Das Schweizer Stürmerduell zwischen Nino Niederreiter und Damien Brunner wurde zu einer einseitigen Angelegenheit. Niederreiters Minnesota Wild besiegten Brunners New Jersey Devils deutlich mit 4:0. «Wir haben zehn Minuten mitgespielt, danach war Ende Feuer», beschrieb Brunner den Lauf der Dinge treffend. In der Tat legten die Devils einen Blitzstart hin und setzten das Heimteam zu Beginn stark unter Druck. Das Schussverhältnis lautete 6:0 zugunsten der Teufel, ehe sich die «Wilden» aus der Umklammerung befreiten und schliesslich in Führung gingen. Massgeblich beteiligt beim Treffer zum 1:0 war Nino Niederreiter, der den Abpraller seines eigenen Schusses zu Mikael Granlund schaufelte. Der Finne hatte danach keine Mühe mehr, das fast leere Tor zu treffen.

Am Ende des Abends hatte Niederreiter insgesamt drei Assists auf seinem Konto - es war das erste Mehrpunktespiel in der NHL für den Nationalstürmer, der nach dem Spiel trotzdem bescheiden blieb: «Es ist super für mich, dass ich mit Spielern wie Mikko Koivu, Zach Parise, Mikael Granlund oder Jason Pominville zusammenspielen darf. Das gibt mir viel Selbstvertrauen. Die drei Skorerpunkte sind zwar schön, aber wichtiger ist für mich, dass wir als Mannschaft eines unserer besten Spiele gezeigt haben.» Die Devils, die in Minnesota auf zwei ihrer wichtigsten Stürmer, Patrik Elias und Travis Zajac verzichten mussten, untermauerten dagegen ihren Ruf, eines der aktuell schwächsten NHL-Teams zu sein. Sie haben nun zum zweiten Mal in Serie kein Tor geschossen. Immerhin gehörte Brunner noch zu den wenigen, belebenden Elementen dieser ansonsten schrecklich limitierten und auch uninspiriert auftretenden Truppe. Gut möglich, dass die Tage von Trainer Peter DeBoer bald einmal gezählt sind.

Am Dienstag Duell gegen Bärtschi und Berra

Morgen Dienstag trifft Niederreiter, der sich nach dem Spiel gegen die Devils noch ein paar Minuten mit Damien Brunner unterhielt, mit seiner Mannschaft auf die Calgary Flames und damit auch auf zwei weitere Landsleute: Sven Bärtschi und Reto Berra. «Ich freue mich auf das Aufeinandertreffen. Es ist toll für unser Eishockey, dass inzwischen so viele Schweizer in der NHL spielen - gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Sotschi.»

Für Reto Berra war die vergangene Nacht noch viel aufregender als für Nino Niederreiter. Er durfte seine NHL-Premiere feiern - und das ausgerechnet im Stadion von Stanley-Cup-Titelverteidiger Chicago Blackhawks. Was der Schweizer Nationalgoalie in einer der gefürchtetsten NHL-Arenen zeigte, war schlicht grossartig. Er führte seine Mannschaft mit insgesamt 42 Paraden zu einem überraschenden 3:2-Sieg nach Verlängerung und war danach natürlich ein gefragter Mann.

«Ich habe fast geheult»

Berra wurde als 1st star des Spiels ausgezeichnet, erhielt von seinen Mannschaftskollegen den Feuerwehrhelm aufgesetzt, der den jeweils besten Spieler der Flames ehrt, und wurde schliesslich noch vom NHL-Fernsehsender zum Interview gebeten. Dort erzählte Berra dann selig lächelnd und mit leuchtenden Augen, wie er seine NHL-Premiere erlebt hatte. «Ich konnte vor lauter Aufregung nicht mal mein gewohntes Mittagsschläfchen halten. Meine Mitspieler haben mich darauf vorbereitet, was in Chicago so alles abläuft. Als dann die Nationalhymne gesungen wurde, da habe ich fast geheult. Ich hatte Gänsehaut.» Ex-ZSC-Lions-Meistertrainer und Calgary-Headcoach Bob Hartley hatte schon vor dem Spiel angekündigt, dass Berra so oder so viele Startmöglichkeiten erhalten werde. Nach dem Sieg war Hartley natürlich glücklich, dass sein Goalie einen derart überzeugenden Einstand gefeiert hatte: «Es fängt letztlich alles beim Torhüter an. Wenn er dich im Spiel hält, dann hast du auch die Chance, zu gewinnen.»