Es war ein unnötiger Punktverlust für die Schweizer, hatten sie doch in den letzten neun Minuten der regulären Spielzeit ein 3:1 aus der Hand gegeben. Den Ausgleich zum 3:3 kassierten sie 41 Sekunden vor dem Ende nach einem Abpraller. Die Deutschen agierten zu diesem Zeitpunkt ohne Goalie. Im Penaltyschiessen trafen für die Schweizer Lino Martschini und Yannick Herren, während sich der starke Torhüter Lukas Flüeler nicht bezwingen liess.

Fischer ärgerten nicht in erster Linie die letzten beiden Gegentore, sondern der fehlende Killerinstinkt. Die Schweizer erspielten sich zahlreiche gute Chancen, die Partie vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden, alleine in der Verlängerung waren es deren drei. Sie müssten in der Schweiz lernen, in solchen Spielen den Sack zuzumachen, sagte Fischer. Steigerungspotenzial gibt es auch beim Powerplay, in dem die Schweizer in vier Versuchen erfolglos blieben und eine 23 Sekunden dauernde doppelte Überzahl nicht nutzten. «Es fehlte uns dort an der Präzision im Abschluss, und wir müssen uns in der Passqualität verbessern», so Fischer.

Erneuter Fehlstart

Insgesamt aber war es ein guter Auftritt der Schweizer, welche die Partie über weite Strecken im Griff hatten. Dabei gerieten sie wie bereits zwei Tage zuvor gegen die Slowakei in der 2. Minute in Rückstand - der Bieler Jason Fuchs sass auf der Strafbank. Die Reaktion erfolgte prompt: Yannick Herren glich 53 Sekunden danach mit seinem zweiten Tor im elften Länderspiel aus. Der stark aufspielende Herren lobte die gute Atmosphäre im Stadion: «Es hat Spass gemacht. Gegen Deutschland gewinnt man immer gerne.»

Nach dem 1:1 trumpfte Captain Noah Rod gross auf. Der Stürmer von Genève-Servette, einer von fünf Silberhelden im Team, brachte die Schweizer mit zwei Toren in der 10. und 29. Minute 3:1 in Führung. Den ersten Treffer schoss er nach herrlicher Vorarbeit von Christoph Bertschy, der wie bereits zwei Tage zuvor (drei Assists) überzeugte. Beim 3:1 war auch etwas Glück dabei, kam doch der Puck via eines deutschen Spielers zu Rod, der schon gegen die Slowaken getroffen hatte. Vor dem Turnier in Krefeld war er in 21 Länderspielen torlos geblieben.

Abschluss gegen Russland

Die Schweizer beendeten mit diesem Sieg eine drei Partien dauernde Niederlagen-Serie gegen die DEB-Auswahl, die in Krefeld zum letzten Mal unter der Leitung von Erfolgstrainer Marco Sturm antritt, der als Assistent zu den Los Angeles Kings in die NHL wechselt. «Die Deutschen hatten Mühe mit unserer quirligen Spielart», freute sich Fischer. Er war angetan war vom schnellen Umschaltspiel seiner Mannschaft. «Wir lernen langsam, die Seiten zu wechseln und unsere Optionen zu kennen. Defensiv liessen wir wenig zu.»

Zum Abschluss des Turniers treffen die Schweizer am Sonntagmorgen auf Russland. Zwar treten die Osteuropäer, die auch am renommierteren Karjala-Cup vertreten sind, alles andere als in Bestbesetzung an, dennoch verfügen sie über sehr viel spielerische Qualität. «Wir müssen gut auf den Beinen sein», sagte Fischer. «Den Verteidigern steht harte Arbeit bevor. Sie müssen gut unterstützt werden. Das Wichtigste wird sein, den Russen den Raum wegzunehmen.»