Em-Casting
Achtung, letzte Chance! Diese Schweizer Nati-Spieler sind besonders gefordert

Heute Abend testen die Schweizer Fussballer gegen Finnland (20:45 Uhr live bei uns im Stream und Ticker). Die zweite Garnitur erhält Auslauf – wie steht es um die Schweizer Wackelkandidaten?

Christian Brägger und Etienne Wuillemin
Merken
Drucken
Teilen
Letztes Training vor dem Testspiel Schweiz-Finnland. Diesmal mit Toren, die exakt 2,44 hoch sind?

Letztes Training vor dem Testspiel Schweiz-Finnland. Diesmal mit Toren, die exakt 2,44 hoch sind?

Claudio Thoma / freshfocus

Das dritte Länderspiel der Schweizer Nationalmannschaft binnen acht Tagen ist zwar das unwichtigste. Der Gegner indes der stärkste. Finnland nimmt in zweieinhalb Monaten erstmals überhaupt an der EM teil. Die Equipe hat sich in der Weltrangliste auf Rang 55 vorgearbeitet (Schweiz: 16), Ende des letzten Jahres Frankreich auswärts besiegt. Jetzt sind die Finnen mit einem 2:2 gegen Bosnien und einem 1:1 gegen die Ukraine in die WM-Qualifikation gestartet. Stürmer Teemu Pukki erzielte alle drei Tore.

Aus Schweizer Sicht ist es für die Wackelkandidaten die letzte Gelegenheit vor dem EM-Camp, sich im Nati-Dress zu bewähren. Nationaltrainer Vladimir Petkovic sagt im Vorfeld der Partie in St. Gallen (20:45 Uhr): «Noch habe ich keine Vorstellung von unserem EM-Kader, so weit plane ich nicht. Aber wichtig ist, dass mir die Spieler zeigen, mit wem zu rechnen ist.»

Tor: Erkämpft sich Gregor Kobel den letzten Platz?

Wer aber muss sich besonders aufdrängen? Im Tor kämpfen Yvon Mvogo, Jonas Omlin und Gregor Kobel um die zwei Plätze hinter der abgereisten Nummer 1, Yann Sommer. Der Stuttgarter Kobel geht mit kleinem Nachteil ins Rennen, auch wenn er im Klub klar mehr überzeugte als Mvogo.

Starke Saison: Gregor Kobel mit dem VfB Stuttgart.

Starke Saison: Gregor Kobel mit dem VfB Stuttgart.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Innenverteidigung: Cömert oder Omeragic, oder beide?

In der Innenverteidigung muss Eray Cömert gegen Finnland ein Empfehlungsschreiben abgeben. Sollte Fabian Schär rechtzeitig fit werden, kämpft Cömert wohl gegen den Hochbegabten Becir Omeragic um einen EM-Platz. Reicht es für Schär nicht, dürften beide an die EM. Fixstarter sind Akanji, ­Elvedi und Rodriguez.

Unter Druck: Eray Cömert.

Unter Druck: Eray Cömert.

Martin Toengi / BLZ

Auf den Aussenbahnen ist eine Frage offen: Behält Loris Benito seinen Platz? Oder opfert ihn Petkovic am Ende zu Gunsten einer Offensivkraft? Tendenz: Der Nationaltrainer würde das nur in Betracht ziehen, wenn Schär dabei ist. Weil ­Rodriguez dann auch eine ­Option links aussen wäre. ­Fixstarter sind Widmer, Mbabu und Zuber – der Frankfurter spielt zwar derzeit nicht viel im Klub, hat als langjähriger Stammspieler aber einen Bonus.

Mittelfeld: Was passiert mit Edimilson?

Im zentralen Mittelfeld ist Edimilson Fernandes auf dem Prüfstand. Sein Vorteil: Er kann auch auf der rechten Aussenbahn spielen. Doch seine Formkurve und die fehlenden Einsatzminuten sprechen gegen ihn. Vieles ist in Stein gemeisselt: Xhaka, Freuler, Zakaria, Sow und natürlich auch Shaqiri sind unantastbar.

Polyvalent einsetzbar: Edimilson Fernandes.

Polyvalent einsetzbar: Edimilson Fernandes.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Bleibt die Offensive. Admir Mehmedi fällt gegen Finnland mit Wadenproblemen aus, ­Renato Steffen mit einer Fussverletzung. Beide werden es aber – falls regeneriert – ins EM-Aufgebot schaffen. Auch Ruben Vargas hat gute Karten. Bei Christian Fassnacht müsste ­indes viel zusammenkommen, wenn er bei EM-Beginn in Baku dabei sein will.

Sturm: Doch noch eine letzte Chance für Itten?

Im Sturm ist die Hierarchie klar. Seferovic und Embolo sind unbestritten, Gavranovic ist der erste Herausforderer. Auch er wird an die EM reisen. Von den derzeit Nichtnominierten dürfte sich einzig Cedric Itten noch Chancen ausrechnen, wenngleich diese klein sind.

Auch dank seinen Toren im Herbst 2019 qualifizierte sich die Schweiz für die EM: Cedric Itten. Seit dem Wechsel zu den Glasgow Rangers wurde er aber nicht mehr berücksichtigt.

Auch dank seinen Toren im Herbst 2019 qualifizierte sich die Schweiz für die EM: Cedric Itten. Seit dem Wechsel zu den Glasgow Rangers wurde er aber nicht mehr berücksichtigt.

Anthony Anex / KEYSTONE