Die Ausgangslage ist interessant. Zumal die Oltner derzeit mit massiven Formschwankungen zu kämpfen haben, während sich der HC Ajoie bereits an der Tabellenspitze der Swiss League etabliert hat. Auch dank des Einflusses des neuen EHCO-Trios.

Der Blick auf die Liga-Skorerliste zeigt, dass besonders zwei Spieler vom Wechsel in den Nordzipfel des Kantons Jura profitiert haben: Devin Muller blüht am linken Flügel des kanadischen Atomduos Philipp-Michael Devos und Jonathan Hazen förmlich auf und hat in 10 Spielen bereits 16 Punkte (5 Tore) auf seinem Konto. Er hat beim HC Ajoie blitzartig die Rolle gefunden, die er in seinen zwei Jahren in Olten aus verschiedenen Gründen vergeblich gesucht hat. Während Mullers Erfolg an der Seite der beiden Kanadier nicht ganz überraschend ist, ist der Werdegang von Ueli Huber umso bemerkenswerter. Nach zehn Spielen hat er ebenso viele Skorerpunkte (5 Tore) verbucht. Zum Vergleich: in der letzten Saison brachte es der 24-Jährige in 36 Qualispielen auf gerade mal neun Zähler.

Klar definierte Rolle und die Verantwortung

Es ist offensichtlich. Für Ueli Huber ist der Tapetenwechsel ein Segen. Er sagt denn auch: «Ich fühle mich rundum wohl und glücklich. Es war der richtige Entscheid, eine neue Herausforderung zu suchen.» Der HC Ajoie hatte schon im Herbst 2018 bei Huber angeklopft. Der Wechsel war schnell in trockenen Tüchern, zumal er zum damaligen EHCO-Trainer Chris Bartolone nie einen Draht fand und entsprechend keine Perspektiven mehr sah bei den Powermäusen.

Und nun hat der Innerschweizer im Jura das gefunden, was er immer gesucht hat. Eine klar definierte Rolle und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Ajoie-Trainer Gary Sheehan lässt ein sehr strukturiertes Eishockey spielen und setzt bekanntlich stark auf seine herausragende ausländische Belegschaft. «Es gibt keinen kompletteren Spieler in der Swiss League als Hazen. Und es gibt keinen intelligenteren Spieler als Devos», schwärmt Ueli Huber über die beiden kongenialen Kanadier. Aber dahinter ist er in die Nische geschlüpft, die man beim HC Ajoie auffüllen wollte. Ein guter Schweizer Flügel, der auch die zweite und dritte Sturmlinie besser macht. Gesagt, getan. Huber hat in den ersten zehn Spielen der neuen Saison bewiesen, dass er, wenn er richtig eingesetzt wird, eine tragende Rolle spielen kann.

Der HC Ajoie: «Wie eine grosse Familie»

Für den Luzerner, der in der Nachwuchsabteilung des EV Zug gross wurde, ehe er zum EHCO wechselte, stimmt es nicht nur auf dem Eis, sondern auch daneben. «Der HC Ajoie ist wie eine grosse Familie. Der Umgang ist sehr herzlich, die Leute haben extrem Freude, wenn ich versuche, mit ihnen mit meinem noch holprigen Französisch zu reden», erzählt er lachend. Zusammen mit einigen Teamkollegen bewohnt Ueli Huber fünf Fahrminuten ausserhalb von Porrentruy ein Mehrfamilienhaus, weshalb auch der Integrationsprozess absolut problemlos verlief.

Hilfreich war sicher auch die Tatsache, dass mit Mäder (der bereits vor seiner Zeit in Olten beim HC Ajoie gespielt hatte) und Muller zwei EHCO-Kameraden denselben Weg einschlugen. Nun kommt es in der derzeit im Renovationsprozess befindlichen Patinoire de Voyebœuf also zum ersten Wiedersehen mit dem alten Klub. An Motivation wird es mit Sicherheit nicht mangeln.