Playoff
ZSC-Sportchef Edgar Salis: «Wir sind kein zerstrittener Haufen»

Der ZSC ist nach der 2:3 Niederlage gegen die Kloten Flyers erneut nach den Playoff-Viertelfinals ausgeschieden. Nun spricht Sportchef Edgar Salis über die Konsequenzen.

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Keystone

Edgar Salis, woran lag es, dass die Mannschaft während der ganzen Saison nie richtig auf Touren kam?

Edgar Salis: Ein Problem war die European Trophy (ein internationales Vorbereitungsturnier, die Red.), bei der wir mitgespielt haben. Ich glaube, dass wir den Fokus zu stark auf diese gerichtet und zu wenig aufs Training sowie auf die Vorbereitung der Saison. Das ist das, was uns nachher während der Qualifikation mehr oder weniger immer begleitet hat. Die Sicherheit, die im harten und langweiligen Training geholt wird, das System und alles, das haben wir nachher immer wieder vermissen lassen. Wenn wir die Sicherheit mal während eines Spieles hatten, dann war das auf Einsatz, Kampfgeist und zum Teil auf Glück zurückzuführen. Die Leichtigkeit und Systemhaftigkeit, die andere Spitzenmannschaften auszeichnen, damit haben wir uns schwer getan. Diese haben wir eigentlich nie gefunden.»

Das hätte doch aber irgendwann der Fall sein müssen, die Qualifikation dauerte doch immerhin 50 Runden.

Salis: Ja, klar. Wir haben sie aber nicht gefunden. Wir haben es erst auf die Playoffs hinbekommen, konnten es jedoch nicht mit Leichtigkeit umsetzen. Das zeigt ein weiteres Mal, dass man Probleme nicht einfach wegwischen kann und es zwei Wochen später wieder gut ist. Wir haben uns damit halt schwer getan.»

Diverse Spieler vermochten ihr Potenzial in dieser Saison nicht abzurufen. Welches sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Salis: Das ist eine gute Frage. Ich kann das so nicht beantworten, warum ein paar Spieler die Normalform nicht erreicht haben. Der Zeitpunkt ist jedoch nicht da, um Einzelkritik zu machen.

Was für Auswirkungen hat die missratene Saison auf die Zusammenstellung des zukünftigen Teams?

Salis: Das kann und will ich jetzt nicht beantworten. Gewisse Personalien sind dringlich, andere nicht. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass es heute fertig ist. Die Zeit läuft uns nicht davon.

Können Sie zumindest sagen, welches die dringlichsten Baustellen sind?

Salis: Dazu will ich nichts sagen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um besser zu spielen. Wir haben es aber nicht geschafft. Das Team ist jedoch nicht so grottenschlecht zusammengestellt, wie es dargestellt wurde. Ein negativer Punkt war aber sicher, dass wir es in dieser Saison sehr selten geschafft haben, als Kollektiv auf Normalform zu spielen.

Lag dies am Teamgeist?

Salis: Wenn eine Mannschaft schlecht spielt, sieht es nach aussen immer so aus, wie wenn der Teamgeist nicht stimmt. Die Jungs wissen, dass sie eine schwierige Saison hinter sich haben. Grundsätzlich war der Teamgeist aber so, wie er sein muss. Wir sind kein zerstrittener Haufen.

Wie geht es nun weiter?

Salis: «Wir werden in dieser Woche mit der Mannschaft zusammensitzen und das Ganze analysieren. Dann schauen wir weiter. Zudem stehen noch Einzelgespräche auf dem Programm. Der normale Ablauf also.»