Die Kloten Flyers steigen heute Abend mit viel Selbstvertrauen ins fünfte Spiel des Playoff-Finals gegen den HC Davos. Nach dem starken Auftritt beim 3:0-Heimsieg vom Donnerstag haben die Zürcher Unterländer auch allen Grund dazu. Zwar geht es für die Flyers auch heute wieder darum, das Saisonende abzuwenden, aber die Vorzeichen gegenüber Donnerstag haben sich etwas verändert: Die Bündner scheinen nach dem offensiv eher uninspirierten Auftritt beim 0:3 nicht mehr unverwundbar.

Einsatz von Santala fraglich

Einen kleinen Dämpfer mussten die Kloten Flyers dennoch hinnehmen. Der Einsatz von Topskorer Tommi Santala ist wegen Schmerzen in seinem verletzten Finger fraglich, wie Trainer Anders Eldebrink sagt. Bei Micki Dupont sehe es etwas besser aus: «Wir hoffen auf seinen Einsatz. Er hat gut gespielt und sicher auch davon profitiert, dass Davos in unserer Zone nicht so viel Druck gemacht hat.»

Das Klotener Kollektiv lässt sich von diesen Neuigkeiten aber nicht gross aus der Fassung bringen: «Die Stimmung in unserem Team ist sehr gut. Wir haben dieses Erfolgserlebnis gebraucht», sagt Captain Victor Stancescu. Am Donnerstag sei es einfach an der Zeit gewesen, dass die Flyers gewinnen, denn «wir waren in allen Spielen dran. Nun hatten wir im Abschluss auch noch das nötige Glück.»

Die Jungen bringen ihre Leistung

Dass diese Leistungen, trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Leistungsträgern wie Santala, Dupont, Marcel Jenni oder Denis Hollenstein erbracht wurden, ist den Klotenern hoch anzurechnen. Am Donnerstag spielten die Flyers gleich mit drei Elite-Junioren, die ihre Sache aber «sehr gut gemacht haben», wie sich Eldebrink und Stancescu einig sind. «Die Jungen sind mittlerweile gut bei uns integriert. Die gehören so richtig zum Team und kommen auch in diesen wichtigen Spielen zu viel Einsatzzeit.» Speziell um sie kümmern müsse er sich aber nicht, fügt der 26-jährige Stürmer an. «Klar trage ich als Captain eine gewisse Verantwortung. Aber es gibt auch noch einige andere Routiniers in unserer Mannschaft.»

«Funke sprang über»

Die Verantwortung nahm der schweizerisch-rumänische Doppelbürger Stancescu vorgestern in Form seines Treffers zum 1:0 wahr. Der Vorkämpfer und unermüdliche Krampfer verrichtet viel harte Arbeit und ist immer dort, wo es auch wehtut. Er war es, der den Davoser Torhüter Leonardo Genoni als Erster etwas aus der Fassung brachte: Nach wenigen Minuten hatte er sich zumindest nicht dagegen gewehrt, in den Bündner hineinzufahren.

Stancescu ist aber auch der beste Torschütze der Flyers in den laufenden Playoffs. «Mein Tor löste eine grosse Erleichterung aus. Im Einsatz zuvor habe ich eine riesige Chance ausgelassen. Daher war dieses Tor schon auch für mich persönlich sehr wichtig», beschrieb Stancescu sein Erfolgserlebnis. «Danach sprang der Funke auf das ganze Team über.»

Gelegenheiten kaltblütig nutzen

Im heutigen Spiel fünf wollen die Flyers genauso spielen wie in den letzten Vergleichen. «Es wird sicher nicht dasselbe Spiel werden wie am Donnerstag, Davos kommt ganz bestimmt aggressiver», sagt Stancescu und ergänzt: «Wir können nicht ins Bündnerland fahren und erwarten, dass wir den HCD aus der Halle fegen. Wir müssen das Spiel eng halten und dann kaltblütig zuschlagen, wenn sich uns die Gelegenheit dazu bietet.»