EM-Achtelfinal
Der Aargauer Silvan Widmer hofft auf einen Einsatz gegen Frankreich: «Es wäre das grösste Spiel meiner Karriere»

Der Aargauer Verteidiger Silvan Widmer, der beim FC Basel spielt, spricht vor dem Achtelfinal der Schweiz gegen Frankreich über seine Erfahrungen an der EM, Kylian Mbappé und die Aussichten der Nati auf einen historischen Triumph.

Etienne Wuillemin
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Beim FC Würenlos fing alles an: Nati-Spieler Silvan Widmer.

Beim FC Würenlos fing alles an: Nati-Spieler Silvan Widmer.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Das Training im Stadion «Tre Fontane» in Rom ist soeben vorbei. Ganz am Schluss hat die Schweizer Nationalmannschaft auch noch Penaltys trainiert - man weiss ja nie. Silvan Widmer sagt mit einem Lächeln im Gesicht: «Ich habe meinen Penalty verwertet und würde auch gegen Frankreich antreten, wenn es gewünscht ist.» Vier Tage dauert es noch bis die Schweiz am Montag um 21:00 Uhr im EM-Achtelfinal Frankreich fordert. Widmer spricht über ...

... über die Herausforderung, gegen Weltmeister Frankreich zu spielen:

Es ist eine grosse Ehre, Frankreich zu fordern. Aber wir werden ganz bestimmt nicht in das Spiel reingehen und denken: <Schön, dass wir mitspielen dürfen.> Wir werden mit der Einstellung und dem Glauben auf den Platz gehen, dass wir den Sieg holen können. Das hat sich in unseren Köpfen festgesetzt. Die Vorfreude auf das Spiel ist riesig.

... über seinen möglichen Gegenspieler Kylian Mbappé:

Ob jetzt Mbappé oder Griezmann oder viele andere: Wir kennen die Spieler und ihre Qualitäten bestens, weil wir sie ja fast jeden Dienstag- oder Mittwochabend in der Champions League sehen. Wir kennen ihre Stärken, aber auch ein paar Schwächen - die ich natürlich nicht verrate, sonst könnten wir sie nicht mehr ausnutzen.

... über seinen persönlichen Weg an dieser EM:

Im ersten Spiel bin ich noch nicht zum Zug gekommen. Gegen Italien sind mir nach der Einwechslung ein paar gute Aktionen gelungen. Schliesslich ist es mir gegen die Türkei gelungen, ein paar gute Argumente für mich zu liefern. Ob ich jetzt nochmals ran darf, weiss ich natürlich noch nicht. Aber ich hoffe es natürlich. Für mich wäre ein Einsatz gegen Frankreich das grösste Spiel meiner Karriere. Aber ich würde es genau gleich vorbereiten wie jedes andere und an meine Qualitäten glauben. Ich war auch gegen die Türkei nicht mehr nervös als sonst.

Überzeugte gegen die Türkei: Silvan Widmer.

Überzeugte gegen die Türkei: Silvan Widmer.

Ozan Kose / Pool / EPA

... über die Lehren aus der Niederlage gegen Italien:

Das war sicher ein lehrreiches Spiel. Wir waren läuferisch unterlegen und zu wenig in die Zweikämpfe gekommen. Das darf und wird uns nicht mehr passieren.

... über seine persönliche Zukunft:

International zu spielen, war und ist immer ein persönliches Ziel von mir. In den letzten drei Jahren mit dem FC Basel konnten wir das leider nur einmal. Ich habe einen Vertrag für die nächste Saison. Ein Transfer ins Ausland ist eine Option, aber im Moment befasse ich mich logischerweise ausschliesslich mit der Nationalmannschaft.

Widmer: Von Würenlos über Aarau nach Italien

Silvan Widmers Entdecker beim FC Aarau war René Weiler. Im Sommer 2011 holte dieser das damals 18-jährige Abwehrtalent zu den Profis und schenkte ihm von Anfang an als Stammspieler grosses Vertrauen. Widmer, der seine Fussballkarriere als Knirps beim FC Würenlos startete, zahlte das Vertrauen mit überragenden Leistungen zurück: Mit ihm als laufstarkem und torgefährlichem Rechtsverteidiger schaffte Aarau 2012 den Sprung in die Barrage, ein Jahr später gelang der Aufstieg in die Super League. Unvergessen bleibt Widmers Hattrick im Frühling 2013 im Kantonsderby gegen Wohlen. Insgesamt machte Widmer für den FCA 70 Spiele.

Schon während der Aufstiegssaison unterschrieb er einen mehrjährigen Vertrag bei Udinese. All jene, die den Sprung von der Challenge League in die Serie A als zu gross bezeichneten, belehrte er eines Besseren: Nach einem halben Jahr Anlaufzeit wurde er auch dort Stammspieler. Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte er 2014. (swn)