EM 2020
«Wir haben bisher nicht das geleistet, was wir wollten»: Spanien kriegt die Kurve doch noch

Ein kurioses Eigentor hilft den Spaniern gerade rechtzeitig auf die Sprünge und ebnet den Weg in die Achtelfinals.

Moritz Löhr
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Spaniens Aymeric Laporte (links) bejubelt das 2:0 gegen inferiore Slowaken, die schliesslich sogar zwei Eigentore hinnehmen müssen.

Spaniens Aymeric Laporte (links) bejubelt das 2:0 gegen inferiore Slowaken, die schliesslich sogar zwei Eigentore hinnehmen müssen.

AP Pool EPA / Keystone
(Sevilla, 23. Juni 2021)

Mitfavorit Spanien, bei dem der Knoten erst nach dem Missgeschick des Keepers platzte, sicherte sich noch den zweiten Platz in der Gruppe E und vermied nach zwei enttäuschenden Unentschieden zum Start das erste Vorrunden-Aus bei einer Euro seit 2004. Gegner im Achtelfinale ist am kommenden Montag in Kopenhagen Vize-Weltmeister Kroatien.

Dubravka (30.) fabrizierte nach einem Lattenschuss von Pablo Sarabia das siebte Eigentor des Turniers, Nummer acht legte Juraj Kucka (71.) nach. Zudem trafen Abwehrspieler Aymeric Laporte (45.+2) sowie die Angreifer Sarabia (56.) und Ferran Torres (67.) im Glutofen von Sevilla für die Spanier, die durch Alvaro Morata (12.) auch ihren zweiten Elfmeter der Euro verschossen hatten. Die Slowaken sind als Dritter ausgeschieden.

Coach Enriques Rochaden bringen Glück

«Wir haben bisher nicht das geleistet, was wir wollten. Das war eine enorme Steigerung», sagte Captain Sergio Busquets beim spanischen TV-Sender Tele 5:

«Wir haben das alle gebraucht, das Publikum hat uns sehr gut unterstützt. Wir haben von Beginn an Dampf gemacht und von Beginn an im Spiel. Wir waren stark.»

Nach nur einem mickrigen Tor in den ersten beiden Spielen war der Druck auf Spanien und Trainer Luis Enrique extrem gewachsen. «Die Spanier haben den Strick um den Hals», hatte der slowakische Routinier Tomas Hubocan festgestellt. «Der Kopf entscheidet», meinte Busquets, der zum Vorrundenfinale nach einer Corona-Infektion ins spanische Team zurückgekehrt war. Der letzte Vertreter der «goldenen Generation», die zwischen 2008 und 2012 zwei EM- und einen WM-Titel gewonnen hatte, war der grosse Hoffnungsträger. Nicht zuletzt wegen seiner Erfahrung aus nun 124 Länderspielen. Neben Busquets rotierten auch Cesar Azpilicueta, Eric Garcia und Sarabia in die Startelf. Dafür setzte Enrique Marcos Llorente, Pau Torres, Rodri und Dani Olmo auf die Bank.

Schweden wirft die Polen raus

Aus für den Weltfussballer: Robert Lewandowski muss nach einer völlig enttäuschenden EM-Gruppenphase mit der polnischen Nationalmannschaft bereits die Heimreise antreten. Beim 2:3 (0:1) gegen die ohnehin schon qualifizierten Schweden zerstörte ausgerechnet Doppelpacker Emil Forsberg die Hoffnungen des Bayern-Stars auf das Achtelfinale. Erst erzielte der Angreifer von RB Leipzig ein Blitztor nach 81 Sekunden und damit den zweitschnellsten Treffer bei EM-Endrunden, im zweiten Durchgang schlug Forsberg (59.) zum dritten Mal bei diesem Turnier zu. Lewandowski (61./84.) sorgte in St.Petersburg mit einem Doppelpack zwar noch einmal für Spannung, doch Viktor Claesson (94.) setzte den Schlusspunkt.

Die Schweden waren durch die Ergebnisse an den Tagen zuvor bereits auf der Couch in die Runde der letzten 16 Mannschaft eingezogen – und sicherten sich durch den zweiten Turniersieg auch noch Platz eins in der Gruppe. Im Achtelfinal geht es für die Skandinavier am Dienstag in Glasgow gegen einen der besten Gruppendritten.

Slowakei – Spanien 0:5 (0:2)

Sevilla. – 11204 Zuschauer. – Tore: 30. Eigentor Dubravka 0:1. 45. (+3) Laporte 0:2. 56. Sarabia 0:3. 67. Ferran Torres 0:4. 71. Eigentor Kucka 0:5. – Bemerkung: 12. Dubravka (Slowakei) hält Foulpenalty nach Videobeweis von Morata.

Schweden – Polen 3:2 (1:0)

St.Petersburg. – 15 000 Zuschauer. – Tore: 2. Forsberg 1:0. 59. Forsberg 2:0. 61. Lewandowski 2:1. 84. Lewandowski 2:2. 94. Claesson 3:2.