Kevin Schläpfer, Trainer des EHC Biel.

Kevin Schläpfer, Trainer des EHC Biel.

EHC Biel

Platz 8, 57 Punkte, 127:148 Tore.
Restprogramm: Kloten (a), Servette (h), Zug (a), Lausanne (a), Lausanne (h), Bern (h).

Die Chancen: Biel hat einen grossen Vorteil: Drei Punkte Vorsprung auf Fribourg und acht auf Kloten. Die Bieler können es aus eigener Kraft schaffen. Cheftrainer Kevin Schläpfer und seine Jungs sind sturmerprobt. Sie kennen seit dem Wiederaufstieg von 2008 nichts anderes als den Existenzkampf. Anders als Fribourg und Kloten steckt Biel nicht in einer Krise. Von den Zitterteams ist keines so intakt wie Biel. Anders als Fribourg und Kloten hat ja Biel den Trainer diese Saison nicht gefeuert.

Die Gefahren: Biel hat von den vier Zitterteams am wenigsten Geld und deshalb auch am wenigsten Talent. Anders als Fribourg (mit Benjamin Conz) und Kloten (mit Martin Gerber) fehlt bei Biel eine Nummer 1 im Tor. Lukas Meili und Simon Rytz sind über alles gesehen die schwächsten Goalies im Strichkampf. Bereits die Partie heute Abend bei den Kloten Flyers ist möglicherweise entscheidend: Eine Niederlage könnte der Anfang vom Ende sein. Deshalb ist Trainer Schläpfer so nervös wie noch nie in dieser Saison.

Fribourg-Hüter Conz ist in Form gekommen.

Fribourg-Hüter Conz ist in Form gekommen.

HC Fribourg-Gottéron

Platz 9, 54 Punkte, 128:154 Tore
Restprogramm: Bern (a), Zug (h), Lugano (a), Servette (h), Servette (a), Kloten (h).

Die Chancen: Fribourg ist ein Team für die obere Tabellenhälfte, hat mehr Talent als Biel und Ambri und ist offensiv stärker als Kloten, Biel und Ambri. Entscheidend könnte sein: Für die alles entscheidende Phase ist Torhüter Benjamin Conz endlich in Form gekommen und spielt sein bestes Hockey. Auch weil er viel zu lange ein Lottergoalie war, muss sein Team um die Playoffs zittern. Trotz aller Turbulenzen haben die Spieler die Leidenschaft nicht verloren und im letzten Spiel gegen Kloten können sie die Playoffs schaffen.

Die Gefahren: Fribourg kann in der letzten Partie gegen Kloten alles klar machen – aber vorher muss das schwerste Schlussprogramm der vier Zitterteams durchgestanden werden. Die grösste Stärke – die leidenschaftliche Spielweise – ist zugleich die grösste Schwäche: Sie birgt die Gefahr von Disziplinlosigkeiten und Nachlässigkeiten vor dem gegnerischen Tor in sich. Gottéron hat von allen vier Strichteams am meisten Treffer erzielt, aber eben auch am meisten Tore kassiert. Meisterschaften werden in der Defensive entschieden.

Trotz vielen talentierten Spielern in den eigenen Reihen sah man oft lange Gesichter auf der Klotener Bank.

Trotz vielen talentierten Spielern in den eigenen Reihen sah man oft lange Gesichter auf der Klotener Bank.

Kloten Flyers

Platz 10, 49 Punkte, 105:134 Tore
Restprogramm: Biel (h), Lausanne (a), Lakers (h), Lakers (a), Davos (h), Fribourg (a).

Die Chancen: Die Flyers sind nominell nach wie vor ein Team der vorderen Tabellenhälfte. Immerhin stehen in ihren Reihen fünf WM-Silberhelden (von Gunten, Hollenstein, Bieber, Gerber, Bodenmann) und alle sind fit. Zudem steht Silber-Schmied Sean Simpson an der Bande. Von allen «Strichkandidaten» haben die Flyers das leichteste Schlussprogramm: Sie dürfen als einzige noch zweimal gegen die Lakers antreten. Mit diesen sechs «Gratispunkten» müsste es eigentlich reichen.

Die Gefahren: Acht Punkte Rückstand sind ein grosses Handicap. Selbst wenn die Flyers noch alle sechs Spiele gewinnen, ist nicht garantiert, dass sie die Playoffs erreichen. Die Krise hat zu einer tiefen Verunsicherung geführt und das Verletzungspech bringt vieles durcheinander. Nur noch drei Ausländer (Dupont, Mueller, Vermeer) sind einsatzbereit. Das vermeintlich leichte Schlussprogramm hat einen Pferdefuss: Am Ende müssen die Zürcher in Fribourg antreten. Gut möglich, dass diese letzte Partie entscheidet.

Ambri-Piottas Goalie Sandro Zurkirchen wurde diese Saison zu oft bezwungen.

Ambri-Piottas Goalie Sandro Zurkirchen wurde diese Saison zu oft bezwungen.

HC Ambri-Piotta

Platz 11, 48 Punkte, 111:146 Tore
Restprogramm:Lakers (h), Davos (a), ZSC (h), Zug (h), Zug (a), Lausanne (a).

Die Chancen: Wie Biel ist auch Ambri sturmerprobt. Die Erwartungen waren zwar nach der letztjährigen Playoffqualifikation (7.) hoch – aber die Leventiner wissen, dass sie nur eine Aussenseiterchance haben, die Mannschaft ist ähnlich wie in Biel intakt. Die offensive Feuerkraft ist zwar geringer als die von Biel und Fribourg. Aber Alexandre Giroux kann einzelne Spiele entscheiden – er hat bisher 26 Tore erzielt. Kloten, Fribourg und Biel haben keinen auch nur annähernd so treffsicheren Stürmer.

Die Gefahren: Neun Punkte hinter Biel: Dieser Rückstand ist nur theoretisch aufzuholen. Zudem ist der Spielplan für das heimstarke Team mit zwei Auswärtspartien am Schluss ein Handicap. Die vielen Verletzungen (u.a. Topskorer Aucoin und die Goalies Zurkirchen und Flückiger) sind beim schmalen Kader nicht verlustfrei zu kompensieren. Komplett hätte Ambri mehr als nur eine theoretische Playoff-Chance, nun droht auf dem 11. Platz das Playout gegen die Lakers. Nicht die Playoffs sind das Ziel – sondern der Klassenerhalt.