Eishockey

Zähneklappern: Berner Playoff-Hoffnungen hängen am seidenen Faden

Die Ausgangslage für den Einzug in die Playoffs ist für den amtierenden Meister SCB miserabel. (Archiv)

Die Ausgangslage für den Einzug in die Playoffs ist für den amtierenden Meister SCB miserabel. (Archiv)

Damit der SC Bern noch in die Playoffs kommt, muss ein Wunder geschehen. Um sich zu qualifizieren braucht der amtierende Meister die Schützenhilfe von Erzfeind Fribourg-Gottéron. Deren Unterstützung ist jedoch alles andere als sicher.

Am Dienstag-Abend geht es in der 50. und letzten Runde der Qualifikation noch um die Vergabe des achten Playoff-Tickets. Aufsteiger Lausanne und der amtierende Meister aus Bern wollen sich den letzten Platz an der Sonne sichern.

Dabei sind die Aussichten für den SCB miserabel. Aus eigener Kraft kann sich die Mannschaft von Trainer Guy Boucher nicht mehr über den Strich retten. Sie muss nicht nur beim Leader ZSC mindestens einen Punkt holen, sondern auch noch auf die Schützenhilfe von Fribourg-Gottéron hoffen, welches zu Hause gegen Lausanne antritt.

Ausgerechnet der grosse Rivale aus der Saanestadt muss sich voll ins Zeug legen, um dem SCB zum Playoff-Einzug zu verhelfen. Allein dieser Gedanke lässt bei den Bernern alle Alarmglocken schrillen. Die Freiburger gaben sich im Vorfeld des Spiels gegen Lausanne zwar erwartet zurückhaltend und gelobten, nur auf sich zu schauen. Die Tatsache, dass man mit Topskorer Beni Plüss, Greg Mauldin und Joel Kwiatkowski aber ausgerechnet heute Abend drei der wichtigsten Leistungsträger pausieren lässt, spricht dafür, dass man bei Gottéron schon an die Playoffs denkt und im Schongang antreten wird.

Die unverzeihlichen Dummheiten

Sicher nicht hilfreich ist aus Berner Sicht zudem, dass sich einzelne Spieler aus ihren Reihen nach dem Gewinn des Meistertitels im letzten Frühling gegen Fribourg ungebührlich verhielten. Ausgerechnet die beiden Freiburger in Berner Diensten, Christoph Bertschy und Tristan Scherwey, hatten sich während der Festivitäten unter Alkoholeinfluss zu dummen Anti-Gottéron-Aktionen verleiten lassen, welche an die Öffentlichkeit kamen und das sowieso schon belastete Verhältnis weiter verschlechterten. Klar ist: Die Gottéron-Fans wären über eine Heimniederlage ihres Teams gegen Lausanne alles andere als traurig, wenn damit der Erzrivale aus Bern in die Playouts versenkt würde.

Den Bernern droht jedoch nicht nur aus Fribourg Widerstand, sondern primär auch beim eigenen Spiel in Zürich. Die ZSC Lions stehen zwar schon seit geraumer Zeit als Qualifikationssieger fest, sie können sich mit einem Sieg über den SCB jedoch einen sehr unangenehmen Gegner vom Leibe halten. So schlecht der amtierende Meister in dieser Saison gespielt hat: In den Playoffs werden die Karten bekanntlich neu gemischt. Selbst die latent ungenügenden Berner könnten angesichts ihrer eigentlich immer noch reichlich vorhandenen Klasse plötzlich wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten werden. Ausserdem werden die Lions auch alles daransetzen, nach Wochen voller für sie unbedeutenden Spielen noch einmal den Ernstkampf zu simulieren. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Die Berner Playoff-Hoffnungen hängen an einem seidenen Faden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1