Eishockey-Playoffs

Unverständlicher Entscheid! Sprunger müsste für Horror-Check gesperrt werden

Der Fribourger Topskorer und Captain Julien Sprunger kommt für seinen Aktion gegen den verletzt ausfallenden Genfer Daniel Rubin ohne Verfahren davon

Der Fribourger Topskorer und Captain Julien Sprunger kommt für seinen Aktion gegen den verletzt ausfallenden Genfer Daniel Rubin ohne Verfahren davon

Der Schweizer Eishockey-Verband wird gegen Julien Sprunger von Fribourg nach dem Horror-Check kein Verfahren eröffnen. Gottérons Topskorer checkte auf offenem Eis Gegenspieler Daniel Rubin, der sich dabei eine schwere Gesichtsverletzung zuzog. Dieser Entscheid der Liga ist völlig unverständlich.

Der Check von Julien Sprunger

Kopfverletzungen sind nicht nur im Schweizer Eishockey ein permanentes Sorgenthema. Das Spiel wird immer schneller, die Spieler grösser und schwerer, die Ausrüstungen härter. Jeder Zusammenprall birgt Verletzungsgefahr. Eishockey ist ein gefährlicher Sport. Zum Eishockey gehören Checks und gesunde Härte – das macht die Faszination dieses körperbetonten Sport aus.

Es ist auch für die Schiedsrichter nicht immer einfach, die Grenze zu ziehen zwischen fair und unfair. Was jedoch ausserhalb jeder Diskussion steht, sind Angriffe auf den Kopf. Die steigende Anzahl Gehirnerschütterungen ist ein Alarmsignal für alle. Umso unverständlicher ist die Entscheidung des Schweizerischen Eishockeyverbands, Julien Sprunger für seinen Check gegen den Kopf von Daniel Rubin nicht zu sperren.

Die Argumentation von „Spielersicherheitschef“ Stéphane Auger, ein ehemaliger NHL-Schiedsrichter, ist völlig unschlüssig. Alleine die Art und der Ort der Verletzung von Daniel Rubin (dreifacher Jochbeinbruch auf der linken Gesichtshälfte) lassen nicht viel Raum für Fehlinterpretationen. Rubin wird von Sprungers Schulter auf der linken Seite getroffen, und prallt dann mit der rechten Gesichtshälfte auf das Eis. Der Aufprall wird dabei noch durch das Helmvisier gebremst. Rubin muss sich die Gesichtsverletzungen also durch den Check zugezogen haben.

Selbst wenn das Videomaterial keine eindeutige Überführung zulässt, so reichen alleine die äusseren Umstände zu einer Verurteilung Sprungers, der zu allem Überfluss noch ein Wiederholungstäter ist. Dass er nun straffrei davon kommt, ist im oben erwähnten Gesamtkontext umso unbegreiflicher. Zumal der Eishockeyverband zuletzt auch viel Mühe und Geld in einem Kampagne steckte („Respect my head“), die eben die Spieler punkt Kopfattacken sensibilisieren soll. Angesichts des Falls Sprunger ein Hohn.

Bleibt zu hoffen, dass im dritten Playoff-Spiel zwischen Servette und Fribourg alles in geordneten Bahnen abläuft und Julien Sprunger selber nicht Opfer einer unkontrollierten Racheaktion wird. Das würde dem Eishockey erst recht einen Bärendienst erweisen.

Stellungnahme des Verbandes im Fall Sprunger

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