Das Spengler-Cup-Comeback der Nationalmannschaft rückt näher. Ob der Olympia-Teilnehmer nur im Rahmen eines einmaligen Experiments auftritt, ist offen. Coach Patrick Fischer kündigt ein Top-Aufgebot an.

Die Schweizer Verantwortlichen sind sich einig: "Der Spengler Cup ist eine ideale Plattform für uns." Sie sprechen sie unisono von einer Win-Win-Situation. Florian Kohler, der CEO von Swiss Ice Hockey, betrachtet den Auftritt im Rahmen der Davoser Hockey-Exhibition als "unglaublich gute Gelegenheit, uns einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren".

Vorerst sei es ein Experiment, so Kohler, und unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Südkorea ein guter Moment. Mit regelmässigen Turnier-Teilnahmen der Landesauswahl ist indes kaum zu rechnen; sowohl der Veranstalter als auch die Nationalmannschaft werden von Sponsoren aus der Finanzbranche unterstützt, die in der Regel Exklusivität beanspruchen. Kohler ist sich der "wirtschaftspolitischen" Brisanz bewusst: "Das zu bewerkstelligen, ist nicht so einfach."

Aus primär sportlicher Optik betrachtet Patrick Fischer das Turnier-Comeback des Nationalteams, das 1979 nach elf Niederlagen in Folge während Dekaden aus dem Line-up verschwand. "Wir wollen um den Turniersieg mitreden. Für jeden Spieler ist der Spengler Cup eine Bühne, um sich zu präsentieren. Ein gewisser Druck ist vorhanden - wir werden sehen, wie das Team damit umgehen kann."

Ab dem 25. Dezember wird das Team bis Ende Jahr im Bündner Kurort verbringen. Geplant ist die Meldung von 25 Spielern. "Wir treten mit dem bestmöglichen Aufgebot an", kündigt Fischer 33 Tage vor dem Startspiel gegen den KHL-Tabellenletzten Dinamo Riga an. "Das Turnier ist für uns mit Blick auf Olympia wichtig."

Vertragsofferte für die Canada Selects

Je nach Verlauf könnte Fischers Ensemble auf das Team Canada treffen, das der Schweiz im Olympia-Turnier im Startspiel am 15. Februar erneut gegenüberstehen wird. Die Nordamerikaner um den Ex-Vancouver-Coach Willie Desjardins müssen in Davos allerdings auf ihre KHL-Professionals verzichten - die russischen Klubs geben die Olympia-Kandidaten in der Altjahreswoche nicht frei.

Noch nicht geregelt ist im Übrigen die Spengler-Cup-Zukunft der Selects. "Die Vertragsofferte liegt vor, unterschrieben ist aber noch nichts", gibt OK-Chef Marc Gianola bekannt. Die schwindende Zahl von kanadischen Profis in der National League macht den Beteiligten zu schaffen. Eine Verlängerung der seit 33 Jahren andauernden Partnerschaft wird aber beidseits angestrebt.