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Wer kann dem Schweizer Meister EV Zug in der neuen Saison die Stirn bieten?

Am 7. September wird in den Hockeystadien wieder um Punkte gekämpft. Von der Anzahl Ausländer bis zur Konkurrenzfähigkeit von Aufsteiger Ajoie – 14 Fragen und Antworten.

Klaus Zaugg
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Der grosse Dominator in der Saison 2020/21: Meister EV Zug.

Der grosse Dominator in der Saison 2020/21: Meister EV Zug.

Bild: Jan Pegoraro (Zug, 7. Mai 2021)

Können die Stadien wieder gefüllt werden wie vor den Covid-Zeiten?

Ja, und zwar bis auf den letzten Platz und auch die Stehplatzrampen. Aber wer ins Stadion will, braucht ein Covid-Zertifikat oder einen Test (3G).

Müssen im Stadion Masken getragen werden?

Nein.

Ist die Lohnbegrenzung eigentlich eingeführt worden?

Nein, die Klubs geben das Geld wieder mit vollen Händen aus.

Kommen jetzt mehr Ausländer?

Nein, diese Saison noch nicht. Es sind wieder vier ausländische Spieler erlaubt und fünf für die drei Klubs, die Spieler aus laufenden Verträgen in die NHL verloren haben (Biel, ZSC Lions, Zug). Mehr Ausländer gibt es ab der übernächsten Saison (2022/23): Für alle fünf Ausländer, wenn die National League weiterhin 13 Teams umfasst (wenn es also keinen Aufsteiger gibt) und sechs, wenn die Liga aus 14 Teams besteht (wenn es also einen Aufsteiger gibt). Dafür entfällt ab 2022/23 die Regelung, dass ein Spieler, der aus einem laufenden Vertrag in die NHL wechselt, durch einen Ausländer ersetzt werden darf.

Gibt es einen Absteiger aus der National League?

Nein. In der neuen Saison wird es noch einmal – wie letzte Saison – keinen Absteiger geben. Ab der Saison 2022/23 gibt es wieder einen Absteiger.

Wenn es im nächsten Frühjahr einen Aufsteiger gibt: Haben wir dann künftig für immer eine National League mit 14 Teams?

Ja. Alle Versuche, die Liga wieder auf 12 Teams zu reduzieren (was dringend geboten wäre), werden scheitern.

Gibt es einen Aufsteiger in die National League?

Ja. Der Sieger der Swiss League steigt zum letzten Mal direkt auf wie letzte Saison. Sofern er die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Erfordernisse erfüllt. Somit ist möglich, dass die National League auf übernächste Saison von jetzt 13 auf 14 Teams aufgestockt wird.

Wird Zug wieder Meister?

Zumindest hat Zug bei hohem Transferumsatz die Substanz gewährt. Mit Grégory Hofmann geht zwar der wichtigste Stürmer in die NHL. Weil er aber aus einem laufenden Vertrag wechselt, darf er durch einen Ausländer ersetzt werden. Zug darf also in der neuen Saison fünf Ausländer einsetzen und hat bereits fünf unter Vertrag. Biel und die ZSC Lions sind die zwei anderen Klubs, die für Spieler, die sie in die NHL verloren haben (Janis Moser, Pius Suter) einen fünften Ausländer einsetzen dürfen.

Kann jemand Zug fordern?

Ja. Die ZSC Lions, Lugano, Biel und Lausanne haben genug Substanz, um mit dem Beistand der Hockeygötter Meister Zug zu bodigen.

Ist der SCB immer noch ein Krisenklub?

Nein. Die sportliche Führung ist mit Raëto Raffainer und Andrew Ebbett wieder handlungsfähig und mit Johan Lundskog ist – anders als vor einem Jahr – schon beim Saisonstart ein richtiger Trainer angestellt worden. Ein Absturz auf den letzten Platz ist nicht mehr zu befürchten.

Ist Aufsteiger Ajoie konkurrenzfähig?

Nein. Aber diese letzten Romantiker unseres Hockeys werden in ihrem neuen Stadion ein Farbtupfer sein und mit vier frankokanadischen Ausländern für gute Unterhaltung sorge: Jonathan Hazen und Philip-Michaël Devos sind nun doch noch in der höchsten Liga angekommen – mit Ajoie. Wäre Kloten statt Ajoie aufgestiegen, würden beide jetzt für Kloten stürmen.

Sind neue ausländische Stars gekommen?

Kein Star mit internationaler Strahlkraft vergleichbar mit dem Charisma Slawa Bykow oder Andrej Chomutow. Aber die ausländischen Spieler haben durchwegs gutes Niveau. Die drei interessantesten neuen Schweizer Spieler: Mirco Müller kehrt aus Nordamerika bzw. Schweden zurück (nach Lugano), Gaëtan Haas wechselt nach zwei NHL-Jahren zu Biel und Yannick Weber beginnt nach über 700 NHL-Spielen nun bei den ZSC Lions zum ersten Mal in seiner Karriere die Saison in der National League.

Der Königstransfer des HC Lugano: Mirco Müller kehrt nach zehn Jahren Nordamerika zurück in die Schweiz..

Der Königstransfer des HC Lugano: Mirco Müller kehrt nach zehn Jahren Nordamerika zurück in die Schweiz..

Michela Locatelli/Freshfocus (Lugano, 21. August 2021)

Wer sind die Transferverlierer und -Sieger?

Der SCB ist der grosse Transferverlierer und hat mit Miro Zryd (Langnau), Yanik Burren, Inti Pestoni, André Heim (Ambrì) und Kyen Sopa (ZSC) hinten und vorne viel verloren, weil es in der sportlichen Führung letzte Saison hinten und vorne gefehlt hat. Aufrüsten ist erst auf übernächste Saison möglich: Romain Loeffel und Joël Vermin kommen auf die Saison 2022/23. Transfersieger ist Ambrì, das mit Inti Pestoni, André Heim (vom SCB) und Dario Bürgler (von Lugano) die offensive Feuerkraft um 20 Prozent erhöht hat.

Welche Trainer sind gefährdet?

Lausannes John Fust, Zürichs Rikard Grönborg, Christian Wohlwend beim HCD und Gottérons Christian Dubé – in dieser Reihenfolge.