Es gibt kein Bier in Hawaii - das ist ein Schunkelschlager zur guten Laune. Es gibt kein Eis mehr in Huttwil - das ist nun der Blues der Hockeyszene. Sportzentrum-Besitzer Markus Bösiger bekräftigt: «Es ist so. Es gibt bei uns kein Eis mehr.» Und was ist mit den Reservierungen für Trainingslager im Spätsommer/Herbst, die unter anderem von mehreren Nationalliga-Klubs (für Trainingslager der Junioren) oder für das Eishockeytorhüter-Trainingslager gemacht worden sind? Bösiger: «Das interessiert uns nicht mehr. Dann sollen sie halt mir Rollschuhen trainieren.»

Als Ausbildungsklub unerwünscht

Die Ablehnung des NLB-Aufstieges seiner Huttwil Falcons durch die Liga wegen Formfehler hat Bösiger zu diesem radikalen Schritt getrieben: «Alle wissen, dass wir drei Jahre lang auf dieses grosse Ziel hingearbeitet haben. Und nun hat man uns eiskalt fallen lassen. Auch die Ligaversammlung hat es abgelehnt, uns zu helfen.

Es ist also nur ein logischer Schritt, wenn wir nun die Konsequenzen ziehen. Wir haben ein Konzept als Ausbildungsklub erarbeitet, wir haben eine Juniorenabteilung aufgebaut, wir wollten jungen Spielern eine Chance geben, in der Nationalliga zu spielen - aber offensichtlich will man das in den Ligabüros nicht. Es ist offensichtlich das Ziel der Bürokraten, die Anzahl Klubs, die Anzahl Eishallen und die Anzahl Junioren zu verringern. Anders kann ich mir die Ablehnung unseres Aufstiegsgesuches nicht erklären.»

Gravierende Konsequenzen

Die Konsequenzen sind gravierend. Nicht nur der sportliche NLB-Aufsteiger Huttwil Falcons (bzw. der Erstliga-Klub Huttwil Falcons) verschwindet damit von der Bildfläche. Auch die ganze, neu aufgebaute Nachwuchsabteilung (die inzwischen wieder mehr als 40 Junioren zählt) hat keine Heimat mehr und die Regionalklubs, die in Huttwil spielen (u.a. die zweite Mannschaft der Falcons, die in der 2. Liga spielt) steht damit vor dem «Aus».

Und schliesslich und endlich gibt es in Huttwil keinen öffentlichen Eislauf mehr. Die nächste Eishalle befindet sich 15 Kilometer talabwärts in Langenthal (Schoren) oder in ungefähr gleicher Entfernung südlich in Hasle (Brünneli) oder dann eben 35 Kilometer weg in Langnau (Ilfishalle).

Huttwil will aufsteigen

Markus Bösiger hat mehrmals bekräftigt, dass er den NLB-Aufstieg auf dem zivilen Rechtsweg erkämpfen will. Daran hält er fest. «Wir haben einen renommierten Anwalt engagiert.» Aber wozu, jetzt, da es kein Eis mehr gibt? «Weil wir wissen wollen, ob wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Wir wollen wissen, wer recht hat. Das ziehen wir durch.» Ist dann auch Lichterlöschen, wenn in nützlicher Frist ein Urteil vor einem ordentlichen Gericht zu Gunsten der Falcons ergeht? «Ja» sagt Bösiger. «Das Eishockeyabenteuer ist definitiv zu Ende. Die Spieler laufen uns ja davon. Unsere besten Spieler und jene, die mit uns in der NLB spielen wollten, verdienen bei Martigny nun doppelt so viel, als sie bei uns gehabt hätten, um in der 1. Liga zu spielen.»