe kompakt, spiele modern nach vorne, presse hoch und verfüge über individuelle Stärken. Mit diesem Hintergrund sagte auch Verteidiger Nico Elvedi: «Wir können uns gegen einen guten Gegner einspielen, testen. Damit wir bereit sind für die EM.»

Und natürlich geben im Naticamp in Bad Ragaz auch die Transfergerüchte um Granit Xhaka (zu AS Rom?) und Kobel (zu Dortmund?) zu reden. Petkovic sagte: «Das sind Signale der Anerkennung. Wir haben gute Spieler in unseren Reihen, die auf den Listen von Topvereinen erscheinen.» Aber wie gesagt, zuerst kommt nun die USA, und alles weitere danach.