Man kann nicht gerade behaupten, dass die Ära mit Headcoach Harold Kreis als eine der erfolgreicheren in die Klubgeschichte eingehen wird. In den vier Jahren, in welchen der Deutsch-Kanadier die sportlichen Geschicke des EV Zug leitete, schied man trotz Ambitionen und erheblichen finanziellen Investitionen dreimal im Viertelfinal aus. Zuletzt in den aktuellen Playoffs gegen die ZSC Lions. Immerhin: In der letzten Saison scheiterten die Zuger erst im Final am SC Bern.

Die Teilnahme an dieser Endspielserie ragt aber als einsamer Höhepunkt von Kreis’ Wirken in der Innerschweiz heraus. Mit seiner konservativen Philosophie brachte er zwar nach den «wilden» Jahren mit seinem Vorgänger Doug Shedden Ruhe in das bisweilen hektische Zuger Umfeld hinein. Seine mangelnde Risikobereitschaft wurde ihm letztlich aber auch zum Verhängnis.

Bei einem Klub wie dem EV Zug, der jährlich mehrere Millionen in seine Nachwuchsarbeit investiert und sogar ein eigenes Farmteam auf zweithöchster Stufe betreibt (EVZ Academy), stiess vor allem Kreis’ Umgang mit den jüngeren Spielern auf immer grössere Kritik und auch Unverständnis. In den aktuellen Playoffs coachte Harold Kreis wie in den 1980er-Jahren und sorgte dafür, dass vor allem das ausländische Personal auf Eiszeit weit jenseits der 20-Minuten-Marke kam. In der modernen Eishockey-Welt sind das Werte aus längst vergangen geglaubten Zeiten.

Ein Trainer, der junge Athleten weiterbringen kann

Die personelle Konsequenz entspricht deshalb der Logik. Im Rahmen der Saisonanalyse sei man «gemeinsam übereingekommen», die Zusammenarbeit nicht mehr weiterzuführen, heisst es im Communiqué des EVZ. Der Klub wolle sich «als Ausbildungsklub langfristig an der Spitze etablieren. Folglich hätten der Einbau und die Förderung von jungen Athleten im Fanionteam eine grosse Bedeutung.» Die fehlende Umsetzung dieser Philosophie führte in letzter Konsequenz zur Trennung von Kreis.

«Wir suchen einen Headcoach, der gerne mit jungen Athleten arbeitet und diese weiterbringen will und kann», beschreibt CEO Patrick Lengwiler das Profil von Harold Kreis’ Nachfolger, der nun in aller Ruhe gesucht wird. Frei wäre unter anderem der in Lausanne freigestellte Dan Ratushny.

Die teuren Transfers

Klar ist: Die Trennung von Kreis soll der Beginn eines Kulturwandels sein. Der sollte sich aber nicht nur auf die Trainerwahl beschränken. Der EVZ sorgte zuletzt auch mit seinen Transferaktivitäten für Stirnrunzeln. Weshalb man für teures Geld mittelmässige Verteidiger wie Miro Zryd (Langnau) und Jesse Zgraggen (Ambri) holt, während man selber gute Defensivleute ausbildet, ist nur schwer nachvollziehbar.

Nicht mehr Zug-Trainer: Harold Kreis.

Nicht mehr Zug-Trainer: Harold Kreis.