EM-Achtelfinal
Schweizer Nati, wir wollen mehr! Drei Gründe, warum der Höhenflug noch nicht zu Ende ist

Der grosse Coup gegen Weltmeister Frankreich ist unvergesslich. Die Welle der Euphorie ist viel zu schön, als dass wir einfach loslassen könnten. Spanien im EM-Viertelfinal ist eine grosse Herausforderung –doch die es gibt gute Gründe zur Hoffnung.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Unvergessliche Freude: Die Schweizer nach dem Sieg im Penaltyschiessen gegen Frankreich.

Unvergessliche Freude: Die Schweizer nach dem Sieg im Penaltyschiessen gegen Frankreich.

Claudio De Capitani / freshfocus

Die Schweizer Nati hat es geschafft, für die erste kollektive Euphorie nach der Corona-Depression zu sorgen. Trainer Vladimir Petkovic und die Spieler haben unsere Herzen berührt. Darum gilt schon jetzt: Egal, wie der Viertelfinal gegen Spanien ausgeht, diese EM wird ewig in Erinnerung bleiben.

Nur: Das Surfen auf dieser Welle der Euphorie ist viel zu schön, als dass wir bereits wieder loslassen könnten. Genau dieses Denken hat auch die Nati verinnerlicht. «Wenn wir jetzt verlieren – dann war die ganze Euphorie für nichts!», sagt beispielsweise Remo Freuler. Es ist die einzig richtige Einstellung.

Wenn es gelingt, die Glücksgefühle nach dem Coup gegen Weltmeister Frankreich auszublenden, dann ist die erste Halbfinal-Qualifikation in der Schweizer Fussballgeschichte möglich. Vielleicht setzt es sogar zusätzlich Energie frei, dass Captain Xhaka gesperrt fehlt – das Team will ihm diesen Halbfinal unbedingt schenken. Und auch mit St. Petersburg, dem Spielort gegen Spanien, hat die Nati noch eine Rechnung offen – hier fand 2018 der missglückte WM-Achtelfinal gegen Schweden statt.

Bleibt die Frage nach der Erfahrung: Die Schweizer haben auf grösster Bühne noch nie einen Viertelfinal bestritten. Aber viele Schlüsselspieler wie Sommer, Rodriguez, Xhaka, Shaqiri oder Seferovic kennen das Gefühl eines grossen Triumphs. Sie waren bereits einmal U17-Weltmeister oder U21-EM-Finalisten. Es sind Erlebnisse, die nun Gold wert sind.