NHL
Todeswunsch für ein ungeborenes Kind: Ein Zickenkrieg der übelsten Sorte

Beim NHL-Team der Ottawa Senators droht ein übler Streit unter Spielerpartnerinnen eine ganze Mannschaft zu zerstören. Die Anschuldigungen sind heftig und unglaublich. Es ist ein Konflikt, der tiefe menschliche Abgründe ans Tageslicht bringt.

Marcel Kuchta
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Ottawa-Superstar Erik Karlsson und seine Frauen wurden online massiv bedroht

Ottawa-Superstar Erik Karlsson und seine Frauen wurden online massiv bedroht

Keystone

Worum geht es? Die Frau von Ottawas Captain und Superstar Erik Karlsson, Melinda, erlitt im März eine Fehlgeburt. Das Paar verlor seinen Sohn Axel Michael, als Melinda Karlsson bereits im fünften Monat schwanger war.

Auf Instagram postete Erik Karlsson im März eine Nachricht, in welcher er seine Trauer um den Verlust des ungeborenen Sohns Kund tat.

Unter den unzähligen tröstenden Kommentaren, welche zu lesen sind, befand sich allerdings ein übler Ausreisser. Ein User beschuldigte Melinda Karlsson, dass sie ihr Baby mit der Einnahme von zu vielen Schmerzmitteln getötet habe.

Karlsson antwortete höchst persönlich und beschuldigte den User, dessen Instagram-Konto inzwischen deaktiviert wurde, dass er seit Monaten versuche, ihn und seine Frau in den sozialen Medien zu beschimpfen und bedrohen.

Die Geschichte hat nun eine dramatische Wendung erfahren. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass das Ehepaar Karlsson gegen Monika Caryk, die Freundin von Ottawa-Senators Stürmer Mike Hoffman, Klage eingereicht habe.

Todes- und Verletzungsdrohungen

Die Partnerin von Karlssons Teamkollege habe seit November, also seit dem Tag, als das Ehepaar bekannt gab, dass es im kommenden Jahr das erste Kind erwarten wird, in den sozialen Medien via Fake-Profilen und gekauften Profilen immer wieder Drohungen ausgesprochen. Zum Beispiel, dass sie sich wünsche, dass das Baby sterbe.

Ausserdem habe sie immer wieder geäussert, dass sie sich den Tod von Melinda Karlsson wünsche und hoffe, dass sich Erik Karlsson eine schwere Verletzung zuziehe. Insgesamt seien über 1000 solcher, zum Teil massiver Anfeindungen registriert worden. Diese Aussagen machte das Ehepaar Karlsson bei der Einreichung der Klage unter Eid.

Hofmann: "Wir haben nichts zu verbergen"

Das Paar Hoffman/Caryk hat die massiven Anschuldigungen des Ehepaars Karlsson vehement abgestritten. "Offensichtlich ist es eine schwere Zeit, die sie durchstehen, und wir wollen herausfinden, wer das tut, denn aus irgendeinem Grund wurden wir da hineingezogen. Aber es sind 150-prozentig nicht wir! Wir haben nichts zu verbergen. Wir sind bereit, in jeder Weise zusammenzuarbeiten, um das Problem zu lösen und herauszufinden, dass wir es nicht waren", liess Hofmann verlauten.

Mike Hoffman und dessen angeklagte Freundin Monika Caryk

Mike Hoffman und dessen angeklagte Freundin Monika Caryk

HO

Bleibt die Frage, weshalb das Ehepaar Karlsson mit derart massiven Anschuldigungen vor Gericht geht, wenn sie sich ihrer Sache nicht hundertprozentig sicher wären? Zumal sich nach Bekanntwerden der Geschichte inzwischen auch andere, zum Teil ehemalige Ottawa-Spielerfrauen zu Wort gemeldet haben, die Melinda Karlsson unterstützen und durchblicken lassen, dass dieses Szenario durchaus realistisch scheint.

Ottawa vor sportlichem Aderlass?

Wie dem auch sei: Abgesehen von den menschlichen Abgründen, die sich in dieser Seifenoper der üblen Sorte auftun, sind die Ottawa Senators in sportlicher Hinsicht die grossen Leidtragenden. Kaum vorstellbar, dass Erik Karlsson, einer der besten NHL-Verteidiger, noch ein Interesse daran hat, seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Und klar scheint auch, dass Mike Hoffman, einer der besten Stürmer des Teams, in Ottawa keine Zukunft mehr haben wird. Selbst wenn die Schuld seiner Freundin nicht bewiesen werden kann, so wird sich der üble Nachgeschmack nicht vertreiben lassen.