Wenn Martin Ulmer (29) heute Abend mit dem EHC Olten in Rapperswil gegen das vorzeitige Saisonende kämpft, dann weiss er, dass ihm ein Mensch die Daumen besonders fest drückt: Sein Bruder Stefan (27). Der wird sich das Spiel im Tessin am Fernseher anschauen. Der unterschiedliche Playoff-Rhythmus zwischen National League und Swiss League macht es möglich, dass sich die Ulmer-Brüder gegenseitig bei ihren Playoff-Duellen beobachten können.

Immer schön abwechseln

In dieser Woche spielte Stefan mit dem HC Lugano im Playoff-Halbfinal gegen Biel am Dienstag und am Donnerstag. Martin mit dem EHC Olten im Playoff-Final gegen Rapperswil am Mittwoch - und eben heute Abend. Morgen ist dann wieder Stefan dran. Und am Sonntag, so der EHCO heute Abend gewinnt, wäre wieder Martin an der Reihe.

"Wir telefonieren täglich miteinander und beurteilen gegenseitig unsere Leistungen", erzählt ein gut gelaunter Stefan Ulmer am Donnerstagabend nach dem 3:2-Sieg der Luganesi in Biel. Die "Bianconeri" brauchen damit noch einen Sieg, um sich für den Playoff-Final zu qualifizieren und, um damit um den Meistertitel spielen zu können.

Daumendrücken für Olten

Eine Klasse weiter unten ist der Meistertitel für Bruder Martin derzeit noch in weiter Ferne. Für den EHC Olten geht es schlicht darum, den Gegner am Gewinn des selbigen zu hindern. Dazu dürfen sich die Oltner keine einzige Niederlage mehr leisten. "Ich hoffe natürlich, dass Olten gewinnt", ist für Stefan Ulmer klar, wem seine Sympathien gelten.

Der Verteidiger, der mittlerweile seine achte Saison im Dress des HC Lugano bestreitet, bedauert, dass sein stürmender Bruder zuletzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte (Pfeiffersches Drüsenfieber) und deshalb nicht ganz fit ist. "Das ist schade für ihn. Aber vielleicht reicht es ja trotzdem, dass er heute ein entscheidendes Tor schiesst." Auch er weiss: Der EHC Olten hat jeden offensiven Output dringend nötig. Das gegenseitige Daumendrücken darf nach dem Geschmack der Ulmer-Brüder schliesslich gerne noch weiter gehen.